Weil im September zum ersten Mal die Daten der optierenden Kreise in die Statistik einfließen. Optierend ist etwa der Landkreis Kamenz, der die Langzeitarbeitslosen seit Januar selber betreut. Bisher wurden diese Zahlen nur geschätzt.
Diese Zahlenspielerei ändert nichts an der Tatsache, dass in Ostsachsen fast 52 200 Menschen keinen Job haben. Die Stadt Hoyerswerda hat mit 4505 Arbeitslosen fast halb so viele wie der ganze Landkreis Kamenz (8248). Die Arbeitslosenquote liegen bei 21,3 Prozent bzw. im Landkreis bei 13,3 Prozent. Im September sind in Hoyerswerda 76 neue Arbeitslose gezählt worden, im Landkreis hingegen meldeten sich im Vormonat 1813 Frauen und Männer arbeitslos. Görlitz, die andere kreisfreie Stadt in Ostsachsen, steht genau wie Hoyerswerda tendenziell schlechter als ihr Umland da. In Görlitz sind 6511 Arbeitslose registriert, das sind 23,6 Prozent, und im Niederschlesischen Oberlausitzkreis gibt es 9799 Arbeitslose, das sind 19 Prozent.
Der große positive Sprung von August zu September ist laut Agenturchef Irmscher nicht entscheidend. Aussagekräftiger sei der Jahresverlauf. Die Zahl der Arbeitslosen in Ostsachsen sinkt seit Januar stetig und ist inzwischen von 72 035 auf 57 197 gesunken. Doch auch hier dämpft Günter Irmscher etwas: Nicht der Aufschwung der ostsächsischen Wirtschaft sei dafür verantwortlich. Sondern demographische Gründe und dass Leute, denen Hartz-IV droht, „inzwischen flexibler sind und sich kümmern.“
Oft ist der Existenzgründungszuschuss eine Variante: Die Arbeitsagentur zahlt an 3383 Ich-AGs Gelder aus.