„Das war der größte Schandfleck in Bad Muskau-Köbeln“ , erzählt NOL-Baudezernent Werner Genau und meint damit die Anfang der 90er Jahre geschlossene Hausmülldeponie an der Schulstraße. Diese wurde nun saniert und geschlossen. „Nun haben wir den Menschen wieder ein Stück Natur zurückgegeben“ , so Genau beim Pressetermin nach der Abnahme des Projektes. Und er sieht die Sanierung der Deponie noch aus einem anderen Blickwinkel: „Die Deponie lag direkt am Neiße-Radweg. Aus touristischer Sicht wahrlich kein Anblick.“

Rest erledigt die Natur selbst
Doch dieser Anblick hat sich nun sichtbar gewandelt. Wer nicht ahnt, was sich unter dem großen Hügel befindet, der denkt nicht, dass sich hier einmal eine Deponie befand. Der Rasen ist angesät. Den Rest erledigt die Natur sozusagen selbst. „In ein paar Jahren wird der Anflug aus dem Wald dafür sorgen, dass das Gebilde nicht mehr so künstlich aussieht“ , so Peter Scharf, Niederlassungsleiter von Geos Freiberg in Weißwasser. Das Büro plante das Vorhaben. Die Firma Heilmann aus Schleife setzte es um. „Drei bis vier Mitarbeiter waren hier beschäftigt“ , erläutert Chef Gerhard Heilmann. „Es wurde eine gute Arbeit geleistet“ , konnte Genau den Firmen bescheinigen. „Wir sind dankbar, dass es gemacht wurde“ , bringt es der stellvertretende Bürgermeister Alexander Quint für die Stadt zum Ausdruck.
In dreieinhalb Monaten war die Arbeit geschafft. In dieser Zeit wurden 25 000 Kubikmeter Erde bewegt. Natürlich wurde auch untersucht, ob vom Müll Gefahr ausgeht. Wie es sich zeigte, „war der Gefährdungsgrad nicht sehr hoch“ , so Peter Scharf. Bauschutt, Hausmüll, Asche waren sozusagen die Hauptbestandteile der Ablagerungen. Doch auch anderes kam zu Tage, nämlich 23 Tonnen Altreifen. Diese wurden geborgen und entsorgt. Ebenfalls ans Tageslicht trat der alte Lindenhof. Brandbalken und Bauschutt des 1991 abgebrannten Hauses haben ihre letzte Ruhestätte in Köbeln gefunden.
Mit dem Abschluss der Deponie in Köbeln ist der Landkreis wieder ein Stück weiter auf dem Weg „einer Jahrhundertaufgabe“ , meint Genau. Schließlich muss er 117 Altdeponien ordentlich verschließen. Die Hälfte ist geschafft. Das auch dank Fördermitteln. „Die Gesamtkosten für das Projekt in Köbeln beliefen sich auf 121 000 Euro. 75 Prozent davon wurden gefördert“ , berichtet Werner Genau. Den Eigenanteil des Kreises steuern in dem Fall die Bürger des NOL bei. Das Geld kommt aus den Abfallgebühren. Pro Bürger und pro Jahr sind das rund ein bis zwei Euro.
„Die Arbeiten an der Deponie in Köbeln wurden mit sehr viel Interesse auch von Seiten der Bevölkerung verfolgt. Das ging so weit, dass man beobachtete, wenn man sozusagen die letzte Chance nutzen und Müll ablagern wollte“ , weiß Genau.

Illegale Müllhalden
Wo die eine Deponie zugemacht wird, wächst gleich eine neue. „Nur unweit von hier hat man wieder illegal Müll abgelagert. Nun müssen wir versuchen, herauszubekommen, wer den Müll in den Wald geschafft hat. Das wird wieder schwer werden und am Ende bezahlt es der Kreis selbst“ , muss Werner Genau eingestehen. 35- bis 50 000 Euro kostet es den Kreis jährlich, illegale Müll-Lager in den Wäldern zu beseitigen.

Zum Thema Projekte in Arbeit
  Um die Schließung von Altdeponien zu gewährleisten, hat der Landkreis in diesem Jahr 950 000 Euro (Förder- und Eigenmittel) eingeplant. „Kein Pappenstiel“ , argumentiert Werner Genau.
Gearbeitet wird derzeit unter anderem an den Deponien Rietschen und Mühlrose. Rietschen wird im nächsten Jahr fertig gestellt.
Für die Deponie Weißkeißel-Kaupen wird die Ausschreibung im November laufen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen.