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| 01:36 Uhr

Der Bahnhof Rietschen verändert sein Outfit

Rietschen.. Die Tage der Beschäftigten des Bahnhofes sind gezählt. Er soll in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt und der Bahnübergang auf der Görlitzer Straße (B115) umgebaut werden. Damit würden die Arbeitsplätze des Rietschener Bahn-Standortes wegfallen. Ingolf Tschätsch

Damit wäre dann auch Schluss damit, dass die Schranken noch mechanisch hoch- und heruntergekurbelt werden müssen.
So sehen es die Pläne der DB Netz AG, Regionalbereich Südost, vor. Wie Pressesprecherin Daniela Bals auf Nachfrage der RUNDSCHAU erklärte, würden die neun Arbeitskräfte eine andere Aufgabe erhalten. Wo das sein wird, konnte sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Die gesamte Baumaßnahme verkörpert eine Investitionssumme von 1,6 Millionen Euro. Für das dritte Quartal 2009 ist der Abschluss der Arbeiten vorgesehen“ , so Daniela Bals. Laut DB Netz AG hätten wirtschaftliche Gründe zu der Entscheidung geführt. Das Ziel würde darin bestehen - so ist in dem der RUNDSCHAU vorliegenden Erläuterungsbericht zur Planung fixiert - die Sicherheit an Bahnübergang zu erhöhen, die Personalkosten zu senken und den Aufwand zur Instandhaltung der Ausrüstungstechnik und der Gleisanlagen zu verringern.
Mit dem Wegfall der jetzigen mechanischen Vollschrankenanlage der Strecke Berlin - Görlitz in der Ortslage müsse diese rückgebaut und durch eine moderne, rechnergesteuerte Lichtzeichenanlage mit Halbschranken ersetzt werden, heißt es. Dieses Vorhaben geht einher mit einer Reihe von Straßenbaumaßnahmen in diesem Bereich. Dazu macht sich die Verlegung des die Gleisanlagen querenden Geh-/Radweges und der Parkflächen der benachbarten Sparkasse erforderlich. Im Zuge der Umwandlung des Bahnhofes Rietschen in einen unbesetzten Haltepunkt werden die beiden Stellwerke (B 1 und W 2) außer Betrieb genommen. Das Gebäude B 1 einschließlich des Anbaus soll vollständig abgerissen werden. Unmittelbar neben diesem Objekt hat die DB Netz AG vor, einen zehn Meter hohen Stahlrohr-Funkmast für die Umsetzung der vorhandenen Zug-Funkantenne zu errichten.
Das Stellwerksgebäude W 2, von dem zurzeit noch die Schranken bedient werden, wird laut der vorliegenden Planung gesichert. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises hatte einem Antrag auf Abriss beider Stellwerksgebäude - sie stehen unter Denkmalschutz - unter Auflagen nur für B1 entsprochen.
Der Bahnhof verfügt über zwei Bahnsteige (Hausbahnsteig und Mittelbahnsteig). An ihnen würden keine baulichen Veränderungen vorgenommen, so der Träger des Vorhabens. Der Reiseverkehr wird nach Angaben der DB Netz AG künftig nur noch über den Mittelbahnsteig am Gleis 2 abgewickelt. Im Zuge der Umwandlungsmaßnahmen geht der Hausbahnsteig außer Betrieb. Das Empfangsgebäude wird bereits nicht mehr genutzt. Von den beiden Gleisen des Bahnhofes wird eines stillgelegt, das schon jetzt nicht mehr befahren wird. Die beiden Weichen - ebenfalls nicht mehr in Betrieb - werden rückgebaut.
Laut DB Netz AG sei mit dem Umbau keine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit verbunden. Für die Planung seien 120 km/h zugrunde gelegt worden.
Eingeschränkt werde die Kapazität der Strecke, heißt es. Nicht beeinflusst werde dagegen die Verkehrssituation, da schon zum jetzigen Zeitpunkt der Reiseverkehr über den Mittelbahnsteig am Gleis 2 abgewickelt werde.