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| 19:17 Uhr

Aus dem Gemeinderat
Ein gordischer Knoten namens Bauhof Schleife

Schleife. Vereinsvertreter und Mitarbeiter der Verwaltung kommen am Donnerstag zusammen, um die Wogen in der Diskussion zu glätten.

Geht es nach dem Willen von Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos), dann müssen die Vereine in der Gemeinde mehr zusammenrücken. Das meint er durchaus auch räumlich, denn er denkt an die zukünftige Bewirtschaftung kommunaler Objekte im Ort. „Wir können es uns nicht leisten, dass jeder Verein sein eigenes Domizil haben wird“, so Bork. In dem Zusammenhang verwies er auch auf den Haushalt. Dieser sei für die kommenden Jahre nicht ausgeglichen. Die Vereine in der künftigen alten Sporthalle zusammenzuführen, sei vor Jahren auf null Interesse gestoßen.

Vertreter von Vereinen aus Schleife reagieren darauf verwundert, denn sie sind ihrer Meinung nach längst zusammengerückt. Was den ehemaligen Bauhof in Schleife betrifft, wird der nämlich von sechs Vereinen für verschiedene Zwecke genutzt. Warum das künftig nicht mehr möglich sein soll, bringt die Vereinsmitglieder – gelinde gesagt – auf die Palme. Das war in der jüngsten Ratssitzung deutlich zu merken. Marco Jejkal, Vorsitzender des Vereins Brauchtum Schleife, sprach nicht nur für zehn Vereine im Ort, sondern übergab der Gemeindeverwaltung auch 360 Unterschriften von Bürgern für den Erhalt des Hauses als Vereinsdomizil. Die Vereine bräuchten schließlich Räume, um sich zu entfalten. Die Gemeinde könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Doch derzeit fühlen sich die Nutzer des Bauhofes überhaupt nicht mehr ernst genommen, wurde nach der Ratssitzung weiter debattiert. Keine Heizung, kein Wasser- und Abwasser – das sei doch wahrlich kein Zustand  wurde kritisiert. Jejkal hatte in der Ratssitzung noch den Vorschlag gemacht, die Kommunalpauschale zu verwenden, um im alten Bauhof zu investieren. Vielleicht ließe sich mit einem ordentlichen Konzept sogar ein Verein finden, der sich für das Haus den Hut aufsetzt.

Bürgermeister Reinhard Bork erinnerte im Rat an eine Vereinbarung mit Vattenfall. Der Gemeinde war  ein neuer Bauhof im Gewerbegebiet übertragen worden. In der Folge dessen sollte der alte Bauhof Umsiedlern angeboten werden. Laut Bork gibt es einen Interessenten. Ziehe dieser sozusagen die Karte, dann werde verkauft.

Aus Sicht von Gemeinderat Stefan Franz besteht nicht nur wegen des Verkaufs Diskussionsbedarf. „Dazu wäre auch ein Ratsbeschluss notwendig“, entgegnet er dem Bürgermeister. Für ihn sind die Vereine wichtig, weil sie das Dorfleben gestalten.

Auch Bork betont, keinen Verein auf die Straße setzen zu wollen. „Wir werden eine Lösung finden müssen, aber sie wird nicht nach dem Geschmack jedes Vereins sein“, kündigt Bork an.

„Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir uns zusammensetzen“, schlägt Gemeinderat und stellvertrender Bürgermeister Jörg Funda vor. Ihm geht es darum, dass alle Beteiligten ein besseres Verständnis für die Thematik entwickeln. Nach RUNDSCHAU-Informationen findet dieses Gespräch am Donnerstag, 20. Dezember, statt. Weil in der letzten Ratssitzung schon zu merken war, dass da bei einigen Akteuren die Nerven blank liegen, ist es Funda ein Anliegen, „kein zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. Das ist in keinerlei Interesse.“