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| 15:50 Uhr

Rietschen
Die Familie rückt jetzt in den Mittelpunkt

Lothar Bienst (r.) ist ein Abgeordneter, der auch anpackt. Hier pflanzte er im Jahr 2017 aus Anlass des Tages des Baumes ein Gehölz auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.
Lothar Bienst (r.) ist ein Abgeordneter, der auch anpackt. Hier pflanzte er im Jahr 2017 aus Anlass des Tages des Baumes ein Gehölz auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. FOTO: Gabi Nitsche
Teicha. Landtagsabgeordneter Lothar Bienst nimmt im nächsten Jahr Abschied vom Berufsleben. Von Torsten Richter-Zippack

Lothar Bienst (CDU) aus Teicha ist seit dem Jahr 2009 Mitglied des sächsischen Landtages. Zur nächsten Wahl will der 61-Jährige nicht mehr antreten. „Ich bin überzeugt, dass meine Frau, wir sind seit fast 40 Jahren glücklich verheiratet, das Recht auf einen gemeinsamen Lebensabend hat. Sie steht immer auf meiner Seite und hält mir den Rücken frei. Nicht zuletzt war sie es, die sehr oft allein Haus, Hof und Garten managen musste“, begründet der Abgeordnete. „Das wichtigste in meinem Leben sind meine Frau und meine Familie. Mit ihnen werde ich künftig die meiste Zeit verbringen“, stellt Lothar ­Bienst klar. Darüber hinaus wolle er sich diversen Hobbys, beispielsweise dem Kirchen- und Posaunenchor, den Schlesischen Schwälbchen, der Informatik sowie Arbeiten auf dem eigenen Grundstück, widmen.

„Ich denke schon, dass ich mich gänzlich aus dem Berufsleben zurückziehen werde“, sagt Bienst, „aber man sollte niemals nie sagen. Vielleicht kann ich temporär helfen oder Lücken schließen.“ Dennoch will der 61-Jährige auch künftig politisch aktiv bleiben, schließlich habe er seiner Partei viel zu verdanken. „Da möchte ich in der Zukunft viel zurückgeben“, kündigt Bienst an. Wo er sich eine konkrete weitere Mitarbeit vorstellen kann, lässt der Teichaer noch offen.

Seine Nachfolge als Landtagsmitglied wird indes auf der Mitgliederversammlung am 17. November entschieden. „Ich werde meinen Büroleiter Tilmann Havenstein vorschlagen“, sagt Lothar Bienst. Havenstein ist der Sohn des früheren Daubitzer Pfarrers und Chronisten Hennerjürgen Havenstein sowie Mitglied im Gemeinderat.

Lothar Bienst gibt seinem Nachfolger  mehrere Dinge mit auf den Weg nach Dresden: „Ehrlichkeit und Bürgernähe sollten die Grundlagen für die politische Arbeit sein. Immer am Problem bleiben, auch wenn die Bretter noch so dick sind. Und ganz wichtig: Nie die Wertigkeit der ländlichen Räume aus dem Blick verlieren.“

Der Teichaer blickt auf zahlreiche Erfolge während seiner nunmehr fast zehnjährigen Tätigkeit als Landtagsmitglied zurück. Dazu zählt er unter anderem neue Schulgesetze für Schulen in freier Trägerschaft sowie staatliche Schulen, die Verbeamtung von Lehrern und die Angleichung der Gehälter von Pädagogen. In der Region hat sich der Abgeordnete für diverse Projekte stark gemacht, beispielsweise die Schulneubauten in Schleife und in Bad Muskau, die Trinkwasserversorgung in Weißwasser, den Ausbau der B 115 zwischen Rietschen und Weißkeißel sowie die Aquise der Gelder für die Außensanierung der St. Georgskirche in Daubitz.

Allerdings verschieben sich manche Vorhaben in die nächste Legislatur, wie Bienst bedauert. Dazu gehören unter anderem der ausgewogene flächendeckende Schulnetzplan sowie die Reform der Ausbildung im frühkindlichen Bereich.

Lothar Bienst, der bis heute in seinem Geburtsort Teicha lebt, durchlief zunächst eine Lehre zum Elektromonteur und war anschließend als Lehrmeister in Boxberg tätig. Später erlangte Bienst an der Ingenieurhochschule Zittau einen Abschluss als Diplom-Ingenieur für Elektroenergieerzeugung. Ab August 1981 war er Lehrer an der BBS Boxberg. Während der 1980er-Jahre folgte ein postgraduales Studium an der TU Dresden im pädagogischen Bereich.

Bereits ab dem Jahr 1994 saß Lothar Bienst als damals noch Parteiloser für die CDU im Rietschener Gemeinderat, ebenso im Kreisrat. Vor genau 20 Jahren trat er in die CDU ein. Über viele Jahre fungierte der Teichaer als stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender. Während der Landtagswahlen 2009 und 2014 entschied er die heimatlichen Wahlkreise klar für sich. Und in Dresden machte sich Lothar Bienst insbesondere als Schul- und Finanzpolitiker einen Namen.