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| 16:42 Uhr

Rothenburger Klinik weiht Anbau ein
Die Rückkehr der Poliklinik nach Rothenburg

 Die Einweihungsgäste ließen sich bei einem Rundgang auch den Anmeldebereich zeigen.
Die Einweihungsgäste ließen sich bei einem Rundgang auch den Anmeldebereich zeigen. FOTO: Uwe Menschner
Rothenburg. Die Orthopädische Klinik Martin-Ulbrich-Haus in Rothenburg hat den neuen Anbau eröffnet. 18 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren ins Krankenhaus geflossen. Von Uwe Menschner

„Natürlich darf man Poliklinik sagen.“ Für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) ist es keine Frage, welche Bezeichnung die jetzt neu eingeweihte medizinische Einrichtung in Rothenburg am besten beschreibt. Denn schließlich kennt man eine Poliklinik aus früheren Zeiten als einen Ort, an dem viele (= poly) Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen unter einem Dach arbeiten und gemeinsam die vorhandene Infrastruktur nutzen. So wie es auch die Ärzte am neuen Medizinischen Versorgungszentrum des Martin-Ulbrich-Hauses machen.

Wobei sich die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen hier in Grenzen hält. Handelt es sich doch um eine Fachklinik für Orthopädie. Und so steht auf den Visitenkarten des ärztlichen Leiters Jaroslaw Zalewski und seiner Mitstreiter Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Chirotherapie und Kinderorthopädie sowie einmal auch Psychologische Psychotherapie.

Für die Orthopädische Klinik Martin-Ulbrich-Haus bedeutet die Einweihung der Poliklinik, wenn man bei dieser Bezeichnung bleiben möchte – den Vollzug einer „investiven und strategischen Entscheidung“, wie Geschäftsführer Jörg Ruppert erklärt. 18 Millionen Euro hat das Krankenhaus in den letzten Jahren aus eigener Kraft in seine Rundum-Erneuerung investiert, in deren Rahmen die 1,9 Millionen Euro für die Poliklinik den vorläufigen Abschluss bilden.

Insgesamt bieten der sanierte Altbau und der Neubau knapp 400 Quadratmeter Fläche. Es sind 13 Behandlungsräume, mehrere Nebenräume wie etwa Küche und Aufenthaltsraum für das Personal, ein Wartebereich für die Patienten sowie ein extra Behandlungs- und Wartebereich für Kinder entstanden. „Die neuen Räumlichkeiten und Bedingungen tragen weiter zur Strategie bei, die Versorgungskette im orthopädischen Bereich und auch darüber hinaus zu stärken. Unser Ziel ist es, ambulante, stationäre und rehabilitative Medizin sowie physio-und ergotherapeutische Versorgung zu vernetzen“, so Jörg Ruppert.

Nicht nur in Rothenburg, sondern auch in Niesky und Görlitz bieten die Ulbrich-Ärzte Sprechstunden an. Der Geschäftsführer lobt die sächsische Krankenhauspolitik, die den Bettenabbau gestoppt und somit auch die Rothenburger Klinik gestärkt habe. Als nächste große Aufgabe benennt er den Ausbau der Krankenhaus-IT für die zunehmende Nutzung der mit der Digitalisierung verbundenen Möglichkeiten.

Michael Kretschmer sieht in der Investitionsfreude des Hauses, dessen Trägerschaft erst zum Jahresende 2018 zur Diakoniestiftung in Sachsen wechselte, einen Beweis für die Richtigkeit der Strategie, den ländlichen Raum zu fördern und nicht zu vernachlässigen. „Wir bleiben an der forcierten Ausbildung von Landärzten dran und unterstützen die Bemühungen des Landes Brandenburg, in Cottbus entsprechende Möglichkeiten zu schaffen“, versichert er.

Und Roberto Schimana, Vorstand der Diakoniestiftung in Sachsen, zeigt offen seinen Unmut über Forderungen, deutschlandweit Krankenhauskapazitäten abzubauen. Gleichzeitig sieht er nunmehr „die Mühen der Ebene“ auf sich zukommen, wenn es gilt, ausreichend und gut qualifiziertes Personal für die neu geschaffenen Angebote zu finden.