Doch das Verhältnis der beiden zueinander bekam erhebliche Risse, seitdem Kreba-Neudorf nach einem neuen Partner Ausschau hält - der Gemeinde Boxberg.

2007 hatten die Räte von Kreba-Neudorf ihren Wunsch, sich von Rietschen trennen zu wollen, per einstimmigem Beschluss bekräftigt. Rietschen reagierte mit einem eindeutigen Nein. Die RUNDSCHAU befragte zur Situation beide Bürgermeister - für Kreba-Neudorf Wolfgang Fietze und für Rietschen Eberhardt Meier.

Die Sicht von Kreba-Neudorf: Wie Wolfgang Fietze erklärte, sei die Sache festgefahren. Kreba wolle nach Boxberg, doch Rietschen sperre sich dem. "Sie stellen sich stur, was ich nicht verstehen kann. Dabei bezahlen wir an Rietschen eine Verwaltungsumlage, haben somit auch Rechte", so das ehrenamtliche Gemeindeoberhaupt. Fietze sei im September im Innenministerium gewesen, wie er sagte, um eine Klärung herbeizuführen. "Doch die können auch nicht helfen, da dass die Beschlusslage nicht zulässt", so Wolfgang Fietze.

Für ihn ist der Erhalt der Grundschule im Dorf die entscheidende Prämisse, warum die Wahl Kreba-Neudorfs auf Boxberg fiel. "Boxberg unterstützt uns in unseren Bemühungen. Der dortige Gemeinderat hat sich nach seinem Grundsatzvotum für eine mögliche Gemeindeehe mit uns dazu positioniert, beide Grundschulstandorte - den von Boxberg und Kreba-Neudorf - zu erhalten", erklärte Fietze.

Die Sicht von Rietschen: Für Bürgermeister Eberhardt Meier zählt das Argument mit der Grundschule nicht. "Wir haben einen Vertrag mit Hähnichen zur Schulnetzregelung, obwohl die Gemeinde nicht zu unserer Verwaltungsgemeinschaft gehört", führt er das Beispiel aus dem eigenen Beritt an, wie Lösungen im Interesse der Schüler aussehen können, denn Schulbezirke würden territorial und nicht zwingend nach Verwaltungseinheiten abgegrenzt werden. Im Übrigen habe die Schulfrage und das Thema Eingemeindung miteinander nichts zu tun. Diese Problematik müsse unter den betreffenden Gemeinden - Kreba, Klitten, Boxberg, Mücka und Rietschen - ausdiskutiert werden.

Rietschen sehe keinen Grund, sich krampfhaft nach einem neuen Kommunalpartner umsehen zu müssen. Eile sei hier fehl am Platze, "denn eine Gemeindegebietsreform ist ja überhaupt noch nicht beschlossen worden." Deshalb gäbe es diesbezüglich auch noch keine Gespräche mit anderen Gemeinden, wie Eberhardt Meier versicherte, zumal sich ein eindeutiger Favorit noch nicht herauskristallisiert habe. "Im Gemeinderat ist die Konstellation so: zwei Räte sind für Boxberg, zwei für Niesky und der Rest möchte, dass wir eigenständig bleiben", so der Bürgermeister.