ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:06 Uhr

Stadtentwicklung
Dewog-Haus kann bald bezogen werden

Erinnert kein bisschen mehr an Prora: Das Nieskyer Dewog-Haus ist jetzt ein Blickfang.
Erinnert kein bisschen mehr an Prora: Das Nieskyer Dewog-Haus ist jetzt ein Blickfang. FOTO: Uwe Menschner
Niesky. Bei der Sanierung eines der ungewöhnlichsten Nieskyer Häuser ist das Ende in Sicht. Sein Markenzeichen sind Laubengänge. Die Wohnungen sind schon jetzt voll vermietet. Von Uwe Menschner

Die Sanierung des Dewog-Hauses am südlichen Nieskyer Stadtrand befindet sich auf der Zielgeraden. Einen verbindlichen Fertigstellungstermin kann die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Niesky mbH (GWG) als Eigentümerin und Bauherrin jedoch noch nicht benennen: „Durch volle Auftragsbücher bei Firmen und Handwerkern und überproportional gestiegene Baupreise entstand auch bei uns ein hoher Termin- und Kostendruck. Dies hatte zur Folge, dass so mancher Termin nicht gehalten werden konnte und es bei einigen Gewerken schwer war, eine geeignete Firma zu finden. Das haben wir vor allem bei der Erstellung der Laubengänge erfahren müssen“, teilt das städtische Nieskyer Wohnbauunternehmen mit.

Diese Laubengänge – das Markenzeichen des Dewog-Hauses – mussten nämlich hohen Anforderungen entsprechen: „Sie müssen aus Brandschutzgründen aus einer Stahlbetonkonstruktion bestehen, die in einem Betonwerk vorgefertigt wird. Von den vier Betonwerken, welche den Auftrag übernommen hätten, blieb nach langen Verhandlungen nur noch ein Hersteller übrig, der die Fertigung noch in diesem Jahr durchführen konnte.“ Da sich damit auch die Arbeiten vieler anderer Gewerke verzögerten, geriet das ganze Vorhaben in Zeitverzug.

Das Dewog-Haus – die Bezeichnung steht für Deutsche Wohnfürsorge A.G. – stellt in mehrerer Hinsicht eine Besonderheit nicht nur für Niesky dar. 1930/31 von dem damals in der unmittelbaren Nachbarschaft ansässigen Baugeschäft Friedrich Schulze errichtet, fiel es 1933 im Zuge der Zerschlagung des gewerkschaftlichen Vermögens an die Deutsche Arbeitsfront. Nach 1945 gelangte es in kommunale Hand.

Ein „Haus von der Stange“ war der eigentlich aus drei Häusern (von denen eines bereits vor 13 Jahren modernisiert wurde) zusammengesetzte Block nie: Bereits im unsanierten Zustand war der damals graue, monolithisch wirkende Klotz unweit der Görlitzer Straße ein Blickfang.

Dies gilt nach der erfolgten Außensanierung umso mehr: Das Prora-Ambiente ist einer reich gegliederten und farbig gestalteten Fassade gewichen, die auch auf das neue „Innenleben“ neugierig macht. Für alle 15 in Nieskys einzigem Laubenganghaus entstandenen barrierefreien Wohnungen hat die GWG bereits Mieter gefunden.