ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:27 Uhr

Brauchtum
Der Njepila-Hof gleicht einer Ostereierwerkstatt

Inge Muschalek (sitzend) und Gertrud Hermasch (stehend, beide in Tracht) leiten die Gäste im Njepila-Hof an.
Inge Muschalek (sitzend) und Gertrud Hermasch (stehend, beide in Tracht) leiten die Gäste im Njepila-Hof an. FOTO: Arlt Martina
Rohne. Lausitzer Brauchtum wird auf dem Njepila-Hof groß geschrieben. Das gilt vor allem für Ostern. Von Martina Arlt

Immer wieder kommen neue Gäste hinzu, wenn der Njepila-Verein unter Leitung von Manfred Nickel nach Rohne zum gemeinsamen Ostereiermalen einlädt. Dann verwandelt sich das historische Ensemble in eine Osterwerkstatt, und die Besucher verzieren eifrig die kleinen Kunstwerke mit Wachstechnik. Mehr als 30 Leute malen akribisch genau ihre Ostereier in den schönsten Farben und Mustern. In großen Einweckgläsern befinden sich die fünf handelsüblichen Ostereierfarben. Die Gläser dafür schlummern noch in einigen Rohner Kellern. Denn diese Gegenstände sind heute nicht mehr handelsüblich. „In diesen Gläsern werden die Farben konzentrierter aufgegossen. Immerhin kommen zehn Blättchen von einer Farbe in ein Glas. Etwas Essig muss dazu gegeben werden“, erklärt Gertrud Hermasch.

Wer sich das erste Mal mit dieser Ostereiermalerei ausprobieren wollte, ist schon auf etwas Hilfe angewiesen. So lassen sich Gertrud Hermasch, Inge Muschalek, Ursel Domaschk, Manfred Nickel  und Ingrid Lehnigk nicht lange bitten, denn sie sind in diesem Metier „alte Hasen“. Besonders Petra Schubert hat den Bogen heraus, wenn es im Vorfeld um das Kochen der Ostereier geht. „In diesem Jahr habe ich zwischen 150 und 250 weiße Hühnereier gekocht“, sagt Schubert. Bis heute werde die Tradition in Rohne gelebt, am Karfreitag in großer Runde zum Ostereiermalen in Familie zusammenzusitzen. Dann gebe es auch meist Rührei zum Mittagbrot, fordere der Brauch. Zum Auftragen des heißen Wachses werde meist eine Feder vom Gänseflügel passend geschnitten. Eine Stecknadel sei für einige Muster erforderlich. „Besonders in unserer Region sind sorbische Muster wie die aufgehende Sonne, die Bienenwabe oder auch Wolfszähne üblich“, erzählt Gertrud Hermasch. Um ein Osterei kunstvoll zu verzieren, vergehen mindestens zwei Stunden.

Am Ostersonntag (1. April) findet bereits ab 7 Uhr die Osterandacht auf dem Friedhof Rohne statt. Das Osterfrühstück beginnt dann gegen 8 Uhr auf dem Njepila-Hof.