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| 02:54 Uhr

Die Mulkwitzer mögen's familiär beim Zampern

Die Mulkwitzer lieben es, sich zum Familienzampern zu verkleiden. Und dann setzt gern das große Rätseln ein, wer hinter welcher Maske steckt.
Die Mulkwitzer lieben es, sich zum Familienzampern zu verkleiden. Und dann setzt gern das große Rätseln ein, wer hinter welcher Maske steckt. FOTO: Gabi Nitsche
Mulkwitz. Bunt, fröhlich und so gut drauf wie Klärchen – das sind Jung und Alt von Mulkwitz an diesem Sonnabendmorgen. Das 25. Familienzampern ist angesagt. ni

Im Feuerwehrgerätehaus haben vor allem die Frauen das Sagen - zum Beispiel die fleißigen Küchenfrauen Anja, Anita, Monika, Liane und Gerdi. Sie sorgen seit früh um 7 Uhr für lecker belegte Schnitten und Brötchen. Hackepeter, Leberwurst, Quirlfett - eben alles, was Mann und Frau in der Gegend gern isst - kommen drauf. "Wo immer wir auch am Hoftor klingeln, kann zugegriffen werden. Es ist ein kleines Dankeschön für die Spenden", erzählt Gerdi Nowak. Sie ist auch diejenige, die den Tag über für Nachschub sorgt. "Aber auf dem Zamperwagen wird auch fleißig geschmiert", meint sie.

Die Männer vom Lausitzer Blasmusikverein Welzow gönnen sich noch einen heißen Kaffee, bevor sie für Stimmung sorgen. "Wie oft wir schon in Mulkwitz dabei sind? Eigentlich ununterbrochen. Wenn Sie zwei Jahrzehnte schreiben, wird's schon hinkommen", so einer der Musikanten.

Birgitt Marusch hat für die Jugend, die am Ortseingang das Zollhäuschen McMulkwitz betreut, einen Verpflegungskorb gepackt.

Auf dem Hof nimmt das Stimmengewirr langsam zu. Aus allen Ecken vom Dorf trudeln die Mulkwitzer mit Kind und Kegel sowie bunt kostümiert ein. "Ein Thema gibt es bei uns nicht. Da lassen sich die Familien immer alleine schöne Sachen einfallen", berichtet Birgitt Marusch. Das Zampern sei nun schon über Generationen bei vielen Familien eine echte Tradition. Inzwischen sind bei vielen bereits die Kinder mit ihren Kindern dabei. Auf Anhieb fallen ihr Fabian, Slabina, Wolf, Wauro, Kittan, Krautz, Kollewa, Wierick und eben Marusch ein. "70 Teilnehmer, das war mal die höchste Zahl. Jetzt sind wir meist so um die 45", berichtet Sieglinde Wauro. Sie findet es klasse, dass zu solchen Ereignissen auch immer die Jugend dabei ist. Noch schnell ein Erinnerungsfoto mit allen und dem Traktor, dann geht's von Haus zu Haus. "Es wird musiziert, gesungen und getanzt mit den Leuten", erzählt die Mulkwitzerin. Üblich ist es auch, dass die komplette Zamper-Truppe unterwegs ist, sich nicht in Gruppen aufteilt. Die einzige Ausnahme ist das McMulkwitz an der Ortsdurchfahrt, wo die Autofahrer nett um einen Obolus gebeten werden. Gezampert wird maximal bis 16 Uhr. Neben Geld in die Zamperbüchsen gibt es erfahrungsgemäß auch Eier en gros. "Die werden dann heute Abend nach getaner Arbeit gegessen", so Sieglinde Wauro. Dass das Wetter heute so toll mitspielt, sei absolute Klasse. Kein Regen, kein Schnee. Ingo Herschmann, dessen Frau und Tochter stecken in einem tierischen Kostüm und müssen sich von einigen Mitstreitern augenzwinkernd fragen lassen, ob das bei angesagten 14 Grad nicht zu warm wird.