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| 17:58 Uhr

Muskauer Park
Die Zeit des Bauens geht weiter

In der Villa Bellevue sind die ersten Wohnungen bereits bezogen worden. Die Mieter freuen sich, an so schöner Stelle zu wohnen. Die Sanierungsarbeiten waren zum Jahresanfang 2017 gestartet. Auch vorher waren dort Mietwohnungen untergebracht. Vor den umfassenden Bauarbeiten war das Haus letztmalig in den1930er-Jahren saniert worden. Entstanden ist es 1857 unter dem Prinzen Friedrich der Niederlande als Logierhaus.
In der Villa Bellevue sind die ersten Wohnungen bereits bezogen worden. Die Mieter freuen sich, an so schöner Stelle zu wohnen. Die Sanierungsarbeiten waren zum Jahresanfang 2017 gestartet. Auch vorher waren dort Mietwohnungen untergebracht. Vor den umfassenden Bauarbeiten war das Haus letztmalig in den1930er-Jahren saniert worden. Entstanden ist es 1857 unter dem Prinzen Friedrich der Niederlande als Logierhaus. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Während sich die Mieter Villa Bellevue in Bad Muskau einrichten, laufen die Sicherungsarbeiten an der Brauerei auf vollen Touren. Von Regina Weiß

Dass sich der Badepark auch als Tagungsstätte für den Stiftungsrat eigenen würde, daran hätte vor einigen Jahren noch keiner einen Gedanken verschwendet. Die Gebäude waren entweder in einem sanierungswürdigen Zustand oder so malade, dass an eine Nutzung überhaupt nicht zu denken war. 2013 wurde erst das Konzept für das Areal beschlossen und nun fünf Jahre später können sich die Ergebnisse echt sehen lassen.

In der Villa Bellevue sind die ersten Mieter eingezogen. Das Wohngebäude ist fertig saniert. Das kann man über die Außenanlagen am Gebäude noch nicht sagen. Es wurde bei der Ausschreibung kein Angebot abgegeben. Deshalb wird 2019 ein neuer Versuch unternommen.

Nach dem Kuppelbau und dem zweiten Abschnitt Badehaus, wo eine kleine Ausstellung, Sanitärräume und Unterstellmöglichkeiten für die Gäste der Waldeisenbahn entstanden sind, geht es mit dem dritten Abschnitt weiter. Dafür wird die Planung in Angriff genommen, kann Norbert Seibt, Bautzener Niederlassungsleiter vom Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB), berichten. Die finanziellen Mittel stehen dafür bereit. Drei Millionen Euro fließen aus den Mitteln der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR in den Muskauer Park. Damit könnte der dritte Bauabschnitt in zwei Jahren ebenfalls sein Dornröschen-Dasein beendet haben. Dort sind vorerst multifunktional nutzbare Räume samt Cateringbereich geplant.

Auch bei der Villa Pückler sind die Fortschritte deutlich zu sehen. Allerdings wird man die vielen neuen Mauerteile, die zwischen dem Fachwerk für Stabilität sorgen, nicht mehr sehen können. Denn das Haus bekommt seinen Außenputz. In knapp 14 Tagen will man damit fertig sein. Die weitere Planung wird sich dann auf das Ausstellungsgebäude beziehen, das neben der Villa entstehen soll. Voraussichtlich ab 2022 soll dort „Pücklers Orientreise ab 1834 und die Geschichte von Machbuba“ erzählt werden. Ein weiterer Schritt dahin ist der Abriss des dahinter stehenden Hauses, der nach dem Freizug der Mieter nun auch in Angriff genommen werden kann.

Die Pückler-Villa ist so schon nicht mehr zu sehen. Derzeit ist wieder eingerüstet, weil die Bauarbeiter das Wetter nutzen wollen, um das Haus nun zu verputzen.
Die Pückler-Villa ist so schon nicht mehr zu sehen. Derzeit ist wieder eingerüstet, weil die Bauarbeiter das Wetter nutzen wollen, um das Haus nun zu verputzen. FOTO: Regina Weiß

Mit der Einweihung der Exedra-Bank vor wenigen Tagen ist ein weiteres Vorhaben im Badepark abgeschlossen worden. Alles in allem findet Cord Panning, „haben wir eine kleine neue Parkanlage in fünf Jahren neu gestaltet“.

Doch der Fokus liegt nicht nur auf dem Badepark. Beim Kavalierhaus (ehemaliges Moorbad) habe man einen Zeitplan erarbeitet, um schnell die weiteren Schritte gehen zu können, sagt Siftungsratsvorsitzender Dirk Diedrichs. Im Mai 2019, wenn der Stiftungsrat das nächste Mal tagt, soll das Konzept für einen Architekturwettbewerb vorliegen. Dann soll die Ausschreibung erfolgen. Man geht davon aus, dass die Ergebnisse Ende 2019 vorliegen können. Wenn dann die Konzepte für das künftige Besucherzentrum für den Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen verfeinert sind, könnte der Baubeginn 2022 erfolgen. Mit der Fertigstellung rechnet Dirk Diedrichs in der Zeit 2024/2025.

Bei der Brauerei gehen die Arbeiten auch sichtbar voran. Sicherung und Rückbau seien abgeschlossen. Derzeit laufen die Arbeiten an den Dächern. Ein solches entsteht auch zum Schutz für die Gewölbe des Eiskellers, um sie vor den Wetterunbilden zu schützen, erklärt Norbert Seibt. Parallel gehen die Planungen weiter. Es betrifft die Sanierung der Fassaden des Gebäudes, die sich zur Stadtseite hin zeigen. Außerdem geht es um das künftige Nutzungskonzept. Dirk Diedrichs nennt Schwerpunkte, die man dabei im Blick hat: Kunst, Landschaft, Gesundheit und naheliegend Bier. „Wir wollen die Nutzungsmöglichkeiten ausdifferenzieren und im Mai weiter darüber reden“, so Dirk Diedrichs. Dazu gehört auch, sich Expertisen von Spezialisten einzuholen. Einer davon ist Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes, der im Auftrag der Stadt Entwicklungschancen in Sachen Kurort auslotet.

Nur von oben war der Blick auf die freigelegten Gewölbekeller an der Brauerei möglich. Dort kommt zum Schutz des Mauerwerks nun ein Dach drüber. So haben Wind und Wetter keine Chance.
Nur von oben war der Blick auf die freigelegten Gewölbekeller an der Brauerei möglich. Dort kommt zum Schutz des Mauerwerks nun ein Dach drüber. So haben Wind und Wetter keine Chance. FOTO: Frank Dutsch