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| 21:46 Uhr

Strukturwandel
Die Lausitz ist in dieser Zeit inaller Munde

Bei der Diskussion der Jungen Union: Florian Oest, Vorsitzender der Jungen Union, Minister Thomas Schmidt und Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf (v.l.n.r.).
Bei der Diskussion der Jungen Union: Florian Oest, Vorsitzender der Jungen Union, Minister Thomas Schmidt und Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf (v.l.n.r.). FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Die Junge Union lädt in Weißwasser ein, über den Strukturwandel in der Region zu reden. Von Regina Weiß

Strukturwandel betrifft die ganze Lausitz. Rund 30 Interessierte wollten am Montagabend darüber in der Hafenstube des Soziokulturellen Zentrums Weißwasser diskutieren. Eingeladen hatte die Junge Union im Rahmen ihres Veranstaltungsformats „Pizza und Politik“. Als Gast des Abends konnte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) einiges an Anregungen mit in die Landeshauptstadt nehmen.

„Ich tue mich schwer, eine Jahreszahl zu nennen“, meinte er zum viel diskutierten Thema Kohleausstieg. Für ihn werde das die Wissenschaft entscheiden. Diese müsste die Lösungen für Stromtrassen und Speichermedien bringen. Viel wichtiger sei es aus Schmidts Sicht, die Zeit zu nutzen, um klar und deutlich zu reden, was anstatt der Energieindustrie machbar sei. „Wir müssen das Ganze als Chance begreifen. So oft wie derzeit über die Region diskutiert wird, das hat es noch nicht gegeben“, unterstreicht Schmidt. Und er hat eine Bitte: Die Region müsse sich positiv verkaufen. Erst an diesem Tag habe er bei einer Rundreise durch verschiedene Leader-Fördergebiete erlebt, welche tollen Projekte umgesetzt werden können, die zu einem aktiven Leben in der Gemeinschaft beitragen.

Matthias Jainsch, Ortsvorsteher von Rohne, hat da so seine Zweifel. „Vielleicht sind wir auch einfach nur zu blöde“, wird der Rohner recht deutlich. Es gibt Interessenten die in alten Häusern Wohnraum schaffen wollen und es gibt keine Fördermittel. „Da funktioniert doch was nicht“, findet er. Da kann auch Thomas Schmidt nur den Kopf schütteln. Hilfe wird im Gespräch versprochen.

Zwei weitere Hausaufgaben hält Frank Schwarzkopf, Vorsitzender vom Stadtverein, bereit. Zum einen geht es um die Feuerwehrabgabe, die zu diskutieren zwar im Koalitionsvertrag stehe, aber wo noch nichts passiert sei. Zum anderen ist die Finanzierung der Betreuungsvereine auf ordentliche Füße zu stellen. Auch wenn Weißwasser 1989 mit einem Durchschnittsalter von 31,5, Jahren die jüngste Stadt war, ist sie um 60 Prozent gealtert und die Aufgaben, die gerade mit älteren Menschen zu tun haben, werden immer mehr. Hinzu kommt die Haushaltssituation, vor der Weißwasser steht. „Ich habe einfach Angst, dass hier die Stimmung kippt“, so Klartext-Stadtrat Timo Schutza.

Annett Jagiela, Sprecherin des Kreisvorstandes der Grünen, die überlegt, von Berlin zurück in die Lausitz zu kommen, sieht Nachholbedarf bei so vielen Dingen. ÖPNV und das Internet bezeichnet sich „nicht richtig sexy“. Ihr fehlt auch das große Bild, wie Ostsachsen in zehn Jahren aussehen soll, merkt sie an.

Dabei müsse nicht alles mit Geld geregelt werden, sondern auch Netzwerke sind wichtig, findet Tom Lehnert aus Bad Muskau. Junge Menschen, die sich mit einer Firma niederlassen wollen, brauchen jemand, der sie an der Hand nimmt und mit „ihnen die bürokratische Autobahn abarbeitet“. Auch Standorte für Bürogemeinschaften könnten helfen, neue Arbeit entstehen zu lassen.