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| 19:57 Uhr

Aus dem Gablenzer Gemeinderat
Jetzt ist die Rakotzbrücke in Kromlau dran

 Ab September soll die Rakotzbrücke in Kromlau ein Traggerüst erhalten. Noch steht sie frei.
Ab September soll die Rakotzbrücke in Kromlau ein Traggerüst erhalten. Noch steht sie frei. FOTO: Christian Köhler
Gablenz. Der neue Gablenzer Rat hat erste Bauvergaben getätigt. Allein das Gerüst kostet 438 000 Euro. Von Christian Köhler

In dieser Woche geht es in der Parkgemeinde Gablenz und vor allem für dessen Ortsteil Kromlau Schlag auf Schlag. Nachdem der Grundstein für den Wiederaufbau der Grotte am Rakotzsee gelegt wurde, widmen sich die Fachleute und Bauexperten im Herbst der berühmten Rakotzbrücke. Einstimmig hat der Gablenzer Rat dafür Bauvergaben von insgesamt 506 000 Euro einstimmig getätigt.

Traggerüst soll die Sanierung begleiten

Größter Brocken der Bauvergabe ist die Installation eines Traggerüstes für den Rundbogen für stolze 438 000 Euro. „Wir haben dafür nur einen Anbieter nach der Ausschreibung“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Peter Weszkalnys (CDU). Er ist übrigens in der Sitzung am Donnerstagabend erneut zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden. Als sein Stellvertreter wiederum ist Karin Krahl gewählt.

Weil es nur einen Anbieter gibt – die Firma Hentschke Bau aus Bautzen – haben sich die Kosten erhöht. Deshalb hat der Rat für die Planung und Bauleistung noch einmal rund 30 000 Euro freigeben müssen. „Es geht aber auch darum, dass für das Traggerüst unter der Brücke ein Betonfundament gegossen werden muss“, erklärt Peter Weszkalnys. Das soll einerseits die Brücke vor und während der Sanierung stabilisieren, andererseits aber auch ermöglichen, dass das Gerüst unter die Brücke geschoben werden kann. Denn: Die Rakotzbrücke ist einsturzgefährdet. Deshalb sei es viel zugefährlich, darunter das Gerüst zu bauen.

Verfahren wird vorher getestet

Steht der Unterbau, dann geht die komplizierte Arbeit los: „Der Brückenbogen wird segmenteweise saniert“, erklärt der Gablenzer Vizechef. Um auszuloten, welches Verfahren sich am besten eignet, den Mörtel zwischen den Steinen zu ersetzen, werden bereits im Vorhinein an der Nebenbrücke vier verschiedene Varianten getestet. Das Verfahren kostet rund 38 000 Euro. Die Nebenbrücken der Rakotzbrücke nämlich überspannen kein Wasser, sind deutlich kleiner. Und das gibt den Ingenieuren die Gelegenheit, vier verschiedene Verfahren zu testen, die neue Fugenmasse zwischen die Steine zu bekommen. Insgesamt soll die Brückensanierung im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Geplant sind dafür Gesamtkosten von 2,675 Millionen Euro.

 An der Beibrücke wird das Verfahren für die Sanierung der Rakotzbrücke getestet
An der Beibrücke wird das Verfahren für die Sanierung der Rakotzbrücke getestet FOTO: Christian Köhler

Fundamente für Grotte und Basaltstele

Parallel zur Brückensanierung sollen aber auch die Arbeiten an der Grotte und der Basaltstele, die als „Orgel“ bezeichnet wird, weiterlaufen. An jener Orgel etwa sind bereits zwei Meter tiefe Schächte gegraben worden, die dann mit Bewährung und Beton verfüllt wurden. „Allerdings ist dabei zum Vorschein gekommen, dass die Erbauer die Fundamente nur mit Reisig und Feldsteinen errichtet haben“, erklärt Peter Weszkalnys. Deshalb müssen die geplanten Kosten für die Fundamente um 63 000 Euro erhöht werden. Einstimmig hat der Rat das abgesegnet.

Ähnlich verhält es sich mit der Grotte. Auch hier müssen die Fundamente verstärkt werden. Mit der Tiefengründung ist das Chemnitzer Unternehmen „Himmel und Papesch“ für rund 46 000 Euro beauftragt worden. Zusätzliche Natursteinarbeiten an der Grotte sind zudem an die Steinmetzfirma Schubert in Höhe von 14 200 Euro vergeben worden. Das ist auch das Unternehmen, was die Grotte bis 2020 wiederaufbauen wird.