Turtles, Schneemänner, „alte“ Weiber und diverse andere kostümierte Figuren zogen von Haus zu Haus und hielten den Bewohnern erwartungsvoll die Zamperbüchsen entgegen.
Etwas später folgten Eierfrau und -mann. Wobei der zeitliche Abstand zwischen den beiden und der Gruppe im Laufe des Tages immer größer wurde. Schließlich kann man ja auch nicht nur Geld und Eier nehmen, Danke sagen und wieder abhauen. Da wurde schon das eine oder andere Schwätzchen am Gartenzaun - manchmal auch in der guten Stube - eingelegt.
Andere Halbendorfer hatten Zollstationen an den Zufahrtsstraßen zum Ort eingerichtet und begrüßten fröhlich die Autofahrer, wenn auch nicht jeder in gleicher Art zurückgrüßte. Vor allem nicht, wenn er aus Weißwasser kam, wo ebenfalls gezampert wurde.
Als Dankeschön für die Entrichtung eines Wegezolls gab es für die Fahrer was Süßes zum Lutschen und für Beifahrer, wenn diese es wollten, ein Schnäpschen. Auf dem Passierschein war der Dank der Halbendorfer noch mal schwarz auf weiß zu lesen, verbunden mit dem Hinweis, dass das Geld für Veranstaltungen für jedermann genutzt wird. So ist der Eintritt zum Beispiel frei bei der öffentlichen Faschingsgeneralprobe am 21. Januar, beim Ostereiermarkt am 20. März, beim Maibaumstellen mit Hexenbrennen am Badesee am 30. April, beim Fußballturnier am 1. Mai auf dem Sportplatz und beim Maibaumwerfen mit großem Kinderfest am 4. Juni.
Das bunte Zampervolk war bis zum Abend auf Achse. Zwischendurch ließ man sich gern von einigen Halbendorfern mit leckeren Sachen gegen den knurrenden Magen verwöhnen. Zurück in der alten Schule gab es dann guten Grund, auf den erfolgreichen Zampertag anzustoßen. Die belegten Brote oder eine große Portion Rühreier, die die Frauen aus dem Heimatverein schier pausenlos zubereiteten, ließen sich die Jungs noch so gern schmecken.