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| 13:33 Uhr

Rakotz-Ensemble Kromlau
Der erste Stein der Grotte ist gesetzt

Kromlau. Am Dienstagabend ist der Grundstein für den Wiederaufbau der Grotte am Rakotz-Ensemble im Kromlauer Park gesetzt worden. Dazu ist auch Politikprominenz gekommen. Von Christian Köhler

Das Setzen des ersten Steins ist entscheidend. Das ist nicht nur bei einem Hausbau so, sondern auch beim Wiederaufbau der Grotte im Kromlauer Park. Den Startschuss für deren Erwachen hat am Dienstagabend in Kromlau der stellvertretende Bürgermeister Peter Weszkalnys (CDU) im Beisein vom Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und dem Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) gegeben. „Auf gutes Gelingen“, ruft Weskalnys den anwesenden Bauleuten und Ingenieuren zu.

Ein Extra-Progamm für Kromlau aufgelegt

Die Grotte ist Teil des Rakotz-Ensembles, was bis zum Jahr 2020 für rund 4,2 Millionen Euro saniert wird. Bund und Freistaat haben nach mehreren Anläufen der Gemeinde Gablenz dafür das Geld locker gemacht. „Für mich ist der heutige Anlass ein Beispiel dafür, was uns verbindet und was uns stark macht“, sagt Michael Kretschmer. Gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk aus Weißkeißel sei er in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter etwas angegangen, „was eigentlich ein bischen unmöglich ist“, so der sächsische Regierungschef. Denn anfangs hatte das Rakotz-Ensemble nicht so recht in ein Förderprogramm gepasst. Das aber sei vor zwei Jahren gelungen, um „dieses wichtige, nationalbedeutende Denkmal am Rakotzsee herzurichten“, sagt der Ministerpräsident.

Seit 2017 ist die Gemeinde deshalb in der Mission unterwegs, alle Vorbereitungen für die Sanierung auf den Weg zu bringen. Absprachen mit den Denkmalbehörden, den Fördermittelstellen sowie den bauausführenden und planerischen Firmen sind notwendig – verlangen viel Zeit und Einsatz des ehrenamtlichen Gemeinderates und der kleinen Verwaltung. Insgesamt sind bis Juli diesen Jahres Aufträge an Firmen von rund 850 000 Euro vergeben.

Das Planungsbüro Bauer und Lauterbach in Dresden ist mit den Planungen und Untersuchungen am inzwischen trockengelegten Rakotzsee beauftragt worden. Auch ein Ingenieurbüro für Geotechnik sowie das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen waren vor Ort.

Grundsteinlegung der Grotte am Rakotzsee FOTO: Christian Köhler

Puzzle mit moderner Technik gelöst

Um den Wiederaufbau der 1952 eingestürzten Grotte – das Projekt ist mit rund 663 000 Euro angesetzt und soll im Mai 2020 fertiggestellt sein – zu beginnen, mussten zunächst die Trümmer kartografiert werden. „Wir wissen von rund 70 Prozent der Steine, wo diese sich einst befunden haben“, sagt Thomas Bauer. Für ihn und das Steinmetz-Team der Firma Schubert ist es wie ein großes Puzzle, was nun zusammengesetzt werden muss.

Spektakulärer Fund an der Grotte

Bei den Untersuchungen förderten die Experten einen spektakulären Fund zutage: „Wir haben verschiedene Teile eines Torsos aus Sandstein entdeckt, der Antaios und Herakles aus der griechischen Mythologie darstellen“, erklärt Thomas Bauer. Nach mythologischer Überlieferung traf Herakles auf den Riesen Antaios und forderte diesen zum Kampf auf. „Es war ein ungleicher Kampf, da Antaios immer wieder neue Kräfte von seiner Mutter Gaia, der Erde, erhielt. Herakles erkannte dies, hob Antaios von der Erde weg und besiegte ihn“, erklärt Peter Weszkalnys den angereisten Gästen und Bürgermeistern der Region.

Noch ist die Bewertung und Einordnung dieses Fundes in die Parkarchitektur in Kromlau, die Friedrich Hermann Rötschke zwischen 1842 und 1875 anlegen ließ, nicht vollständig geklärt. Derzeit geht insbesondere Thomas Bauer davon aus, dass ein Großteil des Rakotz-Ensembles architektonischer Ausdruck der Grimmschen Sagenwelt sein könnte. Dazu zählt etwa die Brücke – sie soll im Herbst ein Traggerüst erhalten und bis Anfang 2021 saniert werden – und auch die Basaltstele „Orgel“, deren Untergrundsicherung und Stabilisierung bald abgeschlossen ist.

Gruß an abwesenden Bürgermeister

Peter Weszkalnys nutzt unterdessen die Gelegenheit der Grundsteinlegung, einen besonderen Gruß an Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) zu übermitteln, der krankheitsbedingt beim Festakt nicht anwesend sein konnte. Daran kann sich Michael Kretschmer nur anschließen. „Wir denken alle an ihn.“