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| 16:55 Uhr

Feuerwehr
Der erste Rüstwagen kommt nach Bad Muskau

Stadtwehrleiter Andreas Haertel in der Mitte des neuen Feuerwehrausschusses. Zu dem gehören: Christoph Speer (1.v.l.), André Sommerfeld (links oben), André Pohl und Martin Seifert (1.v.r.).
Stadtwehrleiter Andreas Haertel in der Mitte des neuen Feuerwehrausschusses. Zu dem gehören: Christoph Speer (1.v.l.), André Sommerfeld (links oben), André Pohl und Martin Seifert (1.v.r.). FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Stadtwehrleiter Andreas Haertel für ein weiteres Jahr wiedergewählt. Zahl der Einsätze gestiegen

Wie ein Mantra hat Andreas Haertel Jahr für Jahr in seinem Bilanzbericht mit harschen Worten die alte Einsatztechnik der Feuerwehren der Parkstadt kritisiert. Am Freitagabend war er bei dem Thema eher zurückhaltend. Ist das etwa die Altersmilde? Oder doch das Licht am Ende des Techniktunnels?

So nah wie noch nie ist die Parkstadt derzeit an Ersatzbeschaffungen dran. Am 26. Februar heißt es Daumendrücken für den polnisch-deutschen Förderantrag, der fünf Kommunen dies- und jenseits der Grenze zu neuer Technik verhelfen könnte. Für die Bad Muskauer würde es bedeuten, dass es eine Ablösung für das 23 Jahre alte Tanklösch­fahrzeug gibt.

Gute Nachrichten kann Ingelore Ruge vom Brand- und Katastrophenschutzamt des Kreises beim Thema Rüstwagen verkünden. Landrat Bernd Lange (CDU) habe mit einem Schreiben an das Innenministerium noch einmal auf das Problem hingewiesen. „Der erste Rüstwagen (RW) geht nach Bad Muskau“, hören die Kameraden. Im Mai werden für die Beschaffung die Aufträge vergeben. Heißt also: Lieferung nicht vor 2019. So lange muss der alte RW noch durchhalten, auch wenn er auf die 30 zu rollt. Die Ersatzbeschaffung für das Löschfahrzeug liegt dagegen in der Hand des Bundes. Das ist die Neubeschaffung mit den meisten Fragezeichen.

Auch mit Technik, die in die Jahre gekommen ist, konnten die Floriansjünger aus Köbeln und der Stadtwehr ihre gestellten Aufgaben 2017 erfüllen, kann Haertel bilanzieren. Dabei war das Einsatzjahr nicht ohne. Auf 17 Einsätze bringen es die Köbelner. Das sind drei mehr als 2016. 62 Einsätze zählt die Stadtwehr. Das sind schon mal zwölf mehr als im Vorvorjahr. Elf Brände, 19-mal Sturm schlagen zu Buche. Was zunimmt, sind Türnotöffnungen. „Der Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort und jedes Mal war wirklich Gefahr im Verzug“, schildert Haertel. Die Kameraden beider Wehren haben damit 777 Stunden in Einsätzen verbracht.

„Wir sind ein verlässlicher Helfer, wenn Menschen in Not geraten“, so Haer­tel. Dabei werde die Hilfe immer schwieriger. „Die Achtung vor den Helfern sinkt rapide. Es ist nur traurig, wie die Zeiten sich verändert haben“, so ein nachdenklicher Stadtwehrleiter. Hinzu komme, dass die Mitbürger die Hilfe durch die Kameraden auch als selbstverständlich hinnehmen.

47 Frauen und Männer gehören zur Stadtwehr. Davon bilden 33 die operative Abteilung und davon wiederum 15 sind Atemschutzgeräteträger. 28 Floriansjünger gehören zur Köbelner Truppe. 14 rücken bei Einsätzen aus. Acht können unter Atemschutz agieren. In beiden Wehren gibt es zudem eine 14 Mann starke Alters- und Ehrenabteilung, die bei der Pflege der Gerätehäuser hilft und die Kameradschaft pflegt. Froh ist Haertel, dass es gelungen ist, die Jugendwehr von sieben auf zehn zu verstärken. Die Acht- bis 15-Jährigen, darunter ein Mädchen, werden von Jens Dräger und Sebastian Breitenstein betreut.

Sorgen macht sich der Stadtwehrleiter, wenn er auf die Altersstruktur schaut. In beiden Wehren zusammengenommen sind gerade Mal fünf Kameraden unter 26 Jahre alt. Der Durchschnitt der operativen Kräfte liege dagegen bei 42 Jahren in der Stadt und 44 in Köbeln.

Das Alter macht auch vor Gebäuden nicht Halt. Vier Fördermittelanträge sind für das Gerätehaus in Köbeln bisher erfolglos gewesen. „Warum immer Köbeln – ein Schelm, der Böses dabei denkt“, gibt Heartel in seinem Bericht eine Aussage von Köbelns Wehrleiter Frank Hebig wieder. Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) kündigt in diesem Zusammenhang an, im März Antrag Nummer fünf auf den Weg zu bringen. Unterstützung für die Feuerwehr verspricht sich der Stadtchef auch vom Freistaat. Schließlich habe der neue Ministerpräsident in seinem 100-Punkte-Programm einiges angekündigt. „Es ist ein interessanter Ansatz des Ministerpräsidenten, aber davon hatten wir schon viele“. lautete der Kommentar von Gerd Preußing, stellvertretender Kreisbrandmeister.

Die Jahreshauptversammlung 2018 war auch eine Wahlversammlung in der Parkstadt. Stadtwehrleiter und Feuerwehrausschuss mussten bestimmt werden. 2002 war Andreas Haertel zum ersten Mal als Stadtwehrleiter gewählt worden. Am Freitag kandidierte er ein letztes Mal, wie er gegenüber der RUNDSCHAU verriet. Für ein Jahr übernimmt er die Aufgabe erneut. 74 Prozent der Kameraden stimmten für ihn. Ein Jahr nur deshalb, weil die Gemeindefusion mit Krauschwitz ansteht und dann dieser Posten neu besetzt werden muss.

Beim Feuerwehrausschuss erhielten André Sommerfeld, Christoph Speer, André Pohl und Martin Seifert das Vertrauen ihrer Kameraden.

Einen Generationswechsel gab es übrigens auch an der Spitze der Stadt-Wehr. Uli Dutsch hat nach 16 Jahren die Leitung an Sebastian Krahl übergeben.

Auszeichnungen: Für treue Dienste wurden Christoph Speer (zehn Jahre), Ricardo Panoscha, André Sommerfeld (beide 20), Gino Knöfel, Jens Bistrosch (beide 30), Michael Rose (40) und Hans Spranger (60 Jahre) geehrt. Beförderungen: Stefan Michalk (zum Oberfeuerwehrmann), Florian Demuth (Hauptfeuerwehrmann), Christoph Speer und Sebastian Breitenstein (beide Hauptlöschmeister).

(rw)