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Die Sommerfrische in Sachsen entsteht

Am heutigen Montag beginnt die Badesaison an Sachsens größtem See. Da laden die neuen Strandkörbe geradezu zum Verweilen ein.
Am heutigen Montag beginnt die Badesaison an Sachsens größtem See. Da laden die neuen Strandkörbe geradezu zum Verweilen ein. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Bürgermeister Achim Junker (CDU) strahlt am Sonntagvormittag mit der Sonne um die Wette. "Ich bin froh, solche Investoren in der Kommune zu haben. Regina Weiß

Investoren, die nicht nur Worte, sondern auch Taten sprechen lassen", so der Gemeindechef. Wenige Minuten zuvor hatte der Kringelsdorfer Armin Hoffmann seinen Fahrplan für die Investitionen am Bärwalder See öffentlich bekannt gemacht. Von ein paar Millionen Euro ist am Ende die Rede, die in verschiedene Projekte fließen sollen. Gestemmt werden sie von der Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH und der Erlebnisschifffahrt Oberlausitz GmbH. Dahinter "verbergen" sich vier Familien. Die Schwiegereltern von Armin Hoffmann, er mit seiner Frau Carmen sowie deren Schwestern mit Familien. "Ja ich weiß, wenn es nicht funktioniert, wohne ich immer noch hier", sagt Hoffmann.

Doch bange machen gilt nicht. Am Sonntag wird mit Gemeinderäten und weiteren Gästen auf das gute Gelingen des Gesamtprojektes und auf den Erfolg des ersten Meilensteins angestoßen. Dieser wurde gerade mal in drei Tagen aufgebaut. Die Rede ist von der Kombüse-Strandkost, dem neuen Imbiss gleich neben dem Campingplatz. Dort gibt es nicht nur sommerleichte Speisen und spritzige Getränke, sondern ist auch die Ausleihe von Strandkörben möglich. Diese stehen nur einen Steinwurf weiter am Boxberger Textilstrand. 30 Stück sind geordert worden und warten nun auf Benutzer aus nah und fern. Eine Auszeit vom Alltag: Am Boxberger Strand mit den Füßen im Sand, geben die Investoren als Devise aus. 250 000 Euro sind für alles rund um die Kombüse investiert worden. Rund 500 Meter weiter, gleich neben dem Schiffsanleger, wird das nächste Zeichen gesetzt. Dort entsteht das Seerestaurant (bisher geläufig als Bootshaus) mit 120 Sitzplätzen innen, 50 Terrassenplätzen und einem BBQ-Bereich mit 30 Plätzen. Im Frühjahr 2018 soll es in Betrieb gehen, auch weil es als Versorgungsstelle für Vorhaben Nummer 3 gebraucht wird: das Fahrgastschiff. Das dreht derzeit noch seine Runden auf einem See im Hochsauerlandkreis. In Teile zerlegt, kommt es in die Oberlausitz, wo es offiziell am 24. März 2018 in See stechen soll. Zu diesem Termin ist bereits Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) eingeladen. "Ein Ziel muss man sich ja setzen", formuliert es Achim Junker etwas diplomatisch. Denn für den Kopflander werden noch neue Lande rampen gebraucht. Diese werden in Hoheit der LMBV errichtet. Fakt ist, das Schiff soll Platz für 650 Passagiere haben und in Linie über den See fahren. Auf rund zwei Millionen beläuft sich die Investition fürs Schiff, rund 800 000 Euro für das Seerestaurant. Rund 600 000 Euro sind für die Adventure-Golf-Anlage im Sichtfenster des Landschaftsbauwerkes Ohr geplant. Gleich daneben gibt es eine Fußball-Golf-Anlage für Kinder (2018) und später für die Großen (2019). Besonderer Clou beim Abenteuer-Golf: die Lausitzer Sehenswürdigkeiten werden in Miniature nachgebildet. Da muss man dann den Eisernen Turm von Löbau oder die Rakotzbrücke von Kromlau umspielen. Apropos Lausitz. Diese habe für Urlauber am See viel zu bieten. Tagesreisen bieten den Feriengästen neben der Erholung am See lohnenswerte Ziele, ist sich Armin Hoffmann sicher. Man müsse die Lausitz einfach enger zusammenbringen. Dazu gehöre es, dass jeder über seinen Zaun hinausschauen müsse.

Die Entwicklung am Bärwalder See will Armin Hoffmann mit großen Schritten nach vorn bringen. Sein Ziel für 2022 formuliert er klar: Dann soll der Bärwalder See zur beliebtesten Sommerfrische Sachsen werden. Bis dahin soll dann auch das Vier-Sterne-Hotel neben dem Tourismusinformationszentrum entstanden sein. Eigentlich sollte das Haus mit mindestens 50 Zimmern schon eher in Angriff genommen werden. Doch dort seien noch einige Planungsarbeiten für das Gebäude zu erledigen, erklärt Hoffmann. Zudem müsse sich die Gemeinde gemeinsam mit dem Investor dem Thema Parkplätze stellen.

Noch mehr Übernachtungsgäste würden die Investoren in ihrem Feriendorf am westlichen Rand des Boxberger Ufers begrüßen wollen. Umgebindehäuser sollen es sein. Nicht irgendwelche, sondern die, die vor dem Verfall gerettet werden sollen. "Es ist eine Vision von uns", so Armin Hoffmann.