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| 14:16 Uhr

Fußballfieber
Die fußballverrückten Waldwichtel fiebern der WM entgegen

Das ist das Team der Awo-Kita Waldwichtel in Weißwasser, das in der Fußball-Welpenliga erfolgreich ist und sich auf das Turnier um den Pokal des OB am 22. Juni freut, an dem 24 Kitas aus der Lausitz und Polen teilnehmen: Vordere Reihe: Jason, Pia, Oskar, Kenan, Nele und Benjamin. Hinten: Marlon, Ronny, Carlie und Mio (v.l.n.r.) und die Erzieherinnen Beate Husgen (l.) und Claudia Marusch.
Das ist das Team der Awo-Kita Waldwichtel in Weißwasser, das in der Fußball-Welpenliga erfolgreich ist und sich auf das Turnier um den Pokal des OB am 22. Juni freut, an dem 24 Kitas aus der Lausitz und Polen teilnehmen: Vordere Reihe: Jason, Pia, Oskar, Kenan, Nele und Benjamin. Hinten: Marlon, Ronny, Carlie und Mio (v.l.n.r.) und die Erzieherinnen Beate Husgen (l.) und Claudia Marusch. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Die Weißwasseraner Mini-Kicker freuen sich auf das große Kita-Welpenturnier. Von Gabi Nitsche

Ist Fußball toll? „Jaaaaaaaaaa!“ rufen die Kinder wie aus einem Mund. Ein Kita-Tag ohne das runde Leder ist für viele in der Awo-Kita Waldwichtel in Weißwasser ein Unding. Oskar grinst und sagt „Ich bin Stürmer.“ „Und ich Torwart“, meldet sich Kenan und strahlt übers ganze Gesicht. Mit Jason, Marlon, Ronny, Benjamin, Charlie, Mio und den Mädels Nele und Pia sind die zehn Mini-Kicker aus der Bienen-, Wald- und Eichhörnchengruppe  das Waldwichtel-Team. Die Knirpse gehen auf Torejagd in der Welpenliga, haben die Saison mit einem fantastischen Gruppensieg beendet. Und nun fiebern sie dem großen Kita-Welpenturnier der Lausitz am 22. Juni entgegen, wenn es um den Pokal des Oberbürgermeisters geht.  Nicht nur in Moskau bei der WM geht es also um Tore. „Wir drücken unserer Nationalmannschaft natürlich ganz fest die Daumen. Die Kinder sind schon ganz hippelig und können den Donnerstag gar nicht erwarten“ erzählt Kita-Erzieherin Claudia Marusch. Sie hat schon aus der Zeitung den WM-Spielplan mitgebracht, wo dann jeden Tag die Ergebnisse eingetragen werden. Ja, in dieser fußballverrückten Kita dreht sich eben vieles um die schönste Nebensache der Welt.

Mit Beate Husgen – selbst eine leidenschaftliche und vor allem erfolgreiche Fußballerin bei Lok Schleife, die mit ihrer Mannschaft gerade erst das Triple gewonnen hat und mega stolz darauf ist – trainiert  Claudia Marusch die Knirpse. Die Kita ist von Anfang an, also 2013, bei der Welpenliga dabei. Die Erzieherinnen können gar nicht genug lobende Worte über diese Idee von Frank Konietzky vom VfB Weißwasser verlieren. Es sind Vorschulkinder und die begabtesten von den Jüngeren, die die Mannschaft bilden. „Und die beiden Mädchen stehen den Jungs in keinster Weise nach“, so Claudia Marusch.

Kaum sind die Kinder draußen, wird der Ball geholt, und dann geht’s los. Es ist echt wie ein Virus, der ansteckend ist. Im Garten finden die Fußballbegeisterten dafür auch geniale Voraussetzungen – ein Feld mit zwei Toren, und das unter Schatten spendenden Bäumen.

Wie läuft denn so eine Trainingseinheit in der Kita ab? Training sei zu viel gesagt, räumen die Erzieherinnen ein. Die Kinder bekommen Aufgaben. Claudia Marusch und Beate Husgen sprechen voller Anerkennung und Stolz, wie selbstständig die Kleinen die Aufgaben lösen. „Man glaubt es kaum, aber die organisieren sich inzwischen selbst. Da wird ausgesucht, wer in welcher Mannschaft mitspielt und wer Auswechselspieler ist, damit möglichst viele Kinder dabei sein können. Einige ziehen sich andersfarbige T-Shirts drüber – wie beim Training der Großen eben – und der Torwart wird ausgewählt. “ Die positive Sache ist, so Beate Husgen, dass die Kinder über den Sport gelernt haben, kleine Konflikte zu klären. „Sie achten selbst darauf, dass Regeln eingehalten werden.“ Die ganze Fußball-Geschichte habe sehr viel Gutes gebracht für das soziale Verhalten in der Gruppe. Da ist zum Beispiel Ronny. „Er war anfangs ein sehr ruhiger Junge. Jetzt ist das anders, er ist aufgeweckt, spielt mit den anderen. Das ist schön“, sagt Claudia Marusch und streicht den Jungen über den Kopf. Von dessen Mutter gibt es ein bejahendes Kopfnicken. Oder Jason. Der Sechsjährige und Eishockey, das passte wohl nicht, weiß Beate Husgen. „Seit Herbst spielt er beim VfB Fußball und macht sich echt gut, erzählt begeistert, wie die Spiele waren. Heute hat er mir ganz stolz sein neues Trikot gezeigt.“

Beide Frauen sprechen von der Wertschätzung, die die Kinder durch Sport erfahren und wie wichtig das für deren Entwicklung ist.  Sich bewegen, auspowern, sich etwas zuzutrauen und auszuprobieren. Das alles macht Kinder stark. „Seit Januar haben wir freitags Zeiten für unsere Kita-Kinder in der Turnhalle an der Lutherstraße. Darüber sind wir sehr froh, nutzen die gern, auch wenn es aufwendig ist, denn wir müssen ja mit dem Bus dorthin fahren. Aber wir können alles nutzen, was die Turnhalle bietet.“

matroschka 4c
matroschka 4c FOTO: fotolia / mspoint