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| 13:59 Uhr

Schnelles Netz im Landkreis Görlitz bis 2022
Breitbandausbau hat begonnen

 Georg Schwarzer von der Enso (l.) demonstrierte den Gästen, hier Peter Weszkalnys, stellvertretender Bürgermeister von Gablenz, bei der Auftaktveranstaltung das Spleißen der Glasfaserkabel.
Georg Schwarzer von der Enso (l.) demonstrierte den Gästen, hier Peter Weszkalnys, stellvertretender Bürgermeister von Gablenz, bei der Auftaktveranstaltung das Spleißen der Glasfaserkabel. FOTO: Uwe Menschner
Reichenbach. Der Landkreis Görlitz hat in Reichenbach den Auftakt für das schnelle Internet gegeben. Dezernentin Heike Zettwitz und ihr Team erwartet viel Arbeit – auch unangenehme. Von Uwe Menschner

Endlich ist es auch im Landkreis Görlitz so weit: Am Donnerstag hat in Reichenbach der Ausbau des Breitband-Internets begonnen. „In den nächsten Jahren werden in 31 Städten und Gemeinden unseres Kreises Glasfaserkabel mit Hausanschlüssen verlegt“, so die für Kreisentwicklung zuständige Dezernentin Heike Zettwitz. Insgesamt müssen dafür 4200 Kilometer Kabel in die Erde kommen. Bei der Ausschreibung der Maßnahme wurden entsprechend der Kriterien für den Ausbau die Gebiete in neun so genannte „Cluster“ unterteilt.

Jeweils vier dieser Cluster  gingen an die Deutsche Telekom (vor allem im Norden des Kreises) und an die Energie Sachsen Ost AG (Enso), die hauptsächlich im Süden arbeiten wird. Ein Cluster (rund um Kodersdorf und Neißeaue) konnte mit der Netcommunity GmbH von einem regionalen Anbieter gewonnen werden – ein Umstand, über den sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), welcher der Auftaktveranstaltung beiwohnte, nach eigenem Bekunden sehr freute. „Doch natürlich freue ich mich auch über die Vergaben an die Enso und die Telekom. Gemeinsam werden die drei Unternehmen in meinem Heimatlandkreis eine leistungsstarke und zukunftsfähige Breitbandinfrastruktur aufbauen“, sagte der Landeschef.

Ohne auf Glasfasern basierendes Breitband-Internet gebe es keine wirtschaftliche Entwicklung, habe der ländliche Raum keine Zukunftschance. Mit der Förderung des Ausbaus kämen der Freistaat Sachsen und der Bund ihrer verfassungsgemäßen Pflicht nach, für „gleichwertige Lebensverhältnisse“ zu sorgen. Die Fördersumme für das Görlitzer Breitband-Projekt beläuft sich auf circa 90 Millionen Euro.

Auf Heike Zettwitz und ihr Team kommt jetzt eine Mammutaufgabe zu. Bis 2022, so sehen es die Förderbedingungen vor, muss der Ausbau abgeschlossen sein. Die Dezernentin weiß – auch aus den Erfahrungen des Nachbarlandkreises Bautzen, der seinen Breitbandausbau bereits vor einem halben Jahr begonnen hat – dass es im Zuge der Maßnahme auch zu Unzufriedenheiten und Auseinandersetzungen kommen wird.

Der geförderte Ausbau erfolgt nur in Gebieten, in denen noch kein „eigenwirtschaftlicher“ Ausbau der privaten Anbieter stattgefunden hat. Keinen Anspruch hat, wer bereits über einen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Mbit verfügt – auch wenn diese „Schnelligkeit“ längst nicht mehr dem Standard entspricht.

Und noch etwas muss gut vorbereitet sein: Die Einholung der Gestattungserklärungen für den Hausanschluss bei den Grundstückseigentümern. Auch hierbei gibt es im Landkreis Bautzen Probleme. „Unser Ziel ist es, möglichst alle Eigentümer für den Anschluss zu gewinnen. Schließlich ist dieser kostenlos und wertet das Grundstück enorm auf“, so Heike Zettwitz. Schon in wenigen Jahren werde ein Grundstück ohne Breitbandanschluss nahezu unverkäuflich sein. Eine nachträgliche Anbindung ist zwar möglich, aber dann nicht mehr kostenlos.

Um die Bürger flächendeckend über diese Umstände zu informieren, wird das Landratsamt ab dem September in den einzelnen Kommunen zu Bürgerversammlungen einladen.

 Georg Schwarzer von der Enso (l.) demonstrierte den Gästen, hier Peter Weszkalnys, stellvertretender Bürgermeister von Gablenz, bei der Auftaktveranstaltung das Spleißen der Glasfaserkabel.
Georg Schwarzer von der Enso (l.) demonstrierte den Gästen, hier Peter Weszkalnys, stellvertretender Bürgermeister von Gablenz, bei der Auftaktveranstaltung das Spleißen der Glasfaserkabel. FOTO: Uwe Menschner