Recht schwierig und umständlich ist das Restloch Heide IV zwischen Hosena und Lauta zu erreichen. Überall warnen Schilder vor dem Betreten der Uferbereiche. Lediglich in der Nähe des westlich von Lauta gelegenen Forsthauses Johannisthal bietet sich ein einigermaßen sicherer Blick über den knapp vier Kilometer langen, aber nur wenige hundert Meter breiten See. Die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen verläuft mitten hindurch. Das Gewässer ist fast vollständig von Wald umschlossen. Unweit des Ostufers hebt sich der sagenumwobene Jungfernstein über der Kiefernheide hervor. Im Norden trennt ein Damm das Gewässer vom Restloch Heide V ab.
In der Projektplanung der LMBV sind die Jahre 2012/13 als Sanierungsbeginn für Heide IV vorgesehen. „Für Brandenburg und Sachsen existieren bereits die entsprechenden Betriebspläne. Brandenburg hat seinen Teil aber zurückgezogen“ , erklärt Planer Lothar Schade von der LMBV. Eine veränderte Technologie sei der Grund. „Die Böden auf der Restböschung sind nämlich sehr schwer verdichtbar. Dort soll nicht, wie ursprünglich vorgesehen, per Sprengung saniert werden, sondern mit einer neuen Rüttelstopfverdichtung“ , erläutert Schade.
Die Vorbereitungsarbeiten für die Restlochsanierung sollen seinen Angaben zufolge im Jahr 2012 beginnen. Ein Jahr später werde die Sanierung mit einem umfangreichen Wegebau fortgeführt. Zu diesem Zweck solle der Trenndamm zwischen den Restlöchern IV und V gesichert werden.

Von Süd nach Nord
Mit der eigentlichen Verdichtung werde dagegen im Süden des Restloches IV begonnen. „Dort wollen wir auch die durch ein Setzungsfließ abgerutschte Pumpstation bergen“ , kündigt Lothar Schade an. Anschließend würden sich die Bergbausanierer in fünf Etappen auf einer Länge von 3905 Metern nordwärts vorarbeiten. „Für die Sanierung der acht bis zehn Meter tiefen Erosionsrinnen am Ostufer müssen wir uns erst einmal eine wirkungsvolle Technologie einfallen lassen, denn sie sind aufgrund ihrer Größe nicht einfach auffüllbar“ , erklärt der Planer. Das Problem werde bis 2009 durch ein Ingenieurbüro gelöst.
Der abgerutschte Trenndamm zwischen Johannisthal und Hosena solle in Gänze beseitigt werden. „Dort wird ein Schwimmbagger zum Einsatz kommen. Die anfallenden Erdmassen werden verklappt“ , kündigt Lothar Schade an.
Für die Anwohner – sowohl in Hosena als auch in Lauta – schätzt der Planer die Belastungen durch die Sanierer als recht gering ein. „Es wird kaum zu größeren Problemen kommen.“

Kein Badesee
Wenn der Heider See um die Jahre 2018/19 fertig saniert ist, werde an seinen Ufern kein direktes Erholungsgebiet entstehen. „Ein Badegewässer mit Strandbereichen ist nicht vorgesehen“ , sagt Sieghard Balzer von der LMBV-Projektkoordinierung Brandenburg. Vielmehr solle ein Vorranggebiet für die Natur mit hohem Waldanteil, quasi der „Heider See in der Heide“ geschaffen werden.

Zum Thema Einst Kohlengrube
 Das heutige Restloch Heide IV bildete früher den Tagebau Heide/Wiednitz. Bis ins Jahr 1965 wurde dort Kohle gefördert. Die südlich des Gewässers gelegene Brikettfabrik Heide mit ihrem charakteristischen hohen Schornstein wurde um 1991 abgerissen. Sie wäre 2010 genau 100 Jahre alt geworden. Das Restloch Heide ist LMBV-Angaben zufolge rund 3,9 Kilometer lang und bis zu 40 Meter tief.