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| 14:00 Uhr

Ich kaufe regional
Dekorativ in Szene gesetzt

Marlen Nicko und Susi Schurmann gestalten im Geschäft Schenken-Wohnen-Leben fünf Schaufenster.
Marlen Nicko und Susi Schurmann gestalten im Geschäft Schenken-Wohnen-Leben fünf Schaufenster. FOTO: Arlt Martina
Weißwasser. Schauen sich in der heutigen hektischen Zeit Menschen noch Schaufenster an? Inhaber von Geschäften haben jedenfalls ihre Auslagen im Blick. Von Martina Arlt

Das Schuhgeschäft Hemmo hat in Weißwasser seit 1920 Tradition. Tobias Hemmo übernahm es 1995. „Grundsätzlich dekorieren wir selbst und das meist zu besonderen Jahreszeiten oder Anlässen“, erklärt er. „In unserer Branche ist es ganz wichtig, dass ein Schuh immer von der Außenseite, von der schönen Seite, gezeigt werden muss. Wir haben vier Schaufenster, die wir stets im Blick haben und auch mal kurzfristig verändern.“ Die Leute würden schon vor den Fenstern stehen bleiben, kämen dann oft gezielt herein und würden nach dem einen oder anderen Schuhpaar fragen.

„Ich schaue mir besonders im Urlaub Schuhgeschäfte an, man kann sich Ideen holen“, so der 50-Jährige. Er erinnert sich, dass er einmal ein Fenster mit Ostseesand im Urlaub entdeckte. Diese Idee wollte er unbedingt in Weißwasser in seinem Laden umsetzen. Hat er auch, doch der Aufwand mit dem Sand war dann doch ganz schön groß.

Yvonne Kiank dekoriert ihre fünf Fenster ebenfalls selbst und wechselt circa acht mal jährlich die Auslagen ihres Spielwarengeschäftes „Spiel- und Freizeit“.

Die 32-jährige gebürtige Weißwasseranerin Elfie Fischer schaut sich gern tolle Schaufenster an: „Wenn sie schön gemacht sind, sehe ich das schon gern. Doch Weißwasser hat keinen richtigen Stadtkern und so geht man auch nicht richtig durch eine lange Straße bummeln. Man fährt dann oft mit dem Auto gezielt zu einem Geschäft. Es gibt wenige Schaufenster mit anspruchsvoller Deko. Zwischendurch gibt es viele leere Geschäfte. Es ist schwierig in Weißwasser“, so Elfie.

Für Jennifer Handke (34) aus Bad Muskau sind Schaufenster eher uninteressant, jedenfalls in Weißwasser. „Ich fahre in das jeweilige Geschäft, wo ich gerade etwas benötige. Ich gehe rein, kaufe und bin wieder raus. Ich schaue kaum nach links oder rechts, was in den Schaufenstern zu finden ist. Für Schoppen bin ich eher in Cottbus oder Hoyerswerda unterwegs. Wenn ich ehrlich bin, gehe ich in Weißwasser an den Schaufenstern vorbei. In Städten wie Dresden und Leipzig sind sie schon sehr attraktiv und fallen einem richtig ins Auge“, so Jennifer Handke.  

In den Großstädten bleibt die 36-jährige Anja Szonn aus Nochten auch gern einmal stehen und schaut sich die Auslagen an: „Große Kaufhäuser haben tolle Deko-Ideen, das animiert mich schon zum Kaufen. Oft sehe ich dann etwas für mich, was gefällt und danach frage ich im Geschäft. Schöne Schaufenster sind schon wichtig. Doch in Weißwasser ist es für die Geschäftsinhaber sehr schwer, obwohl sie sich teilweise große Mühe geben. Wenn ich mich hier auf der Saschowawiese umsehe, dann gefallen mir die Deko im Schreibwarengeschäft und bei der Drogerie sehr gut.

Wenn es Marlen Nicko von Schenken-Wohnen-Leben zeitlich schafft, dekoriert sie mit ihren Mitarbeiterinnen Susi und Steffi ihre fünf Fenster zweimal monatlich selbst: „Gerade in unserem Laden sollte man ein Naturtalent sein, man sollte eine kreative und dekorative Ader haben. Das leben wir und bringen es auch in unseren Fenstern rüber.“ Die Leute würden gern vor den Fenstern stehen bleiben, besonders an den Wochenenden werde sehr viel geschaut. Und wenn Marlen Nicko irgendwo unterwegs ist, würde sie sich Anregungen für ihre Dekoration holen. „Das passiert oft völlig unbewusst, der Kopf arbeitet immer“, erzählt Marlen Nicko.

Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR