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| 18:15 Uhr

Vereinsleben
Die Krauschwitzer haben’s mit den Alpen

Nach der erfolgreichen Gründung der Ortsgruppe geht es sogleich zu den naheliegenden Kletterfelsen für ein Gruppenfoto. Zum Leiter wurde Ingo Nescholta gewählt (2.v.r. in der ersten Reihe), daneben Kassenwart Monika Kaiser und der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch. Er übt die Funktion des Stellvertretenden Ortsgruppenleiters aus. Ganz rechts im Bild Bernd Stieler, der Vorsitzende der Sektion Zittau des Deutschen Alpenvereins.
Nach der erfolgreichen Gründung der Ortsgruppe geht es sogleich zu den naheliegenden Kletterfelsen für ein Gruppenfoto. Zum Leiter wurde Ingo Nescholta gewählt (2.v.r. in der ersten Reihe), daneben Kassenwart Monika Kaiser und der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch. Er übt die Funktion des Stellvertretenden Ortsgruppenleiters aus. Ganz rechts im Bild Bernd Stieler, der Vorsitzende der Sektion Zittau des Deutschen Alpenvereins. FOTO: Ingolf Tschätsch
Krauschwitz. In der Gemeinde gründet sich eine Ortsgruppe der Kletterfreunde. Die Felsen im ehemaligen Helmut-Just-Stadion sollen künftig erklommen werden. Weitere Mitstreiter, besonders Kinder und Jugendliche, werden gesucht. Von Ingolf Tschätsch

Beim Lesen der folgenden Nachricht könnte man von einer Falschmeldung ausgehen oder Fake News, wie es jetzt im Neudeutschen heißt: Am Montag hat sich in Krauschwitz eine Kletter-Ortsgruppe des Deutschen Alpenvereins gegründet. Krauschwitz und die Alpen, wie geht das zusammen? Wo sind dort die Berge, die die sogenannten Flachlandtiroler erklettert wollen? Und tatsächlich, es gibt sie! Wer seine Schritte in das ehemalige Helmut-Just-Stadion lenkt, steht plötzlich vor zwei blau leuchtenden Kletterfelsen aus Beton mit 14 und 18 Metern Höhe. Daneben ein weiterer künstlicher Felsen für die Kinder, deswegen nur drei Meter hoch. Diese kleine Krauschwitzer „Bergwelt“ war letztendlich die Initialzündung, besagte Ortsgruppe ins Leben zu rufen.

Und da sitzen sie nun am späten Montagnachmittag in der Krauschwitzer Erlebniswelt - zehn Enthusiasten, alle vom Klettervirus befallen, die dieses Wagnis angehen wollen. Mittenmang Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler), der Hauptinitiator des Ganzen. Als das Aus für das Helmut-Just-Stadion kam und es drohte, zu einem Schandfleck für die Gemeinde zu verkommen, suchte er gemeinsam mit anderen nach einer rettenden Lösung. Sie wurde in Form des Interreg-Förderprogramms von Polen und Sachsen gefunden und nennt sich „Abenteuer Neiße“. Das Projekt, das sich jetzt in der vierten Etappe befindet, hat die Bewirtschaftung der deutsch-polnischen Grenzregion zum Inhalt.

Mönch spricht von rund 460 000 Euro, mit denen das einstige Sportareal zu neuem Leben erweckt werden soll. Und betont sogleich, das infolge der großartigen Projektförderung der Krauschwitzer Haushalt dadurch nicht belastet werde. Von einem Rodelberg ist die Rede, einem Bergbaustollen, Rutsche, Trampolin, einer Slackline - einer Trendsportart, ähnlich dem Seiltanzen - Grillplatz und vielem mehr, dass auf dem Gelände geplant ist.

Doch jetzt geht es erst einmal um die Kletterfelsen und das Klettern, dass dort über die Ortsgrupppe angeboten werden soll. Der einzige Auswärtige am Tisch ist Bernd Stiehler. Er kommt aus Zittau, wo er der Vorsitzende der Sektion des Deutschen Alpenvereins mit über 1100 Mitgliedern ist. Mönch und Co. haben vor geraumer Zeit zu den Zittauer Sportfreunden Kontakt aufgenommen, denn ohne fachliche Hilfe sei das Krauschwitzer Vorhaben nicht zu stemmen, wie es heißt. Stiehler fungiert sozusagen als Geburtshelfer, der die neue Ortsgruppe in der Gründungsphase organisatorisch unterstützt. „Vor allem Kinder und Jugendliche wollen wir hier an das Klettern heranführen, sie vom Computer weglocken zur sportlichen Betätigung in der Natur“, umreißt der Gast sogleich das Hauptanliegen der kleinen verschworenen Truppe. So wird es eine Ausbildung geben – einige am Tisch sind selbst Trainer oder auf dem Weg dahin. Wer hoch hinaus will, muss halt üben. Die entsprechende Ausrüstung kann ausgeliehen werden. Eintrittsgeld soll nicht erhoben, lediglich um einen Obolus gebeten werden.

Die Runde am Tisch hat noch eine ganze Reihe von Fragen zu klären. Das eine oder andere wird auch in den nächsten Wochen und Monaten eine Rolle spielen. Schließlich beschreiten die Krauschwitzer Kletterfreunde Neuland. Einig sind sie sich darin, dass unbedingt ein Flyer entworfen werden muss, um die Bevölkerung zu informieren. Die Felsen selbst benötigen noch eine entsprechende Umzäunung. Dort sollen auch Verhaltensregeln für diejenigen angebracht werden, die die sportliche Herausforderung suchen.

Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Am Ende kommt es zur erfolgreichen Konstituierung der Ortsgruppe Krauschwitz, Sektion Zittau, des Deutschen Alpenvereins (DAV) mit vorerst 24 Mitstreitern. Zum Leiter wird Ingo Nescholta aus Klein Düben gewählt. Er hat sich sehr mit seiner Frau dafür engagiert, dass Krauschwitz diesen Kletterstandort bekommt. Sein Stellvertreter wird Bürgermeister Rüdiger Mönch, Kassenwart die Weißwasseranerin Monika Kaiser.

Wer in der neuen Ortsgruppe der Kletterer mitmachen oder sich über sie informieren möchte, sollte sich an folgende Adressen wenden:

E-Mail:
og-krauschwitz@dav-zittau.de oder an Ingo Nescholta in Klein Düben, Mobiltelefon 0170 4408200.
Zu erreichen ist er auch auf seiner Arbeitsstätte, dem Büro 100 in Gablenz.