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| 03:06 Uhr

Der "Ranch-Hahn" holt den Pokal

Die Züchter mit den erstplatzierten Hähnen sowie Detlef Hottas mit seinem "ruhigen Hahn". Foto: Mader/amr1
Die Züchter mit den erstplatzierten Hähnen sowie Detlef Hottas mit seinem "ruhigen Hahn". Foto: Mader/amr1 FOTO: Mader/amr1
Trebendorf. Zum traditionellen Wettkrähen hat am Sonntag der Rassegeflügelzüchterverein Schleife auf die Reinert Ranch geladen. 39 Hähne sind dabei in Aktion gewesen. Das einfache Prinzip: Der Hahn, der am meisten kräht, gewinnt. Alexander Mader

Nummer 21 sagt keinen Mucks. Und das nun schon seit 58 Minuten. "Beim Transport vorhin hat er gekräht", versichert Züchter Dieter Reddo. Gut, aber das war Training. Jetzt kommt's drauf an, jetzt läuft der Wettkampf. Also dann. "Noch zwei Minuten", verkündet der Vereinsvorsitzende Ronald Steffek. Die Zeit verrinnt. Nummer 21 sagt... Genau, immer noch nichts. Aber nebenan ist es laut. Die Hähne krähen, die Zähler notieren. Einige Zettel sind schon ganz schön voll. Fällt heute der Rekord? Bis jetzt steht er bei 147 "Kikerikis" pro Stunde.

Aber bald kräht nach dem kein Hahn mehr. Weil er Geschichte ist, "weggekräht" dank Heimvorteil. Schließlich ist Nummer 15 der "Ranch-Hahn".

Alle haben Spaß

Lutz Paulik von der Reinert Ranch: "Im letzten Jahr habe ich ihn von den Vereinsmitgliedern geschenkt bekommen. Jetzt kümmern wir uns hier um ihn." Und das scheinbar sehr gut. Denn am Sonntag kommt der "Lokalmatador" auf 154 (!) Kräh-Laute. Neuer Rekord, Pokalsieg - da wird die bunte Konkurrenz ganz blass vor Neid. Obwohl, nicht wirklich. Alle freuen sich, alle haben Spaß. "Das Wettkrähen ist eher ein großer Gaudi", meint Züchter Detlef Hottas. Auch einer seiner Hähne hat kein einziges Mal gekräht. Das heißt: Dessen Startnummer kommt in den Lostopf. Insgesamt sind es sieben "Kräh-Verweigerer" am Sonntagvormittag. Und einer von ihnen bekommt - die symbolische "rostige Axt". "Das ist eine lustige Sache, die keineswegs Ernst gemeint ist", erklärt Ronald Steffek. Trotzdem zieht er den Verlierer nicht selbst. Das übernimmt Besucherin Hildegard Knippa. Und das wohl nur, weil sie gar nichts von diesem Brauch weiß. Die Nummer 19 von Züchter Detlef Hottas erwischt es. Na, Klasse.

Sekunden später weiß auch die Driewitzerin, was dem Hahn jetzt spaßeshalber "blüht". Aber damit ist sie gar nicht einverstanden. "Da nehm' ich ihn eher aus dem Käfig", stellt sie schmunzelnd klar. Gesagt, getan. "Wollen Sie ihn mitnehmen", fragt Züchter Detlef Hottas, bei dem die "rostige Axt" einen Ehrenplatz im Nostalgieraum bekommt. Noch zögert Hildegard Knippa. Dann ist erst einmal Zeit für die Siegerehrung. Platz 1 bei den "Großen Hähnen" belegt der "Ranch-Hahn" von Lutz Paulik. Bei den "Zwerghähnen" siegt der Starter von Züchter Heinz Krauz. "Auch ein bisschen Glück gehört dazu. Mit einem Hahn hole ich hier heute den Pokal, ein anderer von mir hat gar nicht gekräht."

Mittlerweile wird langsam das gemütliche Beisammensein eingeläutet. Ohne großes Federlesen wird jetzt auch noch eine Sache geklärt. Hildegard Knippa: "Ich nehme den Hahn jetzt doch mit nach Hause." Der Vereinsvorsitzende Ronald Steffek bekommt das auch mit und muss schmunzeln. Überhaupt ist er ganz zufrieden. "Das Wettkrähen ist bei uns schon eine schöne Tradition. Die Resonanz ist gut, wir konnten zudem befreundete Zuchtkollegen aus Wolfshain und Drieschnitz begrüßen."

Wie zur Bestätigung melden sich auch immer wieder die Wettkampfteilnehmer. Und jetzt kräht sogar der "Rostige Axt"-Gewinner Nummer 19 mit.

Zum Thema:
Vom 23. bis 25. November 2012 ist der Rassegeflügelzüchterverein Schleife Ausrichter der Kreisschau Cottbus-Spree-Neiße. "Dort können die Besucher rund 1000 Tiere bewundern", so der Vereinsvorsitzende Ronald Steffek.

Ronald Steffek (rechts), der Vorsitzende des Rassegeflügelzüchterverein Schleife, übergibt an Züchter Detlef Hottas einen "jungen Hahn, der im nächsten Jahr garantiert krähen wird." Foto: Mader/amr1
Ronald Steffek (rechts), der Vorsitzende des Rassegeflügelzüchterverein Schleife, übergibt an Züchter Detlef Hottas einen "jungen Hahn, der im nächsten Jahr garantiert krähen wird." Foto: Mader/amr1 FOTO: Mader/amr1