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| 13:09 Uhr

Tanzsport
Der Dschungel wird geputzt

 Die Sweet Hoppers beim Training im Vereinspavillon. Für das Bild haben sich die Trainerinnen Lolita Blockus und Marianne Diedrich unter die Tänzerinnen gemischt.
Die Sweet Hoppers beim Training im Vereinspavillon. Für das Bild haben sich die Trainerinnen Lolita Blockus und Marianne Diedrich unter die Tänzerinnen gemischt. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Die Sweet Hoppers vom TSC Kristall Weißwasser wollen beim DDP-Cup in Dresden überzeugen. Dafür legen sie sich beim Training ins Zeug. Von Regina Weiß

Die Sweet Hoppers sind motiviert. Sie haben sich für den DDP-Tanzcup – Ostdeutschlands größten Tanzpokal in Dresden – an diesem Samstag, 9. Februar, viel vorgenommen. Der erste Platz soll es möglichst werden, rufen die Mädels durch den Vereinspavillon in Weißwasser. „Naja, mindestens ein Platz auf dem Treppchen“, relativieren die beiden Trainerinnen. Lolita Blockus (23) und Marianne Diedrich (30) sind dem Tanzen in Weißwasser allein schon durch ihre Auftritt mit Dance Attack lange verbunden. Diese Saison mit dem Sweet Hoppers ist allerdings eine ganz besondere.

Wenn man sie darauf anspricht, werden die Augen sofort feucht. Denn die beiden jungen Frauen werden in diesem Frühjahr ihre Trainerkarriere an den Nagel hängen. TSC-Präsidentin Johanna Blümel weiß, was sie an beiden hat. Sie überrascht sie beim Trainingsbesuch der RUNDSCHAU mit einem kleinen Geschenk. Gleichzeitig ist die Vereinschefin froh, dass es weitergeht und der Staffelstab an neue Trainerinnen aus den eigenen Reihen übergeben werden kann, um die gute Arbeit mit der Kids-Formation im Showtanz fortzuführen.

Doch auch wenn der Abschied nah ist, ist er doch noch ganz fern. Jedenfalls an diesem Abend in Weißwasser. Jetzt heißt es erst mal erwärmen. Das klappt auch prima, wenn die Trainerinnen nicht hinschauen. Doch dann wird es ernst. „Endangered“ lautet das Motto ihres Tanzen. „Gefährdet“ ist die deutsche Übersetzung. Die Mädchen nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise in den Dschungel. Und der wird nun geputzt. Feinschliff ist angesagt. Und da sehen Lolita Blockus und Marianne Diedrich wirklich alles. Ob die Schultern hängen, die Zehen nicht richtig gestreckt sind, ob jemand aus dem Takt fällt oder die Einsätze verpasst. Sofort wird korrigierend eingeschritten. Außerdem gefällt dem Trainerduo ein Übergang nicht. Sie probieren verschiedene Schritt-Kombinationen vor der großen Spiegelwand aus. Dann müssen die 23 Mädels das in die Choreografie übernehmen. Schließlich muss alles sitzen, will man sich der Jury zeigen. Und das sind Fachleute, die in Dresden auf alles schauen werden. Dort treten übrigens rund 1000 Tänzer in 53 Formationen an. Elf kommen aus der Lausitz. Neben den Sweet Hoppers fahren auch SkAngelz und Dance Attack nach Dresden.

235 Punkte von 250 möglichen – so lautete das tolle Ergebnis vom Foucault Advents Dance Cup im Dezember 2018 für die Sweet Hoppers, das war der erste Platz. Doch nicht nur dieser Pokal wurde aus Hoyerswerda nach Weißwasser entführt. Die Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren konnten sich als Publikumslieblinge feiern lassen. Das war natürlich ein toller Beginn in die Tanzsaison.

Nicht alles auf Anfang, aber volle Konzentration ist nun wieder vonnöten. Auch wenn man die Musik immer und immer wieder gehört hat. Mehrere Monate begleitet am Ende so ein Titel die Mädchen. „Zuerst muss eine Idee da sein“, erklärt Lolita Blockus. Daraus werde dann alles weitere entwickelt. Musik, Schrittfolgen und Ausdruck sind das eine, Deko und Kostüme das andere. Fleißige Helfer vom Verein, Eltern und Großeltern geben dafür die nötige Unterstützung.

Apropos Unterstützung. Die Weißwasseraner Fans sind eine Macht. Nicht nur in Hoyerswerda machen sie lautstark auf sich aufmerksam. Auch nach Dresden macht sich eine große Abordnung auf. Die Muttis übernehmen in dem Fall das Organisieren der Karten.

Die beiden Trainerinnen hoffen, dass sie mit ihrer Truppe wieder eine emotional bewegende und gute Zeit in Dresden erleben. Dafür geben auch sie viele Stunden. Schalten nach der Arbeit in Weißwasser und Cottbus an zwei Nachmittagen in der Woche den Kopf von Job auf Tanzen um. Sicherlich anstrengend, aber auch schön.

Tänzerisch wird dann für diese Wettkampfsaison am 23. März der Schlusspunkt in Zary (Sorau) gesetzt. Und dann heißt es Abschiednehmen für die Trainerinnen, aber daran will jetzt noch keiner denken.