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Der Anspruch: internationales Niveau

Die Dauerausstellung im Wachsmannhaus vermittelt Wissen über den Architekten Konrad Wachsmann ebenso wie über die Entwicklung des industriellen Holzhausbaus.
Die Dauerausstellung im Wachsmannhaus vermittelt Wissen über den Architekten Konrad Wachsmann ebenso wie über die Entwicklung des industriellen Holzhausbaus. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Niesky. Mit der Eröffnung der Dauerausstellung ist am Mittwoch das Nieskyer Wachsmannhaus endgültig seiner künftigen Bestimmung als Ausstellungs-, Kultur- und Informationszentrum zum Thema "Holzbauten der Moderne" übergeben worden. Uwe Menschner / ume1

"Neun Jahre hat es seit dem Erwerb des Grundstücks durch die Stadt Niesky gedauert, bis dieses große Wiederbelebungsprojekt abgeschlossen werden konnte", so der stellvertretende Oberbürgermeister der Stadt, Frank Mrusek. Einmal mehr habe sich bewiesen, dass "wir Nieskyer keine Freunde von Schnellschüssen sind, dafür aber beharrlich an einem Ziel arbeiten können."

Beharrlichkeit war auch vonnöten, um die von dem berühmten Architekten Konrad Wachsmann entworfene Direktorenvilla der Holzbaufirma Christoph & Unmack aus dem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf zu erwecken. "Ich kann mich noch an einen Besuch des Wachsmannhauses vor etwa zehn Jahren erinnern. Der damalige Zustand ließ es kaum möglich erscheinen, dass einmal ein Zustand wie der heutige erreicht werden könnte", so der Kulturamtsleiter des Landkreises Görlitz, Joachim Mühle.

"Mit der Sanierung des Gebäudes und seiner Inbetriebnahme als ,Forum Konrad-Wachsmann-Haus' erhält auch die Stadt Niesky ein Stück ihrer Identität zurück", so Frank Mrusek. Schließlich stehe es für ein bedeutendes Kapitel der Nieskyer Stadtgeschichte - die Entwicklung und Perfektionierung des industriellen Holzhausbaus, an der der Chefarchitekt von Christoph & Unmack, Konrad Wachsmann, großen Anteil hatte: "Vielen von uns Nieskyern war die wahre Bedeutung gar nicht bewusst." Wie so oft bedurfte es des Blickes von außen - insbesondere von Architekturexperten und -liebhabern, die immer wieder auf den am Stadtrand von Niesky schlummernden Schatz hinwiesen.

"Als sich die Stadt Niesky dann aber der Aufgabe angenommen hatte, das Wachsmannhaus wieder zu beleben, tat sie es mit voller Kraft und mit dem Anspruch, internationales Niveau zu erreichen", erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer, der das Projekt unterstützt hat. Dass dies gelungen ist, zeigten die Reaktionen von Besuchern, unter anderem aus den USA und aus Israel, bereits vor der offiziellen Eröffnung. "Das Wachsmannhaus ist ein Beispiel dafür, was auch in unserer Region alles möglich ist", so Kretschmer.

Die Sanierung bildete allerdings nur den ersten Akt. "Jetzt gilt es, das Haus durch viele gute Ideen dauerhaft mit Leben zu füllen", wie Katja Mieth, Direktorin der Landesstelle für Museumswesen, betont. Eine dieser Ideen stellt die Dauerausstellung dar. Diese widmet sich nicht nur Konrad Wachsmann und der Firma Christoph & Unmack, sondern der Entwicklung des industriellen Holzhausbaus insgesamt.

Das Wachsmannhaus soll aber nicht nur Museum sein, sondern Forum - "ein Ort, an dem man sich trifft, Gedanken austauscht und gemeinsam forscht". Doch ebenso für kulturelle Veranstaltungen bietet das Gebäude Raum. Und nicht zuletzt hat sich die Stadt Niesky dafür entscheiden, einen der Räume als Trausaal zu widmen.