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Die Entertainerinnen von Nochten

Heike Michalk und Simone Dietrich sind nicht nur als Gärtnerinnen, sondern auch mit ihrem Redetalent gefragt.
Heike Michalk und Simone Dietrich sind nicht nur als Gärtnerinnen, sondern auch mit ihrem Redetalent gefragt. FOTO: Regina Weiß
Nochten. Der Lausitzer Findlingspark Nochten macht immer wieder durch seine einzigartige Gestaltung und die wunderschöne Bepflanzung von sich reden. Diese Begeisterung tragen die Besucher aus nah und fern nach außen, wie der Blick in die umfangreichen Gästebücher verrät. Regina Weiß

Diese Begeisterung zu wecken, dafür stehen Simone Dietrich und Heike Michalk exemplarisch für das gesamte Team.

Zuallererst sind die beiden Landschaftsgärtnerinnen und sorgen dafür, dass wächst, was wachsen soll und die Ordnung und Sauberkeit im Park sein bestes Aushängeschild bleiben. Vor allem der Kampf gegen das Unkraut ist ein stetiger. Der beginnt im Sommer um 6 Uhr. Im Herbst gerademal eine Stunde später. "Ein Morgenmuffel sollte man hier nicht sein", verrät Simone Dietrich mit einem Lachen. Heike Michalk haut nur raus: "Nur die Harten kommen in Garten." Das sitzt und zeigt eins: Die beiden Frauen sind nicht auf den Mund gefallen. Das können sie seit vielen Jahren als Gästeführerinnen im Park auch unter Beweis stellen.

Heike Michalk kam über den damaligen Erntekronen-Wettbewerb den Landfrauen in den Findlingspark. Das war 2003. Die 51-Jährige aus Kringelsdorf kam damals mit Geschäftsführer Hans Ulbrich ins Gespräch. Erzählte ihm, dass sie im Bereich Landschaftsgärtnerei auch unterrichtet habe. Und Ulbrich griff zu. 14 Jahre gehört Heike Michalk nun zum Parkteam. Für Simone Dietrich aus Weißwasser ist es die zehnte Saison. Sie wurde angesprochen, als es darum ging. Mitarbeiter für Führungen zu finden. "Die sollten halt ein bisschen reden können", erinnert sie sich.

Über den Status "ein bisschen" sind die beiden längst hinaus. Sie haben schon so ihre Sprüche und Redewendungen an einigen Stellen im Park parat. Die sind sozusagen viel erprobt und passen. Beispiele gefällig? Mit Blick auf das Heidemoor heißt es dann zum Beispiel: Siehst Du die Schwiegermutter dort winken, wink zurück und lass sie sinken. Beim Teich wird auf die Schlauheit der Fische verwiesen. "Die schwimmen immer unter die Brücke, damit sie bei Regen nicht nass werden." Humor kommt bei den Gästen aus nah und fern an. "Oft sind es aber auch spontane Einfälle. Es ist ein Geben und Nehmen", so Simone Dietrich, wenn Gäste und Gästeführerin ein gutes Team werden. Dann können aus einer Zweistunden-Führung gern mal drei Stunden werden. Dann haben sie nämlich die Gäste gepackt, die nachfragen, wie dies und das heißt, und ob es auch im heimischen Garten wächst.

Froh sind Michalk und Dietrich, wenn sich bei den Gästen der Aha-Effekt einstellt. Man glaubt es kaum, denken doch viele beim Namen Findlingspark an ein Areal voller Steine. Wenn sie dann die Pflanzen in ihren schönsten Farben sehen, sind sie regelrecht baff.

Apropos Pflanzen. Mit denen reden Heike Michalk und Simone Dietrich selbstverständlich auch. Sogar Streicheleinheiten gibt es für diese, wenn sie hören und gut wachsen. Nur das Unkraut macht, was es will. Es wächst auch bei Trockenheit. Klar, wer nicht hören kann, muss fühlen.

Für den September sind im Findlingspark Nochten 30 Führungen angemeldet. Es gibt also weiterhin viel zu tun für die beiden Gärtnerinnen.