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Die Buddelei geht weiter

Schleife. Schleife baut am zentralen Abwassernetz im Altort weiter. Am 1. März werden die Grundstücksbesitzer über das konkrete Vorhaben informiert. Gabi Nitsche

Mit dem Bau einer zentralen Abwasserentsorgung geht es im Frühjahr in Schleife weiter. Die Anwohner der Straßen, die von dem zweiten Bauabschnitt betroffen sind, hat die Gemeindeverwaltung zu einer Versammlung persönlich eingeladen. Am 1. März um 18 Uhr im Sorbischen Kulturzentrum erfahren diese alle wichtigen Details zu dem Vorhaben. Fachleute vom Planungsbüro LUG Engineering GmbH aus Cottbus sind dann auch anwesend, so Amtsleiter Steffen Seidlich.

Das Abwasser-Projekt ist neben dem Schulneubau ein besonders großes und kostenintensives. Im Schleifer Haushalt sind dafür etwa 1,2 Millionen Euro für dieses Jahr eingestellt worden. Knapp 500 Anschlüsse sind vorgesehen. Zentral erschlossen werden die Glückaufsiedlung und der Jahnring, der zweite Teil der Hoyerserdaer Straße, Mitteltorweg und Postweg sowie der neue deutsch-sorbische Schulkomplex sowie die Schulstraße. In der jüngsten Ratssitzung sind die Bauleistungen, die in mehreren Losen ausgeschrieben waren, vergeben worden. Die Aufträge gingen komplett an die Strabag AG, Gruppe Oberlausitz, aus Weißwasser. Diese Firma hatte im vorigen Jahr beim ersten Bauabschnitt bewiesen, dass sie dafür geeignet ist.

Amtsleiter Steffen Seidlich hatte bereits Ende des Jahres noch einmal darauf hingewiesen, dass ein Anschlusszwang im Altort Schleife - Bauabschnitt um Bauabschnitt - an das zentrale Abwassernetz für alle Grundstücke besteht, auf denen sich noch eine Kleinkläranlage oder abflusslose Grube befinden. Wo es bereits eine Bio-Kläranlage gibt, greift der Anschlusszwang erst, wenn die wasserwirtschaftliche Zulassung abgelaufen ist. Prinzipiell wäre aber auch hier schon jetzt ein Anschluss des Grundstücks möglich, wenn die zentrale Entsorgungsleitung sozusagen vor der Haustür vorbeiführt.

Bis 2020 soll die zentrale Abwasserentsorgung im Altort aufgebaut sein. Die Gemeinde geht von einem Gesamtkostenumfang inklusive Planung von rund vier Millionen Euro aus.

Wenn die Grundstücke am zentralen Netz angedockt sind, werden die Abwässer nach Weißwasser transportiert. Das erfolgt über die vakuumpneumatische Pumpstation am Lindenweg und eine rund 6,4 Kilometer lange Druckrohrleitung. Dass das funktioniert, zeigten die letzten Jahre. Denn mit Inbetriebnahme des Sozialen Zentrums und des generationsübergreifenden Wohnkomplexes vor mehr als drei Jahren musste von der Leag (ehemals Vattenfall) beides in den Dienst gestellt werden.

Normalerweise war zwischen Schleife und dem Bergbaubetreiber die zentrale Abwasserentsorgung nicht nur für die Umsiedlungsstandorte, sondern auch für den Altort Schleife ausgehandelt worden. Entsprechende Formulierungen enthält der Entwurf vom Umsiedlungs-/Entschädigungsvertrag. Doch der liegt nun schon gefühltermaßen eine halbe Ewigkeit im Schubfach.

Ob sich die Leag als neuer Eigentümer der Braunkohlensparte für den Tagebau Nochten II entscheidet, wolle das Unternehmen im zweiten Quartal verkünden. Wenn ja, ist jedoch noch die Frage offen, ob dann die alten Vertragsentwürfe 1:1 übernommen werden.

Zum Thema:
Die Abwassersatzung vom Juni 2016 regelt die Kostensätze. Die Mengengebühr beträgt 3,77 Euro je Kubikmeter Abwasser, der Beitragssatz 2,83 Euro je Quadratmeter bebaubare Grundstücksfläche, die monatliche Grundgebühr fünf Euro je Einwohner.