| 01:14 Uhr

Die Nonne immer schön im Blick behalten

Weißwasser.. Die Nonne gehört zu jenen Schadinsekten, die den hiesigen Wäldern arg zu schaffen machen könnte. Deshalb ist Aufmerksamkeit geboten. Die RUNDSCHAU fragte Sylvia Knothe, Leiterin des Sächsischen Forstamtes Weißwasser, was dagegen unternommen wird.



Wie steht es um die Nonne in den hiesigen Wäldern„
Anfang Mai sind die Raupen geschlüpft, sie kriechen dann in die Krone der Kiefern, fressen dort an den Nadeln oder beißen sie ganz ab. Treten Massen auf, kommt es zum Kahlfraß.

Und haben wir hier diesen Kahlfraß“
Nein. Aber es muss überwacht werden, um dann sofort eingreifen zu können. Anfang Juli verpuppt sich die Nonne, es fliegen die ersten Falter. Sie bevorzugen 40- bis 80-jährige Bestände. Die Weibchen legen dort die Eier ab. Jetzt ist es also wichtig, dass auch die privaten Waldeigentümer verstärkt gucken, ob Falter bemerkt werden, um die nächsten Schritte einzuleiten.
Wie erkennt man die Gefahr„
In einer Woche setzt der Schwarmflug ein. Entweder sieht man diese weiße Wolke oder die an Stämmen sitzenden Falter. Dann sollte der Waldeigentümer Kontakt mit dem Revierförster aufnehmen und ihm das mitteilen.

Wie wird Vorsorge getroffen“
Die Bestände werden mit Lockstoff-Fallen überwacht. Damit werden die Männchen angelockt. Je nach Anzahl der Tiere in den Fallen lässt sich prognostizieren, wie viel Nonnen unterwegs sind. Außerdem werden so genannte Zählstammgruppen angelegt. Hier kontrollieren die Revierförster alle drei Tage, wie viel sich abgesetzt haben. Davon leiten sie dann ab, ob es kritisch werden kann.

Wurden zur Bekämpfung auch chemische Mittel eingesetzt?
Nein, wir haben keine versprüht. Wer also im Wald Beeren oder Pilze sammeln möchte, braucht keine Angst zu haben.

Mit SYLVIA KNOTHE
sprach Gabi Nitsche