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Daumendrücken für den Faltenbogen

Susi-Stoßzahn-Parade – das Plüsch-Mammut ist zu Marketingzwecken für den Faltenbogen wieder aufgelegt worden.
Susi-Stoßzahn-Parade – das Plüsch-Mammut ist zu Marketingzwecken für den Faltenbogen wieder aufgelegt worden. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Mit einer Tagung im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau ist der Geopark Muskauer Faltenbogen in seine neue Saison gestartet. Diese könnte damit gekrönt werden, dass sich der über drei (Bundes-)Länder erstreckende Geopark das Unesco-Siegel erhält. Regina Weiß

Das Autobahnschild, das Nancy Sauer, Leiterin der Geopark-Geschäftsstelle in Döbern, Freitagnachmittag an die Wand des Muskauer Marstalls beamt, sieht in einem Punkt anders aus, als das, was bereits an der A 15 kurz vor Forst steht: Das Bild zeigt eins mit dem Unesco-Zeichen. Diese Logo beim echten Schild nachzurüsten, wäre kein Problem. Doch vorher muss natürlich über diesen Status entschieden werden. Im November könnte es soweit sein. Dann tagt die 38. Exekutivversammlung der Unesco. Dort soll der Beschluss auf der Tagesordnung stehen. Bis dato seien die Geoparks, auch der Muskauer Faltenbogen, Ehrenjungfrauen. Man stehe unter der Schirmherrschaft der Unesco, gehöre aber noch nicht richtig dazu, erklärt Manfred Kupetz, Vorsitzender des Fördervereins Muskauer Faltenbogen. Zwei Jahre bereite man diesen Schritt im Netzwerk der Geoparks bereits vor. "Das ist gar nicht so lange", erklärt Kupetz, schließlich haben 147 Länder bei der Unesco Mitspracherecht. Komme der Status, dann sei man auf einer Augenhöhe mit dem Unesco-Weltkulturerbe und den Unesco-Biosphärenreservaten. "Für den November gilt also Daumendrücken", gibt Manfred Kupetz schon mal die Order aus.

Was jetzt schon gilt, der Muskauer Faltenbogen ist gefragt. Zumindest können die Mitarbeiter für die Veranstaltungen der letzten beiden Jahre ein steigendes Interesse nachweisen. Anradeln, Frühlingsspaziergang und vieles mehr sind deshalb auch in diesem Jahr geplant.

Beim Geopark-Mini, das 2014 Premiere hatte, ist mittlerweile die dritte Auflage erschienen. Federführend sei man bei der Gestaltung des Posters für das Netzwerk deutscher Geoparks gewesen. Außerdem werden alle sechs deutschen Geoparks in der "Bild der Wissenschaft" vorgestellt. Das Wissenschaftsmagazin habe eine Auflage von 30 000 Stück und erscheine Ende April - ein wichtiges Marketing.

Gemeinsam mit Partnern auch Tschechien, der Slowakei und Ungarn habe man Richtlinien für die Ausbildung von Geoparkführern erarbeitet. In dem Zusammenhang erinnert Nancy Sauer, dass elf neue Geoparkführer 2014 für den Faltenbogen ausgebildet werden konnten.

Mit Blick in die Zukunft kann Nancy Sauer mit der Stadt Weißwasser und der Energieregion Lausitz zwei neue starke Partner beim Projekt Faltenbogen begrüßen. Weißwasser wird einen Informationspunkt aufbauen und soll das bestehende Wege-Konzept im Geopark erweitern und neue touristische Angebote erarbeiten. Man hoffe, über diese Projektschiene auch das zweite Autobahnschild an der A 4 sowie die großen Eingangschilder aufstellen zu können. Inhaltlich vorbereitet seien sie bereits.

Auch Umweltbildung wird in Weißwasser ein Thema sein. In dem Bereich ist mit den Geostrolchen auch 2015 ein neues Projekt in der Geschäftsstelle Döbern gestartet worden. 21 Kinder sind dabei. Zweimal monatlich gehen sie raus ins Gelände. "Beim letzten Mal ging es um Feldsteine. Ich hätte nicht gedacht, dass man Kinder damit anderthalb Stunden richtig begeistern kann", so Nancy Sauer.

www.muskauer-faltenbogen.de

Zum Thema:
Nach der Einrichtung des Geo pfades rund um die Grube Babina - rund 22 600 Besucher wurden dort 2014 gezählt - plant die polnische Seite weitere Projekte. Wie Jacek Kozma, Geologe im Geologischen Dienst in Wroclaw, berichten kann, gibt es am Rand des Wunzenteiches nördlich von Tuplice (Teuplitz) eine rund 110 Meter große Binnendüne. Außerdem finden sich Spuren einer ehemals vorhandenen Waldbahn. Zu beiden Besonderheiten soll es künftig Infotafeln geben. Zudem ist der Bau eines Aussichtsturmes geplant. Weitere Überlegungen gibt es zur Seenplatte rund um Tuplice.Nicht nur besondere geologische Formationen hat der Geo park auf polnischer Seite zu bieten, sondern auch sehenswerte Tiere. So herrsche dort ein turbulentes Falterleben, kann Krzysztof Gajda vom Verband der Landschaftsparks der Wojewodschaft Lebuser Land berichten. 56 Arten wurden festgestellt, darunter viele, die auf der Roten Liste stehen. Einen Rückgang gibt es dagegen beim Weißstorch zu vermelden. Im 18 200 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet zwischen Leknica (Lugknitz) und Brody (Pförten) gibt es nur noch zwei Storchenpaare. Dafür nehme aber das Schwarzstorchaufkommen zu.Folgende Veranstaltungen sind geplant: 1. Mai dritte Deutsche Meisterschaft im Drachengolfen bei Familie Feller in Krauschwitz (Alte Schlosstraße 30); 16./17. Mai Geoparktage; 24. Mai Fashionshow in der Ziegelei Klein Kölzig; 7. Juni Tag der Steine im Findlingspark Nochten; 6./7. Juni Wald eisenbahn "20 Jahre Muskauer Strecke"; 19. Juni dritter Frühlingsspaziergang im Geopark.