Von Regina Weiß

Wenn es um die Anschaffung neuer Technik in der Gemeinde Schleife geht, dann wird das Vorhaben schon dem Namen nach im Technischen Ausschuss vorberaten. In der jüngsten Ratssitzung sollte es ohne gehen, weil der Gemeinde etwas die Zeit im Nacken sitzt, wie Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos) zu begründen wusste. Doch das stellte sich als schwierig heraus. Nicht etwa weil, die Räte grundsätzlich gegen eine Neuanschaffung sind. Vielmehr weil sie Bauchschmerzen mit der Finanzierung des Ganzen haben. Konkret geht es um einen neuen Multicar und die finanziellen Mittel dafür werden aus dem Topf Neubau Deutsch-Sorbischer Schulkomplex sichergestellt.

Hintergrund ist, dass der Multicar vom Bauhof Schleife 23 Jahre auf der Karosse hat und beim derzeitigen Stand keine Tüv-Plakette mehr bekommt. Das Fahrzeug ist also nicht mehr einsatzfähig. Ersatz wird zeitnah gebraucht, weil der Winter vor der Tür steht und entsprechende Bestellfristen zu bedenken sind. Parkplatz- und Gehwegsflächen an der neuen Schule sollen mit dem Muliticar und seinen Zusatzgeräten von Schmutz und Schnee befreit werden. Deshalb ist es für Reinhard Bork naheliegend das Geld aus den noch vorhandenen Mitteln des Schulbaus zu nehmen. Wohlweislich, dass die Neuanschaffung durch den Bauhof auch andernorts gebraucht werde.

Die Art und Weise der Finanzierung stieß bei Gemeinderat Wolfgang Goldstein auf alles andere als Wohlwollen. Er erinnerte daran, welche Diskussionen man geführt habe, um beim Schulkomplex Einsparungen durchzuführen. Als Stichwort nannte er die Waschbecken, die nicht mehr in allen Klassenräumen vorgesehen sind. „Und jetzt wollen wir unter dem Deckmantel Schule solche Gerätschaften anschaffen“, zeigte sich Goldstein verwundert. Er forderte die Beratung im Ausschuss, um zu sehen, ob es nicht andere Möglichkeiten gebe. Er brachte das Stichwort Elektromobil ins Spiel.

Wie schon mehrfach beim Thema Schule zeigten sich sofort verhärtete Fronten. Bork warf ein, an die Bewirtschaftung der Schule zu denken. „Andere Mittel haben wir nicht“, spielt der Bürgermeister auf die brenzlige Haushaltslage in Schleife an.

Detlef Slabina, Leiter des Bauhofe, erklärte, dass das alte Fahrzeug 170 00 Kilometer runter hat und täglich gefordert war. „Mit einem vernünftigen Fahrzeug können wir vernünftig arbeiten“, so Slabina. Rund 3200 Euro wären notwendig, um das alte Auto wieder zu reparieren. Möglicherweise ein Fass ohne Boden.

Weil Gemeinderat Jörg Funda ahnte, der Beschluss könnte möglicherweise kippen, sollte ein Auszeit die Wogen glätten helfen. „Jeder Gemeinderat ist nur seinem Gewissen verpflichtet“, so Bork. Er hielt selbst die Auszeit für nicht notwendig. Doch es blieb bei den fünf Minuten interne Beratung. Danach war klar, dass Schleife die Anschaffung für rund 125 000 Euro tätigen kann. Ein Angebot lag von einer Firma aus Bannewitz vor. Der Beschluss wurde bei einer Gegenstimme gefasst.