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| 18:42 Uhr

Tagebau Nochten
Die Summe macht‘s

 Der Schleifer Thomas Schwarz lässt sich von Dorothea Gailus von der Leag erklären, wie die Fläche des ehemaligen Tagebaus nach der Rekultivierung aussieht.
Der Schleifer Thomas Schwarz lässt sich von Dorothea Gailus von der Leag erklären, wie die Fläche des ehemaligen Tagebaus nach der Rekultivierung aussieht. FOTO: Regina Weiß
Schleife. Die Leag informiert beim Bürgerdialog über ihre Anstrengungen, wie sie Lärm und Staub im Tagebau Nochten minimieren will. Von Regina Weiß

Eigentlich geht es um den Immissionsschutz für den Tagebau Nochten in der Zeit zwischen 2020 und 2024. Doch am Tisch bei Dorothea Gailus von der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) kann man noch weiter in die Zukunft schauen. Dort ist zu sehen, wie die Landschaft an den Dorfrändern von Trebendorf, Schleife, Rohne und Mulkwitz nach der Kohle aussehen wird. „Es ist ein bisschen nach unserer Zeit“, sagt die Fachfrau mit einem Schmunzeln. Das Bisschen ist dabei durchaus relativ zu sehen: Der Plan zeigt den Stand im Jahr 2080. Dann gibt es den Hermannsdorfer See. Der sieht allerdings im Vergleich zum Restsee Tagebau Nochten aus wie eine Pfütze. Kein Wunder – 250  Hektar zu rund 2000 Hektar wird das Größenverhältnis ausfallen. Da wird sogar der Ostsee am Stadtrand von Cottbus wieder degradiert... Rund 3000 Hektar der dann rekultivierten Flächen gehören der Bundeswehr. Weiterhin entstehen vieleForstflächen und ein bisschen Landwirtschaft. Das ist sozusagen Zukunfts-Zukunfts-Musik, was die Nochtener Grube betrifft.

Was Tagebau hier und jetzt, aber auch in Zukunft bedeutet, dass haben die Mädchen und Jungen der 9. Klassen der Schleifer Oberschule vor Eröffnung des Bürgerdialogs erkundet. Dieses Angebot aus der Kooperationsvereinbarung zwischen Unternehmen und Schule sei gut angekommen, findet Schulleiter und Gemeinderat Wolfgang Goldstein. „Wir sind Vertragspartner und das hat etwas mit vertragen zu tun. Deshalb finde ich es ganz wichtig, dass solche Veranstaltungen stattfinden, wo man sich aus erster Hand informieren kann“, so Goldstein weiter.

„Ich hoffe, es kommen viele Meckerer“, sagt Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos). Sie könnten sich hier nämlich umfassend informieren, was alles getan wird, um Lärm und Staub zu minimieren, aber auch ihre Sorgen und Nöte loswerden. „Auch wenn viel unternommen wird. Ich will natürlich nichts beschönigen. Es ist klar, wir werden künftig mit Einschränkungen leben müssen.“

Hintergrund des Ganzen ist: Die Leag plant im Juni, den Antrag zur Fortschreibung des Sonderbetriebsplans Immissionsschutz für den Tagebau Nochten für die Jahre 2020 bis 2024 beim Sächsischen Oberbergamt einzureichen. Der jetzt gültige Plan läuft zum Jahresende aus. Das Unternehmen setzt darauf, Lärm und Staub zu reduzieren. Das beginnt damit, dass akustische Kommandos und Signale zwischen 21 und 6 Uhr im Vorschnitt und Förderbrückenbetrieb durch optische Signalgebung ersetzt werden. Das geht damit weiter, dass für den Bereich Trebendorf eine Beregnungs- sowie eine Hochdruckvernebelungsanlage aufgebaut werden, um dem Staub Einhalt zu gebieten. Viel passiere auch im technischen Bereich. Jens George und Oliver Preuße von der Leag können das ganz genau erklären. 50 Kilometer Band­anlagen müssen sie in den Tagebauen Nochten und Reichwalde im Blick haben. Um den Bandinhalt zu transportieren, müssen im Tagebau Nochten ungefähr 90 000 Rollen ihren Dienst tun und das möglichst geräuscharm. Deshalb werden lärmgeminderte Tragrollen eingekauft und vor dem Einbau getestet, ob sie dem Stand der Technik standhalten. Mindestens zweimal im Jahr werden alle Bandanlagen abgefahren und gemessen. Grüne Messwerte sind gut, gelbe in Beobachtung. Bei Rot fliegt das Bauteil raus und wird durch eine neue Rolle ersetzt. Damit sich die Bänder bewegen können, braucht es Antriebe. Dass diese nicht leise sind, ist jedem klar. Diese werden eingehaust. Das bringe eine Reduzierung von bis zu 15 dB (A).

Letztlich drei Beispiel von vielen. Am Ende mache es die Summe der Maßnahmen, die zur Immissionsminderung beitragen, sind sich die Fachleute sicher.

Am 9. Mai findet der Bürgerdialog von 15 bis 19 Uhr im Haus der Vereine in Trebendorf statt.

 Der Schleifer Thomas Schwarz lässt sich von Dorothea Gailus von der Leag erklären, wie die Fläche des ehemaligen Tagebaus nach der Rekultivierung aussieht.
Der Schleifer Thomas Schwarz lässt sich von Dorothea Gailus von der Leag erklären, wie die Fläche des ehemaligen Tagebaus nach der Rekultivierung aussieht. FOTO: Regina Weiß