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| 19:52 Uhr

Casus-Zentrum in Görlitz
Die neuen Zukunftsforscher von der Neiße

 Octavian Ursu (CDU, l-r), Oberbürgermeister von Görlitz, Eva-Maria Stange (SPD), Sachsens Wissenschaftsministerin, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, Anja Karliczek (CDU), Bundesforschungsministerin, und Rafal Gronicz, polnischer Bürgermeister von Zgorzelec (Polen), halten einen symbolischen Schlüssel vor dem ersten Haus des neuen Forschungszentrums CASUS (Center for Advanced Systems Understanding) in den Händen.
Octavian Ursu (CDU, l-r), Oberbürgermeister von Görlitz, Eva-Maria Stange (SPD), Sachsens Wissenschaftsministerin, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, Anja Karliczek (CDU), Bundesforschungsministerin, und Rafal Gronicz, polnischer Bürgermeister von Zgorzelec (Polen), halten einen symbolischen Schlüssel vor dem ersten Haus des neuen Forschungszentrums CASUS (Center for Advanced Systems Understanding) in den Händen. FOTO: dpa / Oliver Killig
Görlitz . Im neuen Casus-Zentrum in Görlitz wollen Wissenschaftler mit Hilfe von Superrechnern Lösungen für die Zukunft entwickeln. Wie soll das gehen?

Die Folgen des Klimawandels, der Aufbau des Sternensystems oder der Verkehr in einer Metropole – diese Themen haben eines gemeinsam: Es handelt sich um komplexe Systeme aus vielen unbekannten Größen und einem vielfältigen Ursache-Wirkung-Geflecht. Mit Hilfe neuartiger digitaler Methoden, Riesenrechnern und Künstlicher Intelligenz wollen Wissenschaftler des neugegründeten Casus-Instituts in Görlitz für diese Phänomene Zukunftslösungen entwickeln.

Chancen der Digitalisierung

Zum Start des Casus-Zentrums für datenintensive Systemforschung am Dienstag kam auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Casus wird zeigen, welche Chancen in der Digitalisierung für unsere Gesellschaft liegen“, sagte sie. „Es ist ein fach- und grenzüberschreitendes Leuchtturmprojekt, das in der deutschen Forschungslandschaft gebraucht wird. Dieses Wissenschaftszentrum des 21. Jahrhunderts ist eine Chance für Görlitz, die Lausitz und Europa.“

Wissenschaftliche Grenzgänger aus aller Welt kommen nach Görlitz

Casus steht für Center for Advanced Systems Understanding. In dem deutsch-polnischen Forschungszentrum werden Mathematiker, Computer- und Datenwissenschaftler und „wissenschaftliche Grenzgänger“ aus aller Welt interdisziplinär zusammenarbeiten. Bereits Ende des Jahres sollen die ersten 15 Experten ihre Arbeit für das Projekt in der Görlitzer Altstadt aufnehmen. Perspektivisch ist für das Institut ein Neubau geplant.

Die Idee eines solchen Instituts an der Neiße entstand vor gut zwei Jahren im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Partner fand es für das Projekt im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig, dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden, der TU Dresden sowie auf polnischer Seite mit der Universität Breslau. „Wir wollen, dass das heutige Spezialwissen der Wissenschaftler morgen für alle nutzbar ist, zum Beispiel durch neue Codes, die nicht nur auf Großrechner arbeiten, und innovative Software-Methoden„, sagte HZDR-Direktor Roland Sauerbrey.

Aufbau des Casus-Zentrums kostet elf Millionen Euro

Der Aufbau des Casus-Zentrums wird mit rund elf Millionen Euro aus Bund- und Land gefördert. Für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist das Forschungszentrum ein konkreter Schritt für den Strukturwandel in der Lausitz. Wie auch der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) unterstrich Kretschmer, dass Casus kluge Köpfe für die Region anziehen werde und sich Görlitz als Forschungsstandort weiter etablieren könne. Ursu nannte das Forschungszentrum einen „Meilenstein für die Entwicklung von Görlitz als Stadt der Forschung und der neuen Technologien“.

Grünes Licht für Wasserstoff-Forschungszentrum in Görlitz

Unterdessen gab es am Dienstag auch grünes Licht für ein geplantes Wasserstoff-Forschungszentrum in Görlitz. Die Mittel für das Fraunhofer Hydrogen Laboratory Görlitz (HLG) wurden nach Angaben der Staatskanzlei in Dresden freigegeben. Die Fraunhofer-Gesellschaft und Siemens wollen das Erzeugen, Speichern und die Nutzung von Wasserstoff untersuchen. Damit soll Görlitz zu einem Kompetenzzentrum für Wasserstoff werden.

(dpa)