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| 18:28 Uhr

Seenland
Der Leuchtturm am Bärwalder See wird wieder „eingefangen“

Derzeit sieht es aus, als würde der Leuchtturm am Klittener Hafen davonschwimmen. Die Verankerung zur Steganlage hat sich gelöst.
Derzeit sieht es aus, als würde der Leuchtturm am Klittener Hafen davonschwimmen. Die Verankerung zur Steganlage hat sich gelöst. FOTO: Regina Weiß / LR
Boxberg. Boxberg muss für Reparaturen an der Steganlage in die Kasse greifen. Von Regina Weiß

Dass der Wind auf dem Bärwalder See mächtig Leistung entfachen kann, hat schon mancher Segler zu spüren bekommen. Da wundert es nicht, dass die Kommune Boxberg nach den Sturmtiefs Xavier und Herwart einige Schäden an den Schwimmsteganlagen im Hafen Klitten registrieren musste. Unter anderem hatte sich die Verankerung gelöst, auf denen sich der Leuchtturm befindet, hat Bürgermeister Achim Junker (CDU) am Montagabend den Gemeinderat informiert. „Es muss aber niemand Angst haben, dass der Leuchtturm nun bis nach Boxberg schwimmt“, erklärt er der RUNDSCHAU am Dienstag auf Nachfrage. Gefahr im Verzug bestünde nicht mehr. Das auch dank des Einsatzes der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Boxberg, die die Gefahrenstelle abgesichert haben. Auch wenn es von Weitem so aussieht, als habe der Leuchtturm keine Verbindung mehr zum Hafen, täuscht das. Laut Junker hänge er noch an einem Faden. Gemeint ist die Verankerung unter Wasser.

Also muss repariert werden. Die Gemeinde will das nicht auf die lange Bank schieben und hat deshalb schon am Montag einen entsprechenden Auftrag ausgelöst, den eine Firma aus Ribnitz-Damgarten übernehmen wird. Laut Junker werden die Fachleute schon heute das erste Mal am Hafen Klitten ihre Arbeit aufnehmen. Geplant ist, die Schäden schnellstmöglich, spätestens bis zum Saisonbeginn 2018, zu beheben. Klar, dass das Geld kostet. Der Auftrag beläuft sich auf rund 16 900 Euro. Wobei die Kosten geschätzt sind: Sollten sich unter Wasser noch mehr Probleme aufzeigen, könnte es auch teurer werden.

Die Firma wird nicht nur mit schwerer Technik, sondern auch mit Tauchern anrücken, um den Leuchtturm „einzufangen“ und ihn an einen geschützten Platz im Hafen zu vertäuen.

Die Gemeinde habe jährlich für Arbeiten an den Steganlagen Geld eingeplant. Versichern ließen sich die Anlagen nicht, „dafür sind die Prämien einfach zu hoch“, schätzt Junker ein.

Schaden haben die Wetterunbilden aber nicht nur am Hafen gemacht. So gibt es Versandungen im Bereich der Schwimmsteganlagen am Ufer Uhyst und Kliffbildungen im Bereich des Textilbadestrandes am Klittener und Boxberger Ufer. Darüber hat die Kommune die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) informiert, die bergrechtlich zuständig sind. „Die Schäden werden nun geprüft und nach Notwendigkeit unverzüglich behoben“, erklärt Junker.

Die aktuellen Erkenntnisse sowie ein von der LMBV in Auftrag gegebenes Gutachten über die Auswirkungen von Wind, Wellen und Eisgang an den drei Schwerpunktufern sollen nach den Wünschen der Kommune zu umfangreichen Sofort-Maßnahmen führen. Diese sollen künftig eben jene Uferschäden vermeiden. Derzeit werde der Bau von massiven Molenanlagen als Lösung von der LMBV und Fachbehörden geprüft. Eine Mole ist ein aufgeschütteter Damm, der als Wellenbrecher dient.