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| 13:55 Uhr

Parteien
Die Region braucht ein Leitbild

Blick über den Tagebau Reichwalde auf das Kraftwerk Boxberg. Dort arbeiten derzeit 570 Mitarbeiter der Leag.
Blick über den Tagebau Reichwalde auf das Kraftwerk Boxberg. Dort arbeiten derzeit 570 Mitarbeiter der Leag. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Der CDU-Kreisvorstand ist zu Gesprächen über den Strukturwandel in Boxberg unterwegs.

Der CDU-Kreisvorstand Görlitz hat sich in dieser Woche zu Gesprächen über die Zukunft der Energieregion Lausitz im Kraftwerk Boxberg eingefunden. Etwa 570 Mitarbeiter seien heute am Kraftwerksstandort Boxberg beschäftigt, 1350 Leag-Mitarbeiter leben im Landkreis Görlitz und stellen damit nicht nur als Kaufkraft eine wichtige Größe dar, heißt es in der Pressemitteilung. Auch das Auftragsvolumen von etwa 46 Millionen Euro, das die Leag jährlich im Kreis für Beschaffung und Dienstleistungen vergibt, trage in Größenordnungen zur Wertschöpfung bei. CDU-Kreisvorsitzender Octavian Ursu: „Wir haben uns erneut davon überzeugt, auf welchem hohen Niveau die Energieerzeugung am Standort stattfindet und welche gute Arbeit die Menschen hier leisten, damit Unternehmen und Menschen absolut störungsfrei Strom geliefert bekommen.“ Die Kohle sei rein technisch gesehen zukunftsfest für die nächsten 30 oder 40 Jahre. „Die CDU im Kreis und im Freistaat wird sich stark dafür machen, damit die Braunkohleverstromung auch politisch sicher bleibt, bis ein geordneter Strukturwandel in der Region als vollzogen gelten kann“, so Ursu.

Gemeinsam mit Leag-Mitarbeitern wurde auch der Strukturwandel in der Region diskutiert. Dazu Ursu weiter: „Die gesamte Region braucht für eine gute Entwicklung zunächst ein Leitbild, das mit den Akteuren vor Ort, also Unternehmen, den beteiligten Landkreisen und den Bundesländern Sachsen und Brandenburg abgestimmt sein muss. Nur wenn wir eine eigene Idee davon haben, wo es mit der Region hingehen soll, können wir unseren Standort mit seinen Vorzügen international bewerben. Wir haben hier große zusammenhängende Industrieflächen sowie hervorragend ausgebildetes und motiviertes Personal. Das sind zwei gute Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung des Standortes. Wofür wir uns schon heute stark machen müssen, ist eine Verkehrsanbindung in die Region.“

Dazu zählen aus Sicht der CDU der dreispurige Ausbau der A 4 bis zur polnischen Grenze und darüber hinaus, aber auch die Nord-Süd-Verbindung des Landkreises (Verlängerung der B 178n) und eine Elektrifizierung der Eisenbahnstrecken in die Region. Produzierende Industrieunternehmen werde man allerdings nicht damit locken können, dass es vielleicht in 20 Jahren mit der Verkehrsanbindung klappt. „Die Zusagen müssen eher heute als morgen kommen.“

(pm/rw)