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| 18:03 Uhr

Fisch gehört auf den Tisch
Der Lausitzer Karpfen hält fit

In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. ..
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. .. FOTO: Wolfgang Stiehler / Woflgang Stiehler
Halbendorf/Kreba. Spiegelkarpfen gehören zu Recht zu den gefragtesten Süßwasserfischen in der Region. Die Kreba Fisch GmbH produziert sie. Von Gabi Nitsche

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass mindestens ein- bis zweimal in jeder Woche Fisch auf der Speisekarte stehen sollte. Ob Wels, Stör, Zander, Forelle & Co.: „Noch besser, wenn es unsere Karpfen sind“, sagt Dr. Wolfgang Stiehler. Ob Karpfen blau, im Bierteig, gegrillt, gebraten oder als Suppe – der Lausitzer Spiegelkarpfen gehört zu den gefragtesten Süßwasserfischen in der Region und die Kreba Fisch GmbH zu den größten Produzenten hier. Für rund 80 Prozent der Produktion wird in der Aufzuchtanlage im Industriepark Schwarze Pumpe der Grundstein gelegt. Zum Aufpäppeln der Mini-Karpfen nutzen die Fischer das warme Wasser vom Kraftwerk der Leag.

Der 74-jährige Wolfgang Stiehler ist Experte. Er hat Fischzucht von der Pike auf gelernt, vom Facharbeiter über das Studium an der Humboldt-Uni in Berlin bis zur Dissertation.  Er ist beratend noch immer als Geschäftsführer der Kreba Fisch GmbH tätig, wo er nach seinem Studium 1967 anfing.

In der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft bewirtschaftet das Unternehmen eine teichwirtschaftliche Nutzfläche von etwa 550 Hektar. Insgesamt sind das um die 50 Teiche, „von einem bis 60 Hektar groß“. Stiehler nennt Niederspree, Ullersdorf, Malschwitz und Sproitz. Produziert werden Süßwasserfische wie Hecht, Schleie, Wels, Stör sowie Farbfische, aber vor allem der Lausitzer Spiegelkarpfen. Zwischen 70 und 80 Prozent der Masse mache dieser aus.  Vor über zehn Jahren hat das Unternehmen rund eine Million Euro in ihre Fischaufzuchtanlage investiert. Die befindet sich nicht, wie man annehmen sollte, in Kreba, sondern im Industriepark Schwarze Pumpe, wo das Warmwasser vom Kraftwerksprozess genutzt wird.

„Zurzeit fischen wir dort ab, das Ergebnis ist gut wie immer“, schätzt Stiehler ein. Die Mini-Karpfen sind die Grundlage für rund 80 Prozent der Krebaer Speisekarpfenproduktion. Doch Schwarze Pumpe ist ja nicht die erste Station für die Minis. Den Anfang macht die Karpfenbrut. Dazu werden die Laichkarpfen in kleine Teiche gesetzt und sollen sich um den Nachwuchs kümmern. Sie legen Eier ab, aus denen dann die Brut schlüpft. „Wenn diese schwimmfähig ist, fischen wir sie ab. Das geschieht mit sehr, sehr feinen Netzen“, erklärt Wolfgang Stiehler. 30 Gramm leicht ziehen rund 200 000 Stück im Herbst um in die Wellness-Oase Schwarze Pumpe. Insgesamt stehen 750 Kubikmeter Nutzvolumen zur Verfügung, und das in vier großen Becken à 175 Kubikmeter Inhalt und vier kleinen à 12,5 Kubikmeter, zählt Wolfgang Stiehler auf. Bei gleichmäßig warmem Wasser, das 20 bis 22 Grad Celsius hat, werden die Flossentiere über den Winter aufgepäppelt, erhalten täglich mindestens sechs- bis achtmal Futter. Alles automatisch, denn die ganze Anlage wird überwiegend per Computer gesteuert. Wolfgang Stiehler betont begeistert, dass das Hightec ist. Alles sei genormt – Wassermenge, Temperatur, Sauerstoffgehalt. Kommt es doch einmal zu einer Störung, wird das per Nachricht auf dem Handy des zuständigen Mitarbeiters signalisiert, der sofort reagiert, entweder online oder im Notfall eben vor Ort.

 „Anfang, Mitte Mai wiegt so ein Exemplar zwischen 400 und 500 Gramm und legt dann in unseren Teichen noch einmal tüchtig zu.“ Etwa zwei Kilo bringt ein so ein Prachtbursche letztlich auf die Waage. „Die Aufzuchtanlage ist für die Kreba Fisch GmbH von immenser Bedeutung, denn dank dieser sparen wir ein Jahr ein.“ Dass bei der Aufzucht, auf eine artgerechte und ökologisch verträgliche Haltung der Tiere größter Wert gelegt wird, hebt der Experte hervor.

Etwa die Hälfte der Produktion liefert Kreba an den Kooperationspartner nach Osnabrück. Dort wird der Fisch geschlachtet, einzeln verpackt und im Frosthaus in Vörden tiefgefrostet. „In kürzester Zeit geht es runter auf minus 18 Grad Celsius. Das ist toll, und von dort werden dann die Handelsketten mit unserem Fisch beliefert“, berichtet Wolfgang Stiehler. So sei es möglich, schon im Oktober/November Abnehmer zu beliefern, denn das entlaste das Weihnachtsgeschäft, ist der Lausitzer Spiegelkarpfen doch vor allem zu Weihnachten und Silvester sehr gefragt. Wenn die Verkaufswagen den frischen Fisch auf Märkten anbieten, bilden sich schnell mal lange Schlangen – auch in Weißwasser. Das erinnert dann immer ans Abfischen an der Schwarzen Lache in Kreba im Spätherbst. Eine traditionelle Veranstaltung, wo es Tausende Besucher hinlockt. Sie schauen bewundernd zu beim Lachefischen, ein Gewässer, dessen Pächter Teichwirt Rüdiger Richter ist.

Bis auf den Januar und Februar, wenn es schneit und friert, haben die Fischwirte immer viel zu tun. „So bald das Eis weg ist, geht’s wieder los. Die Teiche werden kontrolliert, notwendige Reparaturen vorgenommen, es wird gekalkt, Naturpflegemaßnahmen werden vorgenommen.

In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. Dorthin werden sie in großen Behältern transportiert.
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. Dorthin werden sie in großen Behältern transportiert. FOTO: Wolfgang Stiehler
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt.
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. FOTO: Wolfgang Stiehler
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt.
In der Aufzuchtanlage von der Kreba Fisch GmbH in Schwarze Pumpe - wurden Anfang, Mitte Mai die Mini-Karpfen, de hier über den Winter im warmen Wasser vom Kraftwerk der Leag aufgepäppelt wurden, abgefischt. Die Süßwasserfische werden dann in die Teiche des Unternehmens umgesetzt. FOTO: Wolfgang Stiehler