| 02:58 Uhr

Die Tanker für die Sole können vorfahren

Sven Mimus, Geschäftsführer der ENO.
Sven Mimus, Geschäftsführer der ENO. FOTO: rw
Bad Muskau. 15 (!) Jahre nach der erfolgreichen Bohrung für die Muskauer Sole kann sie nun endlich dauerhaft genutzt werden. Die Aufbereitungsanlage, in der das Wasser nach oben befördert wird und Tanker gefüllt werden können sowie die Ringleitung in der Parkstadt sind fertiggestellt. Regina Weiß

Am 27. April geht die Anlage offiziell in Betrieb. Darüber hat Sven Mimus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (ENO), bei einem Pressegespräch in Görlitz informiert.

Das Bauprojekt habe rund 880 000 Euro gekostet. "Die ersten Tests sind gelaufen. Wir haben auch vom Gesundheitsamt die Freigabe erhalten", so Mimus weiter.

Nun müssen noch einige Hausaufgaben gemacht werden. Die stünden immer fortlaufend an. So seien Heilmittelanerkennung und -zertifizierung in regelmäßigen Abständen Plicht. Das zu wiederholende Anerkennungsverfahren werde durch ein Büro in Bad Elster begleitet. Außerdem muss die Bad Muskauer Sole als Medizinprodukt anerkannt werden. Das erfolge nach gesetzlichen Vorgaben durch die Landesdirektion. "Ansonsten ist es nämlich nur warmes Wasser, was wir abgeben können", erklärt Mimus.

Mit dem Kulturhotel Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, der Erlebniswelt Krauschwitz und dem Trixi-Park Großschönau stehen Abnehmer für acht bis zehn Kubikmeter Sole am Tag bereit. Das sind 8000 bis 10 000 Liter Thermalwasser. Maximal könne die Anlage 21 Kubikmeter am Tag liefern. Außerdem sei die Aufbereitungsanlage in Bad Muskau so gebaut, dass sie modular erweiterbar sei. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Jetzt gehe es erst einmal darum, dass sich die Anlage wirtschaftlich trägt. Das ist ab elf Kubikmeter am Tag der Fall. Dafür sollen Gespräche mit der Krankenhausholding des Kreises, der Körse-Therme Kirschau und mit möglichen Produktherstellern geführt werden. Schließlich sei das Muskauer Thermalwasser von seiner Zusammensetzung her einzigartig. "Es ist eben fürstlich", so Sven Mimus.

Diesen Schatz mit den weiteren natürlichen Heilmitteln Moor und Eisenvitriolquelle in Zusammenhang zu bringen und daraus Produktideen zu entwickeln, diesem Auftrag widmet sich gerade die Agentur Blendwerck in Klein Priebus. Schließlich gibt es jährlich rund 350 000 Parkbesucher in Bad Muskau und damit potenzielle Kunden.

Die Muskauer Sole wird aus rund 1500 Meter Tiefe gefördert. Dort ist sie rund 42 Grad Celsius warm. Der Landkreis Görlitz ist seit 2003 im Besitz des Berg- und Wasserrechtes. Die ENO bewirtschaftet den Bodenschatz.