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| 18:23 Uhr

Teichwirtschaft
Krebaer Teichwirte setzen auf Schleien

Trotz des Dürresommers kann sich die Fischausbeute sehen lassen.
Trotz des Dürresommers kann sich die Fischausbeute sehen lassen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
 Kreba. Die Schwarze Lache ist abgefischt worden. Das Ergebnis ist besser als erwartet. Von Torsten Richter-Zippack

Mit Spannung haben die Fischer der Teichwirtschaft Kreba und der Kreba Fisch GmbH auf diesen Tag gewartet. Traditionell am dritten Sonnabend im Oktober wird einer der größten Gewässer der Teichlausitz, die Schwarze Lache, abgefischt. Nach dem extremen Dürresommer haben sich die Teichwirte keinen großen Illusionen hingegeben. Und dennoch werden sie jetzt überrascht. „Das Ergebnis scheint besser als erwartet“, sagt Rüdiger Richter, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Kreba, in einem ersten Resümee. „Das sieht so schlecht nicht aus. Wir setzen auf Schleien statt auf Karpfen. Es sind sehr viele Fische ins Netz gegangen, allerdings präsentieren sich diese meist zu klein. 310 bis 320 Gramm bringt eine Schleie auf die Waage, Ziel sind jedoch 500 Gramm“, sagt Richter weiter. „Wahrscheinlich haben die Tiere die über Wochen sehr hohen Temperaturen übel genommen“, vermutet der Experte, der bereits seit dem Jahr 1982 als Fischer tätig ist. Darüber hinaus fehlten in der Schwarzen Lache vor deren Ablassen vor drei Wochen bereits 50 Zentimeter Wasser, normal wären ein bis 1,20 Meter. Im Gegensatz zu weiteren Teichwirtschaften in der Mittellausitz haben die Krebaer noch Glück. „In den meisten Gewässern gibt es bei uns noch Wasser“, begründet Rüdiger Richter. Das kostbare Nass werde vom Schwarzen Schöps eingespeist. Die Teichwirtschaft Kreba bewirtschaftet insgesamt 59 Teiche mit einer Gesamtwasserfläche von mehr als 400 Hektar.

Warum in der Schwarzen Lache hauptsächlich Schleien und weniger Karpfen gefangen werden? „Weil die Schleien auf dem Markt heute gefragter sind und besser bezahlt werden als Karpfen“, erklärt Richter. Rund 50 Prozent mehr Erlöse versprechen die Tiere mit den hohen Schwanzstielen. Werden pro Kilogramm Karpfen heute rund 2,20 Euro bezahlt, beläuft sich das gleiche Gewicht bei Schleien auf rund vier Euro. Verkauft werden die Fischer indes in ganz Deutschland.

Allerdings haben die Krebaer Teichwirte mit einem anderen Problem zu kämpfen. Beim Lachefischen sind die Silberreiher in sicherer Entfernung als weiße Punkte auf dem Wasser auszumachen. Allein an diesem einen Teich leben laut Rüdiger Richter 240 Exemplare. „Sie fressen eine Menge Fisch“, weiß der Fachmann. Jagbar seien Silberreiher allerdings nicht, erklärt Jan Prignitz, der Forstmann des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Immerhin erlaube der sächsische Gesetzgeber pro Jahr den Vergrämungsabschuss von 275 Graureihern, die den Fischern ebenfalls Probleme bereiten. Davon entfallen 90 Vögel auf den Landkreis Görlitz und zehn auf die Verwaltungsjagdflächen um Kreba-Neudorf. „Davon wurden bislang zwei erlegt“, sagt Prignitz. Übrigens: „Graureiher schmecken nach Geflügel und bieten eine leicht fischige Note“, hat Jan Prignitz selbst probiert.

Während des Abfischens steht auch eine Frau mit am Netz im restlichen Wasser der Schwarzen Lache. Michele Kendziorra ist Fischwirtschaftsmeisterin. „Mir macht die Arbeit richtig großen Spaß, auch wenn sie manchmal körperlich anstrengend ist“, sagt die junge Frau.

Der Liebe wegen verließ sie den elterlichen Fischereibetrieb im Erzgebirge. In der Königswarthaer Fischereischule lernte Kendziorra ihren Lebensgefährten, den Sohn von Rüdiger Richter, kennen. Seit April lebt sie in der Lausitz und will auch nicht mehr weg. „Wir sind hier ein super Team“, lautet ihre Begründung.