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| 17:18 Uhr

Neuheit
Der Rundgang durch das Puppenhaus

Hotelier Daniel Piche und Frank Flecks von Sachsenhits kurz vor dem Start der Aufnahmen.
Hotelier Daniel Piche und Frank Flecks von Sachsenhits kurz vor dem Start der Aufnahmen. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Die Firma Sachsenhits führt touristische Einrichtungen im Landkreis in die virtuelle Welt. Von Regina Weiß

Ich sitze auf meiner Couch und bewege mich doch. 50 Kilometer innerhalb weniger Sekunden und schon schwebe ich den Flur im Schloss Krobnitz bei Reichenbach hinauf. Plötzlich stehe ich vis a vis vor Kriegsminister und Generalfeldmarschall Albrecht Theodor Emil Graf von Roon. Nur wenige Sekunden später schaue ich mir den Trausaal und die Schlossterrassen an. Und die sogar im Rundblick von 360 Grad. Dabei sitze ich immer noch auf meiner Couch und wirklich bewegt hat sich nur mein Finger.

 Der schwarze Kasten hat ungefähr die Größe eines Schuhkartons. Man muss ihm etwas näher kommen, um die Objektive zu sehen, die sich in der „Schachtel“ verbergen. Dabei ist es gerade das Verborgene, was in dem Fall das Besondere ist. Das Geräte nimmt nicht nur mit mehreren Objektiven auf, macht Bilder, sondern scannt, vermisst die Grenzen jedes Raums.

Die interaktive und virtuelle 3 D Objektvisualisierung ist das neueste Projekt der Sachsenhit Filmmanufaktur aus Niesky. „Mit dem Thema haben wir uns seit Längerem beschäftigt“, erklärt Frank Flecks, während er die Technik im Hotel Kristall in Weißwasser startklar macht. Das Vier-Sterne-Hotel ist eines der Unternehmen, die die neuen technischen Möglichkeiten für sich sprechen lassen wollen, um Gästen das  Haus noch besser bekannt zu machen.

Vor der virtuellen Welt gab es die 360-Grad-Panoramafotografie. Doch die hatte auch ihre Grenzen, was die Technik betraf, haben Flecks und sein Partner Ralf Hermann erfahren müssen. Schließlich wurden sie auf eine Technik aufmerksam, die im Silicon Vallye in den USA entwickelt wurde. „Und wir sind die Ersten in den neuen Bundesländern, die sie nutzen“, erzählt Frank Flecks. Aus den Bildern und den beim Vermessen erstellten Daten wird am Computer ein Dollhouse, eine 3 D-Puppenstube, in die man als Gast eintreten kann. „Die Software sorgt dafür, dass die Abläufe wie in einem Fluss gemacht funktionieren“, so Flecks. Wer dann das ganz große Erlebnis haben will, der muss sich  eine VR-Brille aufsetzen, um das eigentliche Raumgefühl zu spüren. Aber auch sonst sind die Puppenhäuser sehr echt. Über Hotspots kann der Kunde sozugsagen Haltepunkte mit zusätzlichen Informationen hinterlegen.

Über die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Görlitz wurde das erste Projekt für den Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund ausgeschrieben. Die Filmmanufaktur gewann die Ausschreibung und setzte dann mit der Visualisierung von Schloss Krobnitz ihr erstes Projekt um. Derzeit laufen 15 solcher Arbeiten in den unterschiedlichsten Branchen. Die Erlebniswelt Krauschwitz wird die nächste im Norden des Kreises sein, die die Aufnahmen machen lässt. „In der touristischen Vermarktung lassen sich da ganz neue Impulse setzen“, erklärt Flecks. Dass das Unternehmen bei dem neuen Trend eine Vorreiterrolle spiele,  freue sie am meisten.

Technische Finessen, Bilder und Filme erzeugen Aufmerksamkeit, sind sich Flecks und Hermann sicher. Dass die durchaus ankommen, hat der Museumsverbund schon merken können. „Aber auch der Industrie eröffnet das ganz andere Möglichkeiten“, so Flecks. So kann sich der künftige Auszubildende bei Polysax Bautzen umsehen, an welcher Maschine er einmal stehen wird. In der Bergquellbrauerei Löbau sind so Besichtigungen im Allerheiligsten möglich, was im wahren Leben so nicht gestattet wäre.

Seit zwölf Jahren ist die Firma Sachsenhits Filmmanufaktur am Markt. Immer mal wieder hat sie in der Zeit von sich reden gemacht. „250 000  lebendige Postkarten haben wir verkauft“, erklärt Ralf Hermann. 300  Imagefilme wurden gedreht. 14 Länder wurden bereist, auch um das Format Reisekino zu entwickeln. Dieses hat laut Hermann auf dem Videokanal Youtube rund sieben Millionen Zuschauer.

Bleiben da noch Wünsche offen? „Mit unserer neuen Technik das Schloss in Bad Muskau visualisieren. Das wär’s“, so Frank Flecks