Von Regina Weiß

Bürgermeister Dietmar Noack (CDU), Gemeinderat Johannes Rackel, Lutz Huback, Planer von Landschaftsarchitektur Franz aus Leipzig und Matthias Kröning, Tragwerksplaner von Kröning und Schröter aus Dresden arbeiten Freitag mal kurz hinter Gittern. Sie müssen hinter den Bauzaun, der die Rakotzbrücke seit Monaten zu schützen versucht, um alles genau in Augenschein zu nehmen. Noack verweist auf die Risse im Basalt, das Moos in den Fugen, die zu DDR-Zeiten ausgebesserten Stellen am Denkmal.

Rund ein Vierteljahr ist es her, dass der Bürgermeister die Fördervereinbarung für das Rakotz-Ensemble unterzeichnen konnte. Jetzt nimmt das Projekt erst richtig Fahrt auf. Dazu gehört auch jener Vor-Ort-Termin. Denn jetzt müssen die Rettungsaktion, aber auch die entsprechenden Wünsche in Pläne gegossen werden. Wo wird die Baustraße lang  geführt, wie muss der Zaun gebaut werden, um die Baustelle abzusperren?

Dazu gehört aber auch, dass der Gemeinderat die entsprechenden Beschlüsse fasst. So wird die Kommune nun durch die DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft Leipzig bei der Vorbereitung von Einzelmaßnahmen unterstützt. Außerdem wurde der Sächsischen Aufbaubank mitgeteilt, in welchen Jahresscheiben das Fördergeld gebraucht wird. So wird 2018 mit 1,08 Millionen Euro, 2019 mit 1,38 Millionen Euro und 2021 mit 240 000 Euro gerechnet. „Das Ensemble wird zwei Jahre zur Baustelle“, unterstreicht Dietmar Noack die Dimensionen für die Gemeinde. Baubeginn werde voraussichtlich im Mai 2018 sein. Bis dahin müssen noch Vorarbeiten getroffen werden.

Es geht eben jetzt um das konkrete Wie der Sanierungsschritte. Eins ist am Freitag deutlich zu merken: Die Fachleute nähern sich dem Vorhaben mit Respekt. „Mit dem Projekt kann man hier ganz groß rauskommen“, schätzt Johannes Rackel ein. Aber es ist auch nicht ohne. „Gibt es einen Plan von der Brücke?“, fragt Matthias Kröning. Einen aus Paus­papier aus DDR-Beständen kann Dietmar Noack anbieten. Außerdem gibt es Daten, die die Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft schon vor über einem Jahr ermittelt haben.

Doch es muss tiefer gehen, im wahrsten Sinne. Baugrunduntersuchungen sind Pflicht, um auch nachzuweisen, wie wichtig der Wasserstand für die Basaltdenkmäler ist. Seit die Gemeinde Gablenz die seit Jahren laufende künstliche Wasserzufuhr für den Rakotz eingestellt hat, ist der Wasserstand um mehr als einen Meter gesunken. Schließlich werden für den Bau trockene Füße gebraucht. Damit aber die Fische nicht auf dem Trockenen liegen bleiben, wird der Anglerverband Elbflorenz sich in den nächsten Tagen um das Abfischen kümmern.

Damit sich die Planer wirklich ein Bild machen können, helfen selbst Bilder. „So verweist Lutz Huback auf ein Foto, als die Grotte am See noch stand. Seit mehr als 60 Jahren gibt es von dem Bauwerk neben der kleinen Rakotzbrücke nur noch einen großen Steinhaufen. Die Grotte soll wieder aufgebaut werden. „Jedes Foto hilft uns“, bittet Dietmar Noack die Bürger, in ihren Fotoalben nachzusehen. Wer fündig wird, kann die Aufnahmen bei der Gemeindeverwaltung abgeben.