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"David" nimmt's mit den "Goliaths" auf

Am Dorfeingang steht ein riesiger Apfelbaum. Der trägt so viele Früchte der Sorte Parmäne, dass die Klein Priebuser gar nicht alle aufessen können.
Am Dorfeingang steht ein riesiger Apfelbaum. Der trägt so viele Früchte der Sorte Parmäne, dass die Klein Priebuser gar nicht alle aufessen können. FOTO: Nitsche
Klein Priebus. Der südlichste Neiße-Ortsteil der Gemeinde Krauschwitz ist gestern die letzte von fünf Stationen für die Jury gewesen. Neben Daubitz, Gablenz, Rohne und Kreba-Neudorf will auch Klein Priebus das "Dorf mit Zukunft" 2017 im Landkreis Görlitz werden. Gabi Nitsche

Dass ein so kleiner Ort mit 95 Einwohnern einschließlich jenen im Pflegeheim der Diakonie den Mut aufbringt, sich für diesen Wettbewerb zu bewerben, findet Jury-Chef Roland Höhne klasse. Seine augenzwinkernde Ansage: "Was wir nicht sehen sollen, zeigen Sie einfach nicht." Stefan Hofmann, der "Motor" des Dorflebens, stellt lachend fest: "Das ist schwierig bei der ‚Größe' von Klein Priebus." Als sich die Klein Priebuser für den Wettbewerb entschieden, ahnten sie nicht, so Hoffmann, wie stark die Konkurrenz sein würde. "Als wir die Namen dann lasen, schwand erst einmal unser Mut." Es sei wie der Kampf von David gegen Goliath. "Aber wir sind überzeugt, unser Dorf hat Zukunft."

Im Neiße-Treff des Touristikers stimmte dieser mit Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) und weiteren Mitstreitern die acht Juroren mit einem Film und umfangreichen Informationen über das Leben in ihrem schönen Neiße-Dörfchen ein, bevor diese es auf einen Rundgang näher kennenlernen. Unternehmer Jan Hufenbach schwärmte von dem "herzallerliebsten" Klein Priebus, in das er mit seiner Partnerin Arielle Kohlschmidt vor acht Jahren zog und Berlin den Rücken kehrte. "Wir haben erlebt bei der Neiße-Flut, was Zusammenhalt heißt", betonte Hufenbach. Auf den Zusammenhalt in seiner idyllischen Heimat lässt hier keiner etwas kommen, vor allem auch nicht Wolfgang Mätzschke. Er schildert aus Senioren-Sicht, was den Ort so lebens- und liebenswert macht. "Es ist die gegenseitige Hilfe", weiß er zu schätzen und nennt unzählige Beispiele für Veranstaltungen, die beim Traktorverein anfangen und bei der Feuerwehr enden und die die Einwohner zusammenschweißen. Das alle zwei Jahre stattfindende Traktortreffen mit bis zu 2000 Tagesbesuchern und weit über 200 Ausstellern sei kaum zu toppen.

Das Fazit von Juror Roland Höhne nach drei Stunden Klein-Priebus-Schnuppern: "Ein sehr ordentliches, beschauliches Dörfchen, das lebt! Eine super Sache."