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| 02:55 Uhr

Der Habicht befindet sich auf dem absteigenden Ast

Habicht-Experte Waldemar Gleinich (r.).
Habicht-Experte Waldemar Gleinich (r.). FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Neschwitz. Der Habicht gilt als Vogel des Jahres 2015. Doch in Sachsen befindet sich diese Art auf dem eher absteigenden Ast. trt1

Das haben zumindest verschieden Fachleute festgestellt.

Nach Angaben des Dresdner Experten Dr. Rolf Steffens ist der Habicht die vierthäufigste Greifvogelart im Freistaat. Es gebe zwischen 650 und 800 Brutpaare. Diese Zahlen seien während der letzten Kartierung, die bereits rund zehn Jahre zurückliegt, ermittelt worden.

Zum Vergleich: In Deutschland gab es im Jahr 2014 zwischen 11 500 und 16 500 Brutpaare. Inzwischen, so Steffens, sei ein Rückgang zu beobachten. Die Art leide, wie auch weitere Greifvögel, unter der menschengemachten Veränderung ihrer Lebensräume. Die Entfernung von Brutbäumen im Wald sowie die ausgeräumte Agrarlandschaft ohne kleinräumige Strukturen wirkten sich negativ auf die Artenzahlen aus. Andere Arten befänden sich dagegen im Aufwind. Diese profitierten unter anderem vom Rückgang der chemischen Keule sowie von milden Wintern sowie warm-trockenen Sommern.

Früher hatte die Dezimierung des Habichts wie auch des ähnlich aussehenden Sperbers eine andere Ursache, wie Waldemar Gleinich, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz, sagt.

Gleinich empfiehlt Waldbesitzern, Brutbäume unbedingt stehenzulassen und auch in deren Umfeld keine Veränderungen im Waldbild vorzunehmen. Schließlich erfülle der Habicht im Ökosystem eine wichtige Aufgabe. Als "Waldpolizist" entnehme er kranke und schwache Tiere.