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Bahnhof Zittau
In Zittau heißt es wieder „Bahn frei!“

Die Bauarbeiten im unmittelbar von den Fahrgästen frequentierten Bereich sind jetzt weitgehend abgeschlossen.
Die Bauarbeiten im unmittelbar von den Fahrgästen frequentierten Bereich sind jetzt weitgehend abgeschlossen. FOTO: Uwe Menschner
Zittau. Nach einem „Chaos-Finale“ fahren die Züge den Bahnhof der Dreiländereckstadt wieder an. Die Bauarbeiten dauern jedoch noch an. Von Uwe Menschner

Eines der größten Bauvorhaben der Deutschen Bahn AG in der Oberlausitz seit der politischen Wende neigt sich dem Ende entgegen. Der Umbau des Zittauer Bahnhofs für circa 45 Millionen Euro dauert zwar noch an, die Zeit der Einschränkungen und Sperrungen für die Fahrgäste ist jedoch vorbei. Seit Anfang dieser Woche heißt es an den Gleisen wieder: „Bahn frei!“

Doch bevor es so weit war, kosteten die Bauarbeiten die Betroffenen – neben den Reisenden zählten auch die mit den Verkehrsleistungen beauftragten Bahnunternehmen dazu – noch einmal jede Menge Nerven. Vom 26. Januar bis 9. Februar sperrte die Deutsche Bahn AG den Zittauer Bahnhof nämlich komplett. „Während der Sperrung erfolgen die technischen Abnahmen, die Prüfung der Signal-, Leit- und Sicherungstechnik und die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Zittau“, hatte das Infrastrukturunternehmen am ersten Sperrungstag der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Die Länderbahn GmbH, die mit ihrer Marke Trilex den Bahnverkehr zwischen Zittau und Dresden verantwortet, hatte offenbar schon ein paar Tage früher davon erfahren. Dennoch sah sich der Leistungserbringer dazu veranlasst, in einer Mitteilung von einem „Chaos-Finale der Deutschen Bahn“ zu schreiben. Dazu Länderbahn-Geschäftsführer Andreas Trillmich: „Die Sperrung sollte ursprünglich später beginnen und nur halb so lange dauern. Die Nachricht von ihrer tatsächlichen Dauer erreichte uns völlig überraschend. Es ist nahezu unmöglich, einem solch willkürlichen Bauablauf ein für den Fahrgast erträgliches Maß an Beeinträchtigungen entgegenzusetzen.“

Angesichts des „ohnehin schon vorhandenen enormen Verzugs dieser Baumaßnahme“ setze „diese Vorgehensweise dem Ganzen die Krone auf“. Ein zuverlässiger Ersatzverkehr sowie die Fahrgastinformation seien auf der Strecke geblieben. Länderbahn und Odeg hätten vergeblich versucht, die Sperrung in diesem Ausmaß zu verhindern und dazu auch die Bundesnetzagentur eingeschaltet, so Trillmich.

Immerhin: der Zeitplan wurde eingehalten, die Züge fahren jetzt wieder laut regulärem Fahrplan den bedeutenden Knotenpunkt Zittau an. „Nach der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks erfolgen Restarbeiten am Hausbahnsteig, Arbeiten an den Aufzügen und den Bahnsteigdächern.

„Im Juli 2018 erfolgt der Einschub der Eisenbahnbrücke Tongasse“, benennt die Deutsche Bahn AG die noch ausstehenden Leistungen und bittet „Kunden und Reisende für die entstehenden Unannehmlichkeiten um Entschuldigung“.

Bereits von Mitte August bis Mitte November 2017 hatte es für die Modernisierungsarbeiten an den Bahnsteigen und Gleisen eine Vollsperrung gegeben. Nach Abschluss des Gesamtprojekts ist die Strecke zwischen Bischofswerda und Zittau mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet. Dies schafft laut Deutsche Bahn AG die Voraussetzungen für einen Taktknoten, der den Bahnverkehr in Südostsachsen wesentlich attraktiver macht. Davon beeinflusst wird auch die Regionalexpress-Verbindung über Görlitz und Weißwasser nach Cottbus.