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Der Freizeitpark könnte in die Stadt ziehen

Hier erklärt Baureferatsleiter Thomas Böse die Maßnahmen innerhalb des Oberlausitzer Sport- und Freizeitparks.
Hier erklärt Baureferatsleiter Thomas Böse die Maßnahmen innerhalb des Oberlausitzer Sport- und Freizeitparks. FOTO: amz1
Weißwasser. Nur rund eine Handvoll Leute sind der Einladung der Stadt Weißwasser zu einem Spaziergang anlässlich des Tages der Städtebauförderung gefolgt. Doch wer dabei war, bereute sein Kommen keineswegs. amz1

Schließlich präsentierte die Verwaltung die aktuellen Pläne für den Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark (OSP) im Herzen der Weißwasseraner Südstadt.

Bereits vor knapp vier Jahren öffnete die neue Eishalle als wichtigstes und teuerstes Objekt erstmals ihre Pforten. Insgesamt 15,5 Millionen Euro inklusive des Abrisses des alten Fuchsbaus seien in dieses Projekt geflossen, rechnet Baureferatsleiter Thomas Böse vor. Den Löwenanteil der Summe, nämlich zehn Millionen Euro, habe die Städtebauförderung beigesteuert. "Solch hohe Summen sind aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme", kommentierte Böse. Es habe sich damals um eine "historisch einmalige Situation" gehandelt. Die Stadt hatte Geld, und der Freistaat wollte Geld "loswerden". Zum Vergleich: Im Rahmen der Städtebauförderung werden pro Jahr bundesweit zwischen 600 Millionen und 700 Millionen Euro ausgereicht.

Dort, wo die alte Eishalle stand, erstreckt sich heute eine Wiese. Ein neuer Hochbau sei dort jedenfalls nicht geplant. "Wir wollen irgendetwas im Bereich Sport oder Freizeit machen", kündigt Thomas Böse an. Denkbar seien ein Kinderspielplatz sowie eine Anlage für Seniorenfitness. Bereits konkret sei die 20 mal 40 Meter große Asphaltfläche, die mittels der alten Bande der Eisarena eingegrenzt werde. Dort könne künftig Hockey oder Fußball gespielt werden. Zudem werde ein Bolzplatz errichtet.

Die geplanten Maßnahmen würden zulasten des Weißwasseraner Freizeitparks am Südende der Stadt gehen. "Wir wollen die Leute mehr in die Stadt holen", gibt Oberbürgermeister Thorsten Pötzsch (Klartext) die Marschroute vor. Das gelte auch für die im Freizeitpark etablierten Projekte der Jugendinitiative. Der alte Standort werde indes mittelfristig aufgegeben.

Bereits diese Woche erfolgt auf dem OSP-Gelände ein weiterer Baustart. Konkret handelt es sich um den Neubau der Kita Regenbogen. Die Einrichtung soll im Herbst 2018 vollendet sein. Vollendet ist dagegen schon das "Stadion der Kraftwerker" inklusive des neuen Vereinsheims für die TSG Kraftwerk Boxberg/Weißwasser. Ein interessierter Bürger weist während des Rundgangs darauf hin, dass nach Starkregen der Sportplatz nicht selten unter Wasser stehe. Nach Angaben der Stadt hat der Platzwart indes noch keinen entsprechenden Hinweis gegeben. In das neue Vereinshaus seien insgesamt rund anderthalb Millionen Euro investiert worden. Der Vorgängerbau war abgebrannt. "Da kamen wir mit dem Neubau einfach günstiger", so Thomas Böse.

Manchen Bürgern sei im Zuge der Umwandlung der Flächen um die Eisarena die Waldrodung sauer aufgestoßen. Indes seien aber viele neue Bäume gepflanzt worden. Vor dem neuen Vereinsheim wächst sogar ein neuer Laubwald heran. Manchen Sportlern habe dies aber auch nicht gepasst. Sie hätten auf diesem Areal lieber ihre Autos abgestellt.

Ach ja, eines muss Oberbürgermeister Pötzsch unbedingt noch loswerden. Nämlich, dass Weißwasser durchaus keine Schildbürger-Stadt sei. Konkret geht es um die Lampen, die hinter dem Fuchsbau scheinbar umsonst auf der dortigen Wiese stehen. "Es handelt sich um einen Fluchtweg aus der Eishalle", lautet die schlüssige Begründung von Torsten Pötzsch.

Insgesamt wurden in den OSP ohne die neue Eishalle bereits 1,1 Millionen Euro investiert. Davon kamen 739 000 Euro aus Fördertöpfen. Projekte waren unter anderem der neue Verkehrsgarten, die Magistrale "Zum Fuchsbau", weitere Straßen sowie Parkplätze.