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Die Fußballerinnen sind das sportliche Aushängeschild des FSV

Frank Hoffmann (l.) und FSV-Urgestein Holger Kuboth mit einem originellen Geschenk von Blau-Weiß Kromlau zum Vereinsjubiläum.
Frank Hoffmann (l.) und FSV-Urgestein Holger Kuboth mit einem originellen Geschenk von Blau-Weiß Kromlau zum Vereinsjubiläum. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Gablenz. Vorsitzender Frank Hoffmann und seine Leute vom Vorstand haben am Sonnabendabend viele Hände geschüttelt. Die Fußballer von Blau-Weiß Kromlau kamen zum Gratulieren, Heimatverein und Feuerwehr Gablenz, das Thekenteam Schleife, Metallschleiferei Nikoleizig aus Bad Muskau, die Gemeinde natürlich mit einer Abordnung mit Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) an der Spitze und viele mehr. Ingolf Tschätsch/igt1

Und jeder hatte ein Geschenk mitgebracht. Der FSV 96, der Freie Sportverein Gablenz, feierte sein 20-jähriges Bestehen.

Dazu hatte der Jubilar zu einem gemütlichen Beisammensein in sein schmuckes Vereinshaus eingeladen. Es ist ganz vorn auf der Bilanzliste des in den zwei Jahrzehnten Geschaffenen zu finden. Die Sportfreunde hatten es in den Jahren 2003 bis 2006 in vielen Stunden fleißiger Arbeit errichtet. Ohne die mehr als 100 000 Euro Fördermittel wäre das Vorhaben finanziell nicht zu bewältigen gewesen, ist man sich sicher. Auf der Habenseite der rund 40 Mitglieder stehen ferner Kleinsportanlage, Bolzplatz und Volleyballspielfeld. Zwei Plätze sind mit Rollrasen versehen.

Jüngste Errungenschaft des FSV sind die beiden neuen Fußballtore für die Jugend. Sie konnten dank Sponsorenhilfe angeschafft werden.

Dabei ist der FSV kein Fußballverein, sondern wie der der Name schon sagt, eine freie Gemeinschaft von Sportlern. "Bei uns wird auch Volleyball, Dart und Billard gespielt", erklärt Frank Hoffmann. Aber der Fußball, und hier vornehmlich der Damenfußball, hat die Gablenzer sportlich über die Grenzen der Gemeinde bekannt gemacht. Hoffmann verweist in diesem Zusammenhang auf den mehrfachen Gewinn des Meistertitels durch die Frauen in der Kreisklasse. Die Männer dagegen sind eine reine Hobby-Mannschaft geblieben, was nicht abwertend gemeint ist. Ihre jährliche Straßenfußballmeisterschaft in der Gemeinde ist schon legendär.

Für den Vereinsvorsitzenden war die Situation am Sonnabend noch etwas ungewohnt. Ist er doch erst seit Februar Chef der Truppe, nachdem sich große personelle Veränderungen an der Spitze des Vorstandes vollzogen hatten. Frank Hoffmann musste sozusagen ins kalte Wasser springen. Aber er ließ es nur zu gern geschehen, wie er bekennt, "damit es beim FSV weiter vorwärts geht." "Wir haben im Dorf eine Menge bewegt. Außerdem besteht ein gutes Verhältnis zu den anderen Vereinen. Sie helfen uns und wir helfen ihnen. Das bringt uns am Ende alle voran", so sein Credo.

Was wäre eine solche verschworene Gemeinschaft ohne die Aktivisten der ersten Stunde, die Gründungsväter des FSV? Einer von ihnen saß am Sonnabend mit am Tisch: Holger Kuboth. Er war der erste Vereinsvorsitzende gewesen und bekleidete diese Funktion bis Mai 2011. Holger erinnerte sich: "Von Horst Paulik ging eigentlich die Initiative zur Gründung aus. Er war es, der dazu den Anstoß gegeben hatte, nachdem sich regelmäßig Sportler einfach so in Gablenz zum Fußballspielen getroffen haben. Am 4. April 1996 saßen wir dann zu neunt in der Gaststätte Max zusammen. Die Geburtsstunde des FSV." Neben Holger Kuboth und Horst Paulik waren das Herbert Nikoleizig, Wolfgang Böhme, von allen nur "Bimmel" genannt, Maik Mucha, Bernd Navrodt, Andreas Nächilla, Lars Büttner und Mario Wolf.

Vor allem an "Bimmel" Wolfgang Böhme denken viele zurück. Sein Name fiel an diesem Abend oft. Für den leider viel zu früh Verstorbenen war der Sport ein und alles. Ohne solche Menschen wie ihn gäbe es wohl heute den FSV 96 Gablenz nicht.