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| 22:17 Uhr

Bad Muskau
Der Schlossblick bleibt erhalten

Tourismuschef Dirk Eidtner präsentiert die neue Anlaufstelle für Gäste. Im Erdgeschoss befinden sich die eigentliche Information und die Toiletten, im Dachgeschoss ein Ausstellungsraum.
Tourismuschef Dirk Eidtner präsentiert die neue Anlaufstelle für Gäste. Im Erdgeschoss befinden sich die eigentliche Information und die Toiletten, im Dachgeschoss ein Ausstellungsraum. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Bad Muskau. Am Sonnabend wird die neue Bad Muskauer Touristinformation eröffnet. Von Torsten Richter-Zippack

Am Wochenende stehen in Bad Muskau zwei Großvorhaben an. Neben dem Hortensienfest zieht die Touristinformation um. Die fünf Mitarbeiter der Bad Muskau Touristik GmbH verlassen ihre Räume im Alten Schloss und beleben das nur ein paar hundert Meter entfernte Emeritenhaus am Kirchplatz 5. „Wichtigstes Argument für den Umzug bildet die Barrierefreiheit“, erklärt der Bad Muskauer Tourismuschef Dirk Eidtner. Die ist am Alten Schloss nicht gegeben, im rund 250 Jahre alten Emeritenhaus nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten jetzt schon. Selbst eine behindertengerechte Toilette fehlt nicht. Die Barrierefreiheit sei eine Voraussetzung, dass Bad Muskau anerkannte Touristinformation bleibt.

„Für den Umzug müssen wir unsere Info zum ersten Mal für mehrere Tage schließen“, kündigt Eidtner an. Vom 31. August bis zum 3. September sei kein Betrieb möglich. Bereits am 1. September solle die offizielle Einweihung der neuen Einrichtung erfolgen. Die Touristiker freuen sich indes auf den neuen Arbeitsort. Das Beste daran ist: „Sie haben festgestellt, dass man auch vom Emeritenhaus das Neue Schloss als Muskauer Wahrzeichen sehen kann“, erklärt Eidtner. Noch besser werde es während der Herbst- und Wintermonate, wenn die Parkbäume kein Laub tragen. Von ihren bisherigen Arbeitsplätzen im Alten Schloss sind die Touristiker den Panorama­schlossblick gewohnt.

In der letzten Augustwoche haben die Handwerker, allesamt aus der Lausitz, noch alle Hände voll zu tun. Obwohl das Innere der Tourist­information allmählich Gestalt annimmt, präsentiert sich das Gebäude noch immer als Großbaustelle. Tatsächlich war die Eröffnung bereits für den Dezember 2017 geplant. „Doch wie es bei der Sanierung solch alter Gebäude fast zu erwarten ist, gab es manche Überraschung“, sagt Dirk Eidtner. Die größte war die von Würmern und Fäulnis zersetzte Geschossdecke. „Unser Statiker hat festgestellt, dass sie nicht mehr tragfähig ist“, bringt Eidtner das Dilemma auf den Punkt. So verteuerte sich das Projekt von ursprünglich avisierten 350 000 Euro auf nunmehr 420 000 Euro.

Um die Maßnahme stemmen zu können, haben die Touristiker einen Kredit aufgenommen. Allerdings werden 85 Prozent der Kosten dank eines Interreg-Programms gefördert. Dabei handelt es sich um Spiegelvorhaben, das heißt, ein Partner im Ausland setzt ein ähnliches Projekt um. Im Bad Muskauer Fall ist es das tschechische Städtchen Doksy, das sein Schloss ebenfalls zur Touristinformation entwickelt. Indes beginnt neben dem Emeritenhaus zeitnah das nächste Bauvorhaben. „Wir wollen den Hof pflastern, mit einer Sitzecke versehen und die alten Garagen abreißen“, kündigt Dirk Eidtner an. Fertig solle alles im Mai 2019 sein.

Das Alte Schloss soll nach dem Auszug der Touristiker in Gänze als Verwaltungsgebäude und Sammlungsarchiv der Stiftung Fürst-­Pückler-Park Bad Muskau genutzt werden, kündigt Sprecherin Sophie Geisler an.