| 02:46 Uhr

Der Dominoeffekt von Kringelsdorf

Kai Zieschang, Stephan Hoffmann, Anne Wagner, Daniel Ladusch, Martin Zieschang, Marcel Dubil, Stefanie Fiedler und Roman Lustig (v.l.n.r.) haben für die LR Aufstellung genommen.
Kai Zieschang, Stephan Hoffmann, Anne Wagner, Daniel Ladusch, Martin Zieschang, Marcel Dubil, Stefanie Fiedler und Roman Lustig (v.l.n.r.) haben für die LR Aufstellung genommen. FOTO: R. Weiß
Kringelsdorf. Die Freiwillige Feuerwehr Kringelsdorf musste 82 Jahre alt werden, damit eine Frau aus den Reihen der Truppe in eine Führungsposition aufrückt. Es ist Anne Wagner, die Wehrleiter Stephan Hoffmann nun als seine Stellvertreterin zur Seite steht. Regina Weiß

"Sie ist vom Bürgermeister kommissarisch ernannt worden. Ihre Wahl steht dann bei der nächsten Jahreshauptversammlung an. Die Zusammenarbeit ist spitzenmäßig", berichtet der Wehrleiter. Er ist der Einzige, der auf seiner Position geblieben ist. Ansonsten hat sich die Aufgabenverteilung in der Leitung komplett verändert. Und Schuld daran sind Martin und Kai Zieschang. Mit ihrem Wechsel in die Position des Gemeindewehrleiters und seines Stellvertreters kippten in Kringelsdorf die Dominosteine.

Doch alles der Reihe nach. Als klar war, dass sich der Boxberger Gunna Sock nicht mehr als Gemeindewehrleiter zur Wahl stellen wird, musste ein Nachfolger gefunden werden. Der Kringelsdorfer Martin Zieschang wollte sich dieser Aufgabe stellen. Er sprach mit seinem "Chef" Stephan Hoffmann. Der fand die Idee gut und redete seinem Stellvertreter gut zu. Einem anderen redete er allerdings zu dem Zeitpunkt ähnliche Gedankenspiele aus. Denn auch der Kringelsdorfer Gerätewart Kai Zieschang hatte Ambitionen, in die Gemeindewehrleitung aufzusteigen. Zwei Funktionsträger aus einer Wehr und zudem noch Cousins - Stephan Hoffmann hatte die Befürchtungen, dass das nicht bei allen Kameraden zwischen Bärwalde und Uhyst gut ankommen würde. Doch dann tagte der Gemeindefeuerwehrausschuss und plötzlich fehlte ein Kandidat für das Stellvertreteramt. "Ich hätte da jemand", warf Stephan Hoffmann ein und telefonierte mit Kai Zieschang. "Eine Bedenkzeit hatte ich dann nicht mehr", lacht Kai Zieschang.

Die Gemeindewehrleitung - Dritter im Bunde ist der Uhyster Andreas Pschola - hat sich mittlerweile gefunden und bei allen Wehrleitungen vorgestellt. Neben den Problemen wie fehlende Tageseinsatzbereitschaft und Technik mussten auch spektakuläre Einsätze bewältigt werden. Martin Zieschang fallen der Holzhausbrand in Bärwalde und die Sprengung auf dem ehemaligen NVA-Gelände ein.

Derweil musste sich die Kringelsdorfer Wehr weiter neu aufstellen. Weil Anne Wagner nach einer kurzen Bedenkzeit auf die Stellvertreterposition aufrückte, hat nun Stefanie Fiedler allein den Hut als Jugendwartin auf. Den hat sie sich nur aufsetzen lassen, weil ihr die Wehr Unterstützung zugesichert hat. Denn 13 Mitglieder in der Jugendwehr sind für ein Dorf wie Kringelsdorf gut, können aber gewaltig an den Nerven zerren. "Allein wäre das nicht machbar", sagt die junge Frau. Zudem sind die Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren. Flöhe hütet man leichter …

Als neuer Atemschutzgerätewart fungiert nun Roman Lustig. "Man fuchst sich da rein. Und wenn es gar nicht geht, dann gibt es mal ein Gespräch am Gartenzaun" - der kurze Dienstweg. "Wir ergänzen uns gut", findet Daniel Ladusch und meint seinen Spannemann Marcel Dubil - nun beide Gerätewarte. Für den "Rest" der Kameraden sind die beiden sowieso "Latsch und Bommel".

"Wie in einer guten Beziehung", schiebt Stephan Hoffmann lachend hinterher. Das spreche auch für die Feuerwehr Kringelsdorf. Hier werde nicht nur zusammen geübt, gelöscht und gerettet, sondern auch geheult, gelacht und gemeinsam gefeiert.