Beide Gemeinschaften wurden so der guten Handballentwicklung im Raum Weißwasser gerecht. Krauschwitz, die Industriegemeinde mit 3000 Einwohnern sowie Schleife als Landgemeinde mit 2000 Einwohnern, entpuppten sich zu Handballhochburgen im südöstlichsten Zipfel des Bezirkes Cottbus. Nachdem Schleife in der Vorwoche überraschend bei Wismut Aue mit 13:11-Toren die ersten Auswärtspunkte kassierte, war man auf diesen Großkampf besonders gespannt. Krauschwitz legte sofort wie die Feuerwehr los, so dass die Lok-Abwehr ins "Schwimmen" geriet. Zur Halbzeit führten die Gäste bereits mit 11:1 (!) Toren. Wobei der einheimische Torsteher Paulick noch mit guten Paraden auffiel. Erst beim Stand von 1:14 kam Lok zum 2. Tor. Mit 18:5 Toren ging der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung, Krauschwitz profitierte dabei von der Oberligaerfahrung.GewachsenSchon im Rückspiel im September 1961 zeigte Schleife gewachsene Stärke. Der Gastgeber verzeichnete zwar die meisten Latten- und Pfostentreffer, das 13:13-Unentschieden war dennoch gerecht. Es blieb aber beim einzigen Rückrundenpunkt von Schleife. So spielten die Mannschaften (in Klammern die erzielten Tore):Krauschwitz: Hansick, Kasporik, Lück, Zeitler, D. Hoffmann, K. H. Chrupalla (2), K. Hoffmann (7), Bistrosch (1), G. Zeitler, Werner (3), Chrupalla; Auswechselspieler: M. HoffmannSchleife: Noack, Klinner, Sprejz, G. Becker (1), Kraink, Mudra, Böthgen (3), Berton (1), Lehmann (1), Marusch (4), D. Becker; Auswechselspieler: Paulick, Kutter (3); Vierzehnmeter: Krauschwitz 4 (2 verwandelt), Schleife 2 (1 verwandelt); Herausstellungen: keineIn der Endabrechnung belegte Krauschwitz in der Staffel 2 Platz 5. Das Tabellenende zierten die beiden Lok-Gemeinschaften von Gera (7:21) und Schleife (4:24). Die Plätze 7 und 8 bedeuteten den Abstieg. Doch beide hatten eine Riesenportion Glück. Der Handballverband der DDR verkündete zwischenzeitlich eine neue Regelung. Beide Oberligastaffeln wurden von acht auf zehn Mannschaften erhöht. Deshalb gab es keine Absteiger.In der Saison 1962 kam es bereits am 2. Spieltag zum Lausitzduell. Im Krauschwitzer Helmut-Just-Stadion verfolgten 600 Zuschauer eine abwechslungsreiche Partie. Stahl führte zur Halbzeit mit 9:7, später mit 11:8-Toren. In einem furiosen Enspurt sicherten sich die Schleifer noch einen verdienten 15:13-Auswärtserfolg. Beste Werfer bei Schleife war Kutter mit sechs, bei Krauschwitz Werner mit fünf Toren.Im Rückkampf gingen die Krauschwitzer konzentrierter zu Werke. So schaffte Karl-Heinz Chrupalla 90 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer den 14:12-Sieg. Damit glückte auch die Revanche.Zum Abschluss wurde Stahl mit 22:14 Punkten 4., während Schleife über den Klassenerhalt als 8. mit 12:24 Punkten jubelte.In der Saison 1963 wurde im 1. Halbjahr eine Pokalrunde, ohne Auf- bzw. Abstieg ausgespielt. So verlor Lok zu Hause gegen die Gäste mit 8:14-Toren.Im Herbst ging es mit einer einfachen Punktspielrunde weiter. In einer Mittwochabendbegegnung musste Schleife in Krauschwitz antreten. Diesmal konnte die Mannschaft mit ihrer Leistung nicht überzeugen. Der Torsteher vom Gastgeber, Radusch, lief zu einer sehr guten Form auf und war schließlich der Garant für den 14:10-Heimsieg. Obwohl es in der Abstiegszone sehr eng zuging, rettete sich Schleife auf Platz 7.Die Abschlusstabelle: ASK Vorw. Berlin 9/160:91/18:0; SC DHfK Leipzig 9/149:101/15:3; Stahl Krauschwitz 9/112:110/12:6; Wismut Aue 9/125:123/11:7; SC Aufb. Magedburg 9/116:95/9:9; Motor Eisenach 9/100:106/8:10; Lok Schleife 9/92:120/6:12; Lok Dresden 9/104:128/4:14; Aufbau Schwarza 9/96:134/4:14; Mot. Gohlis Nord 9/76:122/3:15Das Wunder von GablenzDie Saison 1964 sollte der Handballoberliga noch einen zusätzlichen Knaller bescheren. Nach mehrmaligem Anlauf