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Kommunalpolitik
Debatte um alte und neue Spielplätze

Das einzige Klettergerüst auf dem Kohlestauplatz in Weißwasser ist auch noch defekt und abgesperrt.
Das einzige Klettergerüst auf dem Kohlestauplatz in Weißwasser ist auch noch defekt und abgesperrt. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Im April wird entschieden, ob das Klettergerüst auf dem Kohlestauplatz in Weißwasser saniert wird. Von Gabi Nitsche

Unabhängig von den eisigen Temperaturen und dem letzten Schnee – das Klettergerüst auf dem Kohlestauplatz könnte auch bei frühlingshaftem Wetter nicht benutzt werden. „Wir mussten es absperren, die Sicherheit für die Kinder war nicht mehr gegeben“, erklärt der zuständige Referatsleiter in der Stadtverwaltung, Gerd Preußing. Das Thema angesprochen hatte Linken-Stadträtin Bianca Hetmank. Ärgerlich seien auch, so die Abgeordnete, die als Kinder-Erzieherin arbeitet, die vielen Scherben, die dort herumliegen.  „Kontrolliert das denn keiner?“ wollte sie in der jüngsten Ratssitzung wissen.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) versicherte, dass die Mitarbeiter vom Bauhof regelmäßig vor Ort sind und aufräumen. „Aber kaum dreht man sich, liegt wieder Müll herum.“

Genauso sei es, sagt Gerd Preußing und könnte einen dicken Hals bekommen. Denn für den Dreck sorgen ja nicht die Jüngsten. Die würden nur ihren Spaß haben wollen beim Klettern und Toben. „Und die Bösen sind auch nicht unsere Leute vom Bauhof, sondern die, die Scherben und Müll verursachen.“

Täglich kontrollieren die Kollegen einer externen Firma, die damit beauftragt ist, sammeln Scherben ein, reparieren, wenn etwas kaputt ist. Einmal in jedem Monat erfolgt eine umfassenderer Check auf allen kommunalen Kinderspielplätzen durch die Mitarbeiter vom Wirtschaftshof. In jedem Jahr im April gibt es durch einen externen Fachmann die Sicherheitsprüfung. „Dann geht es auch um das defekte Spielgerät am Kohlestauplatz. Im April muss entschieden werden, ob es noch saniert oder gleich abgerissen werden kann beziehungsweise muss“, berichtet Preußing.

Nicht nur die Spielgeräte am Kohlestauplatz sind nicht mehr ganz so jung, umschreibt Gerd Preußing den Zustand höflich. Das gleiche Problem bestehe im Freizeitpark. Besonders krass sei es mit Geräten aus Holz. „Denn wir können nicht einfach mal in den Baumarkt und ein neues Brett holen und anmontieren.“ Die Vorschriften sind umfangreich, die eine Kommune einzuhalten hat. Gerd Preußing nennt ein Beispiel: „Wenn wir neue Farbe auftragen wollen, dann muss diese zum Beispiel lecksicher sein ...“ Doch was den Freizeitpark angeht, werde hier nichts mehr groß repariert, da Weißwasser laut Stadtratsbeschluss ja solche Freizeitanlagen im Oberlausitzer Sportpark (OSP) konzentrieren will.

Weitere kommunale Spielplätze unterschiedlicher Größe befinden sich an der Heinrich-Heine-Straße, am Marktplatz, im Südpark und am Sorauer Platz. Für verschiedene Anlagen in Wohngebieten haben die jeweiligen Vermieter den Hut auf, weist Gerd Preußing hin.

Unabhängig vom Zustand der vorhandenen Plätze braucht es einen Spielplatz im Bereich Altes Dorf. SPD-Stadträtin Kathrin Jung hält das Thema schon längere Zeit am Köcheln und favorisiert, die Mttel von Mission Olympic – die 20 000 Euro liegen seit 2012 vor – dafür einzusetzen. Die Stadtverwaltung sieht das Geld eher im OSP gut angelegt. Bisher habe die Suche nach einem geeigneten Grundstück im Alten Dorf keine Lösung gebracht. Entweder waren die geeigneten in privater Hand oder von Altlasten betroffen, so OB Pötzsch. Letztlich sei es eine Entscheidung der Räte.

Ein ordentlicher Spielplatz koste auch ordentlich. „Allein die Spielgeräte für den neuen Hort kosten 40 000 Euro“, wies Pötzsch hin. Kathrin Jung hätte gern einen Grundsatzbeschluss gehabt, die Mission-Olympic-Gelder für einen Spielplatz zu bunkern. „Klar ist das nur ein Klacks, aber wir würden ein Zeichen setzen“, so ihr Standpunkt. Bernd Frommelt (KJiK) kritisierte den Umgang mit dem Preisgeld allgemein. Für Hartmut Schirrock (Wir für Hier) ist es „fast zum Fremdschämen“. Denn der OB und Kathrin Jung hatten beim Geldgeber Coca Cola gefragt, ob das Geld nun für einen Spielplatz verwendet werden kann oder nicht. „Der muss doch denken, wir brauchen das Geld gar nicht.“ Es sollte so schnell wie möglich ausgegeben werden, damit das  „Theater“ ein Ende habe. Torsten Pötzsch ließ über Kathrin Jungs Antrag abstimmen: sieben Ja-, sieben Neinstimmen und eine Enthaltung. In den Ausschüssen werde nun die Debatte fortgesetzt.

Tage später im Bau- und Wirtschaftsausschuss sprach Klartext-Stadtrat Andreas Friebel das Thema noch einmal an. Unabhängig von dem Preisgeld gehe es ja um einen Spielplatz für diesen Stadtteilbereich.  Klartext und Wir für Hier beauftragen die Stadtverwaltung mit einer nochmaligen Standort­sichtung. Es gehe um eine Fläche von etwa 1000 Quadratmeter, verkehrsberuhgt sollte diese liegen und städtisches Eigentum sein. Im Juni soll das Ergebnis im Ausschuss vorgestellt werden.