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| 18:13 Uhr

Denkmal verrottet weiter

Schlecht abgedeckt, die Platten einfach aneinandergelehnt – fachgerechte Lagerung sieht wohl anders aus.
Schlecht abgedeckt, die Platten einfach aneinandergelehnt – fachgerechte Lagerung sieht wohl anders aus. FOTO: Preikschat
Weißwasser. Das sechs Mal zwölf Meter große Keramiktafel-Wandbild "Lebensfreude" von Georgios Wlachopoulos lagert seit drei Jahren im Freien auf einer Brachfläche in Weißwasser. Bürger beklagen den schlechten Zustand des Mosaiks. Daniel Preikschat

Maria Ruttmar vom Stadtverein Weißwasser musste zwei Mal hinsehen, um das zerlegte Denkmal von der Straße der Jugend aus zu sehen. Hinter Büschen versteckt stehen die 25 gefliesten Betonplatten eingezäunt auf einer Abrissfläche. Nahe der Schule, deren Aula-Giebel das Mosaik einst geziert hatte.

Als Maria Ruttmar näher herantritt, sieht sie die schwarze Matte, die notdürftig über die Tafeln geworfen wurde. Zweige liegen auf dem Belag verstreut, Wasserpfützen haben sich gebildet. An den Seiten liegen die Platten frei. Abgeplatzte Fliesen und brüchiger Beton sind zu sehen. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, das Mal jemand das Wandbild wieder zusammenbaut", sagt die Seniorin. Und fachgerecht gelagert sehe es auch nicht aus.

Dabei hatte Olaf Schober bereits vor einem Jahr im Stadtrat Kritik an der Sicherung des Denkmals geübt. Ungeschützt unter freiem Himmel würden die Platten "vergammeln". Getan habe sich seither jedoch nicht allzu viel, so der Weißwasseraner. Die Platten seien nur notdürftig bedeckt und - Fliese an Fliese - aneinander gelehnt worden.

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, jede Tafel mit Dämmfolie einzuschlagen und Spanngurte um die Abdeckung zu ziehen. Derart nachlässig abgestellt und zugedeckt dringe Feuchtigkeit ein und wirke, gerade in Verbindung mit Frost, zerstörerisch. Gut, so Schober, wäre auch gewesen, wenn vor dem Abriss der Schule geklärt worden wäre, wie, wann und wo das Wandbild wieder zur Geltung kommen kann.

Schober erinnert an den Wert des Mosaiks, das auf der Denkmalliste für Weißwasser steht. 23 000 Euro habe es sich die Stadt kosten lassen, es abbauen und einlagern zu lassen. Da müsse man besser damit umgehen.

Stadt muss handeln

Karl-Heinz Melcher, Leiter des Referats Kultus und Soziales sowie Leiter der Denkmalkommission Weißwasser, räumt ein: "Wir hätten uns mehr Mühe geben müssen." Der Lagerungszustand des Wandbildes sei "desolat", die Stadt müsse schnell handeln. Die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Görlitz habe ihm nun aber bestätigt, dass die Stadt für Sicherung, Sanierung und Transport des Denkmals Fördermittel beantragen kann.

Neuer Stellplatz am Tagebau

Transportiert werde die "Lebensfreude" voraussichtlich Richtung Tagebaukante, so Melcher weiter. Dort soll das Kunstwerk zunächst gesichert werden, dann bei der geplanten Gestaltung des Areals zwischen Aussichtsturm und künftiger Waldeisenbahn-Haltestelle berücksichtigt werden.

Der CDU-Landtagabgeordnete Lothar Bienst, zugleich Vorsitzender des Fördervereins Fürst-Pückler-Region, bestätigt: "Das Wandbild soll zentrales Element des Wegeleitsystems sein." Der vom Förderverein beauftragte Gestaltungsentwurf zweier Büros sei bereits abgesegnet. Noch ungeklärt sei jedoch die Finanzierung mit Unterstützung des Tagebaubetreibers Vattenfall.