schafften es die Gablenzer "Strategen", unter Aktivist Weißwasser startend, den Durchbruch mit dem Oberligaaufstieg Nun konnte man fast von einem großen Wunder reden, denn in der Staffel 1 stand das Lausitzer Trio. Die drei "Dorfclubs" mussten sich mit Empor Rostock, Dynamo Berlin, Aufbau Magdeburg, BGW Berlin, ZAB Dessau, DHfK Leipzig und Motor SO Magdeburg messen.Die Krauschwitzer besiegten zu Hause den Aufsteiger Aktivist Weißwasser mit 17:7 und ließen sich auch in Gablenz beim 18:13-Erfolg nicht die Butter vom Brot nehmen.Im ersten Aufeinandertreffen zwischen Weißwasser und Schleife ging es recht knapp zu. Hier gelang dem Neuling mit 15:14 der erste Saisonsieg. Die erfolgreichsten Werfer waren bei Aktivist Koschkar (7) und Köpstein (6) sowie bei Schleife G. Lehmann (6 ) und D. Becker (4).Das entscheidende Spiel um den Klassenerhalt fand am letzten, dem 18. Spieltag, in Schleife statt. Die Lok-Elf nutzte den Heimvorteil und führte zur Pause mit 7:2-Toren. Vor 500 Zuschauern spielte der Gastgeber auch in der 2. Halbzeit überlegen, sicherte sich so einen klaren 16:8-Erfolg. Ein Sonderlob verdiente sich der umsichtige Schiedsrichter Singer. In den Duellen zuvor zwischen Schleife und Krauschwitz lief es für die Lok optimal. Auf dem Reichsbahnsportplatz musste sich die Stahlmannschaft mit 9:11-Toren geschlagen geben. Auch den Rückkampf gestalteten die Gäste mit 12:10 Toren siegreich. Trotzdem kam Schleife am Ende mit einem blauen Auge davon. Denn Krauschwitz leistete wertvolle Schrittmacherdienste im Abstiegsgeschehen. Beim 13:13 in Magdeburg gegen Motor-Südost nahmen sie dem Gastgeber den entscheidenden Punkt ab. Am Tabellenende sah es dann so aus: 8. Lok Schleife 8:28; 9. Motor Magdeburg 7:29; 10. Akt. Weißwasser 4:32. Den Weg in die DDR-Liga mussten Magdeburg und Weißwasser antreten. Für die Gablenzer blieb nur ein schwacher Trost, denn ihre Wurfkanone Koschkar erzielte insgesamt 88 Tore. Das bedeutete den 5. Platz in der Torschützenliste der Oberliga. Auf Rang 11 platzierte sich G. Lehmann (Schleife) mit 80 Treffern, während Klaus Hoffmann mit 61 erzielten Toren auf Platz 25 einkam. An der Spitze lagen mit jeweils 125 Toren Kulik aus Weißenfels und Otto von Dynamo Leipzig.Im Zuge der weiteren Entwicklung des Handballsports sowie der Anhebung an das internationale Spielniveau, beschloss der Verband der DDR eine weitere Maßnahme. Ab dem Spieljahr 1966 setzt sich die Oberliga nun noch aus einer Staffel zusammen. Das bedeutete, dass nach der Spielzeit 1965 aus jeder Staffel sich dafür die Plätze 1 bis 5 qualifizieren. Die Mannschaften ab Platz 6 bis 10 sind Absteiger in die DDR-Liga.Für Schleife war diese Konstellation ein kaum zu realisierendes Ziel. Für die Krauschwitzer allerdings eine machbare Sache, aber nur unter Aufbietung aller Kräfte. Mit entscheidend sollten natürlich auch die beiden Duelle gegeneinander sein. In Krauschwitz hielt die Lok-Mannschaft im ersten Durchgang ganz gut mit. Doch mit zunehmender Spielzeit trumpfte der Gastgeber vor allem im Angriff auf und kam zu einem ungefährdeten 17:8-Sieg.Die letzte PartieBei der letzten Oberligabegegnung in Schleife herrschte eine blendende Stimmung. Die Gäste spielten eindeutig überlegen, führten sogar über eine 9:1-Führung, später mit 12:1 Toren. Pech auch in dieser Phase für Lok, da einige Würfe von der Latte bzw. von den Pfosten aufgehalten wurden. Mit ihrer ganzen Routine schlugen sie die Schleifer Elf mit 17:7-Toren.Für Lok Schleife waren nach fünfjähriger Oberligazeit die Messen gesungen. Die Krauschwitzer konnten in Ruhe anstoßen, war doch der 5. Tabellenplatz, wenn auch in letzter Minute, in Sack und Tüten. Die Gesamtbilanz von Schleife gegen Krauschwitz sah nach zehn Spielen so aus: Drei Siege, ein Unentschieden, sechs Niederlagen; Torverhältnis 101:138.