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| 12:40 Uhr

Muskauer Waldeisenbahn braucht Geld
Die Schwellen sind das größte Problem

 Der Bahnsteig der Waldeisenbahn in Kromlau. Er soll verlängert werden, um den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern.
Der Bahnsteig der Waldeisenbahn in Kromlau. Er soll verlängert werden, um den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die Waldeisenbahn Muskau steckt viel Kraft in die Erhaltung des Streckennetzes. Und auch in den Bahnhof Kromlau. Von Christian Köhler

Seit nunmehr 25 Jahren ist die Waldeisenbahn Muskau (WEM) fester Bestandteil der touristischen Attraktionen in und um Weißwasser und Bad Muskau. „Wir haben mit den Neubaustrecken zum Schweren Berg und Muskauer Badepark unsere geplante Ausdehnung erreicht“, erklärt WEM-Geschäftsführer Heiko Lichnok den Stadträten in Bad Muskau. Nun sei es die größte Herausforderung – neben der Stabilisierung der Fahrgastzahlen –, „die Infrastruktur zu erhalten“.

Dazu haben die Mitarbeiter – seit 2018 sind es zehn Beschäftigte und fünf Saisonkräfte – in den vergangenen Jahren bereits damit begonnen, mehr als 500 Schwellen zu wechseln. „Durch die kleinere Spurweite bei uns sind externe Firmen, die das machen könnten, wirklich sehr teuer“, sagt der Geschäftsführer. Deshalb erledige man einen Großteil selbst, habe bereits eigene Technik entwickelt, um dies zu bewerkstelligen. Allerdings hätten es gut und gerne schon 1500 Schwellen sein können, die hätten ausgetauscht werden müssen. „Wir hoffen, dass wir Eisenbahner im Rahmen des Strukturwandels ebenfalls von finanziellen Hilfen profitieren“, beschreibt Heiko Lichnok. Denn so schön die Strecken der Waldeisenbahn sind, es ist mehr als 25 Jahre her, dass die Hauptlinien in Betrieb gegangen sind. Deshalb steige der Investitionsbedarf, je länger aufgrund mangelnder Kapazitäten zu wenig an der Strecke getan werde. Denn: Es geht nicht nur um Schwellen, sondern auch den Verschnitt von Grünem entlang der Strecke, die Wartung der Bahnübergänge und deren neuer Technik sowie die einzelnen Lokomotiven in Schuss zu halten. „Das alles ist ein enormer Aufwand“, sagt der WEM-Chef, „und eine weitere Konsolidierung ist einfach nicht möglich.“

Dennoch sind der Förderverein sowie die GmbH bemüht, stetig die Qualität und das Angebot zu verbessern. „Wir wollen gern den Bahnhof Kromlau in Schuss bringen“, erklärt Heiko Lichnok. So soll etwa der Bahnsteig verlängert, angehoben und erneuert werden. Auch wenn die beantragte Förderung für den Tiefbau und die Materialkosten für das Vorhaben noch nicht genehmigt sind, habe die WEM bereits grünes Licht von der Bahnaufsicht erhalten. Ab August will die WEM zudem die Toilette am Bahnhof Weißwasser behindertengerecht umbauen. „Auch ein Wickelraum soll dabei entstehen“, berichtet Heiko Lichnok. Das Projekt wiederum habe der Landkreis über das Programm „Lieblingsorte“ genehmigt. Insgesamt erhält die WEM für die Maßnahme in Weißwasser 25 000 Euro. Ende des Jahres soll alles fertig sein.

Rückblickend sei das Jahr 2018 ein erfolgreiches Waldeisenbahnjahr gewesen. An etwa 80 Tagen beförderte die Kleinbahn öffentlich Gäste zwischen Bad Muskau, Weißwasser und Kromlau. An weiteren 80 Tagen werden Sonderfahrten, etwa zum Schweren Berg, durchgeführt. „Wir haben 47 699 Fahrgäste befördert“, rechnet Heiko Lichnok vor. Das sei zwar weniger als 2017, liege aber noch weit über den Fahrgastzahlen in den Vorjahren, in denen die Tonbahnstrecke noch nicht eröffnet gewesen war. An der Tonbahnstrecke liege es auch, dass die WEM eine Zunahme an Sonderfahrten verzeichnet hat.

Und für 2020 bahnt sich darüber hinaus Großes an. „Wir feiern im kommenden Jahr 125 Jahre Waldeisenbahn Muskau“, erklärt der WEM-Geschäftsführer den aufhorchenden Stadträten. Die Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr laufen bereits. So ist etwa vorgesehen, dass mehrere Gastfahrzeuge auf dem Streckennetz unterwegs sind. Auch sind mehrere Veranstaltungen, die über das gesamte Jahr verteilt sind, mit unterschiedlichen Schwerpunkten geplant.

Es ist bereits eine jahrelang gelebte Tradition bei der Waldeisenbahn Muskau, dass am ersten Wochenende im Monat die Züge der nostalgischen Kleinbahn mit historischen Dampflokomotiven bespannt werden. Am 4. und 5. Mai ist es nun endlich wieder so weit. Jeweils ab 9.50 Uhr fahren die „alten Damen“  wieder in die Landschaftsparks nach Kromlau und Bad Muskau.

 Der Bahnsteig der Waldeisenbahn in Kromlau. Er soll verlängert werden, um den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern.
Der Bahnsteig der Waldeisenbahn in Kromlau. Er soll verlängert werden, um den Fahrgästen das Einsteigen zu erleichtern. FOTO: Regina Weiß